Lysander raste durch den Nachthimmel, der Wind blies ihm ins Gesicht, als er auf die riesige Bestie zustürmte. Das blaue Licht, das von seinem Stab ausging, bahnte ihm einen Weg durch die Dunkelheit. Die massive Gestalt der Kreatur war grotesk und wand sich vor dunkler Energie, während sie über dem Schlachtfeld aufragte.
Als er näher kam, schlug Lysanders Herz wie wild in seiner Brust. Er konnte die bedrückende dunkle Aura der Kreatur spüren, die auf ihn drückte. Aber es gab kein Zurück mehr.
Die leuchtend gelben Augen der riesigen Bestie folgten ihm und verengten sich mit kalter Intelligenz, als sie ihn und die Bedrohung, die er darstellte, erkannte. Sie stieß ein leises, grollendes Knurren aus. Lysander umklammerte seinen Stab fester und bereitete sich auf den unvermeidlichen Zusammenstoß vor.
Plötzlich veränderte die Bestie ihre Bewegung. Lysanders Augen weiteten sich, als er ihre riesigen Kiefer sah, die Reihen gezackter Zähne enthüllten. Tief in ihrer Kehle begann sich eine unnatürliche, wirbelnde Energie zu sammeln – schwarz und violett, die sich zu einer pulsierenden Kugel verband.
Lysanders Herz setzte einen Schlag aus. Er erkannte sofort die Gefahr. Die Kugel knisterte vor dunklen Blitzen, und er spürte, wie sich die Luft um ihn herum unter ihrem Einfluss zu verzerren begann. Die Zeit schien langsamer zu vergehen, als ihm klar wurde, was passieren würde.
„Nein … das ist zu schnell!“
Lysanders Gedanken rasten, als er sah, wie die Kugel mit schrecklicher Geschwindigkeit anschwoll. Er versuchte, seinen Körper zu bewegen, aber er wusste, dass es zu spät war. Die Vorbereitungen der Bestie waren abgeschlossen und mit einem ohrenbetäubenden Brüllen schleuderte sie die Kugel los.
BWOSSSHH!!!
Die schwarz-lila Kugel schoss mit erschreckender Geschwindigkeit aus dem Maul der Bestie und zerriss den Himmel.
Lysander hatte kaum Zeit zu reagieren. Die Geschwindigkeit des Angriffs ließ ihm keinen Raum zum Manövrieren. Lysander hob sofort seinen Stab und beschwor seine Magie, um eine Schutzbarriere zu bilden.
BOOM!
Die Kugel traf seinen Schild mit einer Wucht, die Lysander erschütterte. Der Aufprall war heftig und stark. Die Lichtbarriere um ihn herum flackerte heftig, aber er war sich sicher, dass er sie halten konnte.
Lysander biss die Zähne zusammen und schüttete mehr Magie in die Barriere, aber er spürte, wie die Anstrengung zunahm. Die Kugel drückte gegen den Schild und stieß ihn durch die Luft nach hinten.
Seine Arme zitterten, als er darum kämpfte, die Barriere aufrechtzuerhalten, während das Gewicht des Angriffs wie eine vernichtende Flutwelle auf ihm lastete. Schweiß rann ihm über das Gesicht und seine Muskeln schrien vor Schmerz, aber er hielt stand.
Mit einem tiefen Atemzug verdrängte Lysander die Erschöpfung, die ihn zu überwältigen drohte. Sein Stab pulsierte mit neuer Energie. Das blaue Licht wurde immer intensiver, bis es fast blendete. Er konzentrierte sich und leitete seine Magie in die Schutzbarriere, die immer noch schwach vor ihm schimmerte. Diesmal verstärkte er den Schild nicht nur, er verwandelte ihn.
Bleib auf m-vlem|p-yr
Die Luft um ihn herum knisterte vor Elektrizität, als sich der Schild zu verändern begann. Das sanfte blaue Leuchten wurde intensiver und verwandelte sich in ein blendendes Weiß, während Blitze über seine Oberfläche tanzten. Lysander befahl ihm, zurückzuschlagen. Die Blitze schossen nach außen und prallten frontal auf die dunkle Kugel.
BOOM!
Die Kollision war gewaltig. Blitze und Dunkelheit trafen in einem heftigen Sturm aufeinander und ließen die Luft vom Aufprall erzittern. Die schwarz-violette Kugel wand sich, als der Blitz sie traf, und elektrische Entladungen durchzogen ihre sich windende Form.
Lysanders Schild, der sich nun in einen Blitzangriff verwandelt hatte, überwältigte die Kugel mit seinem unerbittlichen Angriff. Mit einer explosiven Wucht zerbrach die Kugel und zerfiel in harmlose Strähnen aus sich auflösender schwarzer Magie.
Lysander verschwendete keine Sekunde. Er hob seinen Stab hoch, während der Blitz immer noch um ihn herum knisterte wie ein Sturm, den er in seiner Hand hielt. Er konzentrierte seine gesamte verbleibende Energie und sammelte die zerstörerische Kraft des Sturms in einem einzigen verheerenden Angriff.
Mit einem Schrei, der über das Schlachtfeld hallte, entfesselte Lysander die ganze Wucht seiner Magie. Ein kolossaler Blitz schoss aus seinem Stab und zuckte mit blendender Geschwindigkeit durch den Himmel. Der Blitz zeriss die Nacht und steuerte direkt auf die riesige Bestie zu.
Die Bestie spürte die drohende Gefahr und reagierte mit überraschender Schnelligkeit. Sie hob eine ihrer massiven Hände und ein violetter Lichtimpuls begann sich in ihrer Handfläche zu sammeln. Im nächsten Moment verschmolz das Licht zu einem schimmernden Schild aus dunkler Energie.
Der Schild materialisierte sich genau in dem Moment, als Lysanders Blitz einschlug, und die beiden Kräfte prallten in einer donnernden Explosion aus Licht und Schall aufeinander.
BOOM!
Lysander runzelte überrascht die Stirn, als er die Verteidigung der Bestie sah. Der Schild hielt seinem Angriff stand und absorbierte die Wucht des Blitzes.
Für einen Moment wurde der Himmel vom intensiven Licht des Zusammenpralls erhellt, während der Blitz wütend gegen die dunkle Energie knisterte. Lysander wurde klar, dass die Bestie seinem Angriff nicht nur standgehalten, sondern ihn aktiv abgewehrt hatte.
Dies war kein hirnloses Monster, das normalerweise nur von seinem Instinkt getrieben wurde. Die Kreatur vor ihm besaß Intelligenz und die Fähigkeit, Magie einzusetzen, genau wie er. Es war ein erschreckender Gedanke, der ihm einen Schauer über den Rücken jagte.
Die gelben Augen der riesigen Bestie leuchteten mit einem wilden, raubtierhaften Licht, als sie ihren Schild senkte und ihren Blick auf Lysander richtete. Da war etwas in diesen Augen. Wie ein kaltes, berechnendes Bewusstsein. Das würde kein leichter Kampf werden.
Plötzlich stieß die riesige Bestie einen Schrei aus, griff nach dem Boden und grub ihre Klauen in die Erde. Lysander sah mit aufgerissenen Augen, wie die Kreatur mühelos einen hoch aufragenden Baum aus dem Boden riss. Dann hob die Bestie den Baum in die Luft.
Mit unglaublicher Geschwindigkeit schleuderte sie ihn auf ihn zu. Der Baum wurde zu einem tödlichen Geschoss, das wie ein riesiger Speer durch die Luft flog.
Lysanders Instinkte übernahmen die Kontrolle, er umklammerte seinen Stab fester und beschwor seine Magie. Die Luft um ihn herum summte vor Elektrizität, als er erneut einen Blitz entfesselte. Der Blitz schoss vorwärts und traf den Baum genau. In einem Augenblick zersplitterte er den Stamm und schleuderte Holzsplitter in alle Richtungen.
Doch obwohl der Baum zerstört war, verstärkte sich Lysanders Gefühl der Gefahr nur noch. Sein Blick schoss zurück zu der Bestie, und sein Herz setzte fast aus. Das riesige Tier war bereits über ihm.
In dem kurzen Moment, den Lysander gebraucht hatte, um den Baum zu zerstören, hatte die Bestie mit einem erstaunlichen Sprung die Distanz zwischen ihnen überwunden. Ihr massiger Körper schoss durch die Luft und warf einen Schatten auf Lysander, während sie sich mit erschreckender Geschwindigkeit auf ihn stürzte.
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