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Kapitel 806 Hoffnung durch Opfer und Schmerz

Kapitel 806 Hoffnung durch Opfer und Schmerz

806 Hoffnung durch Opfer und Schmerz

Das rote Wasser spritzte auf, als Rowena wieder auftauchte. Ihr Körper fühlte sich schwerer an als je zuvor. Jede Bewegung ging nur langsam, als würde das Gewicht der Tiefe noch immer wie ein Fluch an ihr hängen. Sie atmete langsam und schwer, nicht weil sie erschöpft war, sondern weil die Trauer sie zu ersticken drohte.
Mit stillen, mechanischen Bewegungen zog sie sich auf den riesigen Panzer von Callisa, wobei sich der massive Körper des Kraken unter ihrem Gewicht bewegte. „Kooooo…“, stieß das Ungeheuer einen tiefen, traurigen Laut aus, das den unausgesprochenen Verlust spürte.

Oben auf dem riesigen Panzer warteten die Umbralfiends voller Vorfreude. Das flackernde Leuchten ihrer schuppigen Haut schimmerte sanft unter dem dunklen Himmel und beleuchtete ihre besorgten Gesichter.
Einer von ihnen – ein junger Mann mit tiefen, hoffnungsvollen Augen – trat vor, seine Stimme zitterte vor Erwartung.

„Eure Majestät, habt Ihr es zurückholen können?“

Rowena nickte.

Eine Welle von erstaunten Ausrufen und erleichterten Gemurmeln ging durch die versammelten Umbralfiends. Die Gesichter hellten sich auf, die Hoffnung keimte wieder auf. Sie drehten sich zueinander und flüsterten Worte der Dankbarkeit an die Teufel und ihre gefallenen Vorfahren.
Doch dann –

Ein unbehagliches Zittern schlich sich in ihre Freude.

Die Jüngste unter ihnen – eine Frau mit weichen blauen Schuppen, die sich über ihre Arme wogen – runzelte die Stirn, während ihre Augen hin und her huschten.
„Aber ich kann unsere Königin nicht spüren“, sagte sie mit unsicherer und besorgter Stimme.

Stille.

Die anderen erstarrten, ihr Lächeln verschwand, als ihnen langsam wie eine eisige Flut die Erkenntnis dämmerte.

Rowena brachte es nicht über sich, sie anzusehen.

Sie biss die Zähne zusammen, unterdrückte den Kloß in ihrem Hals und sprach schließlich mit leiser, schwerer Stimme.
„Es tut mir leid.“

In dem Moment, als die Worte ihre Lippen verließen, schien die ganze Welt langsamer zu werden.

„Eure Königin … sie … sie hat sich geopfert, damit ich zurückkehren konnte.“

Die Luft wurde eisig kalt.

Scharfe, zerreißende Schreke schallten durch die Nacht. Einige taumelten zurück, ihre Glieder wurden weich. Andere fielen auf die Knie, die Augen vor Entsetzen weit aufgerissen.
Ein junger Krieger umklammerte seine Brust und rang nach Luft, während eine ältere Frau in die Knie sank. Tränen traten ihnen in die Augen, die Last des Verlustes war zu groß, um sie zu ertragen.

Einer von ihnen – ein Junge, der nicht älter als sechzehn sein konnte – ballte die Fäuste so fest, dass seine Fingernägel sich in sein Fleisch gruben und Blut floss.
„Nein …“, flüsterte er mit zitternder Stimme. „Nein, das darf nicht wahr sein …“

Rowena senkte den Kopf. Der Schmerz in ihren Augen war wie Dolchstiche in ihrer Brust.

Die Umbralfiends reagierten trotz ihrer Trauer nicht aggressiv. Sie gaben ihr keine Schuld, sondern sich selbst, weil sie nicht stark genug waren, ihre Königin zu beschützen.
Sie wussten, dass ohne die Blutbrandkönigin keiner von ihnen mit dem Kraut lebend zurückgekehrt wäre.

Eine der Ältesten, eine ältere Frau mit silbernen Strähnen in ihrem langen, dunklen Haar, trat langsam und zittrig vor.

Sie schluckte schwer, ihre Stimme war heiser, aber fest.

„Bitte entschuldige dich nicht, Eure Majestät.“

Rowenas Blick schoss nach oben und traf den der Ältesten.
„Ich bin sicher, du hast dein Bestes gegeben“, sagte die Frau mit trauriger Stimme. Sie drückte eine zitternde Hand gegen ihr Herz, bevor sie sich tief verbeugte.

„Du bist trotzdem zurückgekommen, um unsere Prinzessin zu retten. Dafür sind wir dir auf ewig dankbar.“

Rowena presste die Kiefer aufeinander und ballte die Finger zu Fäusten. Die Dankbarkeit in ihren Augen verstärkte ihren Schmerz nur noch.
Aber sie unterdrückte ihn. Jetzt war nicht die Zeit zu trauern.

„Wo ist Isola?“, fragte sie mit kalter, aber dringlicher Stimme. „Ich werde das selbst tun.“

Der Älteste nickte schnell. „Sie ist in Callisas Bauch, in Sicherheit.“

Wie auf ein Stichwort hin stieß die Krake einen leisen, hallenden Schrei aus, während ihr massiver, gepanzerter Körper unter ihnen zitterte.

„Kooooo …“
Es war ein trauriger Laut, ein Laut der Trauer, des Verlusts.

Aber es war auch ein Ruf des Vertrauens.

Callisas riesiger Schlund öffnete sich langsam und gab den Eingang frei.

Rowena zögerte nicht. Sie nickte dem Ältesten zu, bevor sie hinunterstieg und in der Dunkelheit von Callisas wartendem Mund verschwand.

In dem Moment, als Rowena eintrat, schloss sich Callisas Mund.

Dunkelheit.

Dann –
Eine Wasserwelle schwappte nach vorne und umhüllte sie. Sie wehrte sich nicht.

Das junge Biest führte sie.

Rowena ließ sich von den Strömungen tiefer in die pulsierenden Tunnel aus lebendem Fleisch ziehen. Die Wände von Callisas Innerem waren glatt, wellig und atmeten.

Das schwache, leuchtende Glühen aus den inneren Kammern des Wesens warf wechselnde Schatten entlang der organischen Gänge.

Rowena nahm das kaum wahr.

Ihre Gedanken waren bei Isola.

Endlich bewegte sich das Wasser und legte sie sanft auf eine weiche, fleischige Oberfläche.
Rowena stand auf, ihre Stiefel versanken leicht in dem nachgiebigen, lebenden Boden.

Vor ihr lag eine riesige Kammer, deren Mitte von einem massiven, pulsierenden Organ dominiert wurde, das in einer schimmernden Flüssigkeit schwebte. Ein trübes grünes Licht strahlte von ihm aus und tauchte den gesamten Raum in ein unheimliches, ätherisches Leuchten.

Callisas Lebensperle.

Aber Rowenas Blick blieb nicht darauf haften.

Ihr Blick fiel sofort auf Isola.
Sie lag regungslos auf dem weichen, organischen Boden, ihr leuchtend mondweißes Haar schwebte wie Seidensträhnen im Wasser, das sie umgab.

Ihre blasse Haut sah fast geisterhaft aus. Zu regungslos.

Rowena eilte vorwärts und sank neben ihr auf die Knie.

„… Isola …“

Ihre Stimme war kaum zu hören.
Sie streckte die Hand aus, ihre Finger schwebten über Isolas Wange, bevor sie endlich Kontakt herstellten. Die Haut war zu kalt.

Ihr Atem stockte.

Sie verschwendete keine Sekunde mehr.

Mit ruhigen Händen zog sie die Phiole mit den letzten Resten des Elixiers der Ahnen heraus.

„Halte durch, Isola …“, flüsterte Rowena mit brennenden Augen.
Rowena öffnete die Phiole, und die leuchtende Flüssigkeit darin wirbelte wie geschmolzener Sternenstaub. Das dunkle, ätherische Leuchten des Elixiers der Ahnen tauchte ihre Hände in schimmerndes Blau, und die Flüssigkeit schien fast zu summen, als würde sie von einer uralten, vergessenen Kraft widerhallen.
Sie hob Isolas zerbrechlichen Körper hoch und wiegte sie, als wäre sie aus feinstem Glas. Ihr Gesicht war blass, ihr Atem kaum noch zu spüren, ihr Körper beunruhigend regungslos.

Rowenas Kiefer presste sich zusammen.

Das Elixier war dickflüssig, schwerer als Wasser, seine Konsistenz fast wie flüssiges Mondlicht. Aber sie wusste, dass sie es nicht einfach in Isolas Mund gießen konnte, da es möglicherweise nicht richtig hinunterfließen würde.
Rowenas Herz pochte.

Wenn ihr Körper das Elixier nicht annehmen würde …

Nein.

Das würde sie nicht zulassen.

Es gab nur einen Weg.

Ihre Augen brannten vor Entschlossenheit, als sie das Elixier in ihren eigenen Mund goss.

Dann schob sie Isolas Haare aus ihrem Nacken, senkte den Kopf und streckte ihre Reißzähne aus.
Ihre Lippen schwebten über der weichen Haut von Isolas Hals. Sie zögerte – nicht aus Angst, nicht aus Zweifel –, sondern weil sie wusste, was das für sie bedeuten würde.

Das war gefährlich. Lebensgefährlich.

Das Elixier der Ahnen war kein gewöhnliches Heilmittel – es war stark, roh, ungezähmt … mehr als ein gewöhnlicher Deviar. Wenn es nicht richtig aufgenommen wurde, konnte es den Körper von innen zerstören, einschließlich ihres ungeborenen Kindes.
Aber Rowena hatte keine Wahl.

Sie biss zu.

Ihre Reißzähne durchbohrten die zarte Haut und versanken in der pulsierenden Vene darunter.

Ein scharfer, elektrischer Schlag durchfuhr Rowenas Körper.

Ihre Sicht verschwamm, ihr Verstand brannte, als die Kraft des Elixiers in sie eindrang, obwohl sie es gleichzeitig in Isolas Blutkreislauf injizierte.
Ein brennender Schmerz brach in ihrer Brust hervor, breitete sich in ihren Gliedern aus und bohrte sich bis in ihre Knochen. Ihr Atem stockte, als sie jede Faser ihres Körpers anstrengte, um sicherzustellen, dass er nicht ihren Bauch erreichte.

Sie fühlte sich, als würden ihre Adern von innen in Flammen stehen, als würde das Elixier sie auf die Probe stellen und versuchen, ihren Willen zu brechen.

Ihre Finger zitterten und krallten sich fester in Isolas Schultern.
Sie würde nicht aufhören.

Sie hatte schon Schmerzen ertragen, die jenseits aller Vorstellungskraft lagen.

Aber das hier – das war schlimmer.

Es war, als würde sie in einem Meer aus Licht ertrinken, während etwas Uraltes, etwas Monströses versuchte, sie von innen heraus zu zerreißen.

Ihr Verstand schwankte.

Sie konnte Flüstern hören.

Leise, hohle Stimmen, die in den Tiefen ihres Bewusstseins herumwirbelten.

Schreie, die längst verhallt waren.

Rowena zwang sich, sich zu konzentrieren, und biss die Zähne zusammen, um dem unerträglichen Druck standzuhalten.

Sie würde sich nicht vom Elixier überwältigen lassen.

Nicht, wo sie so nah dran war.

Nicht, wo Isola so nah war.
Normalerweise dauerte es Tage, Wochen oder Monate, um etwas so Göttliches und Mächtiges zu absorbieren. Aber da Isola nicht mehr viel Zeit blieb und nicht bei Bewusstsein war, um es selbst zu tun, musste sie den Prozess beschleunigen, auch wenn sie damit drei Leben riskierte.

Sie musste Isolas Körper dabei helfen, es zu absorbieren.

Wäre jemand auch nur ein bisschen schwächer gewesen als Rowena, hätte sein Körper implodieren können, bevor er es überhaupt bemerkt hätte.
Stunden vergingen, und gerade als Rowena das Gefühl hatte, ihr Körper würde zerbrechen …

Ein Wunder.

Isolas Körper zuckte leicht, und ein schwacher Puls schlug unter Rowenas Lippen.

Die Farbe kehrte in Isolas Haut zurück, die kränkliche Blässe verschwand und wurde durch einen sanften, gesunden Glanz ersetzt.

Ihr Haar schimmerte, die Strähnen wurden noch lebendiger.

Dann wurde der Glanz intensiver.
Ein dämmerndes blaues Leuchten explodierte aus ihrer Haut und tauchte den ganzen Raum in ein dunkles, himmlisches Licht.

Rowena musste sich losreißen, keuchend, ihre Lippen mit leuchtenden Spuren des Elixiers befleckt.

Sie stolperte rückwärts, ihr Körper zitterte noch immer von der Anstrengung, von den nachhallenden Flüstern, die an den Rändern ihrer Vernunft kratzten.

Mit der Anmut der Teufel schaffte sie es, sich in Sicherheit zu bringen.
Isolas Brust hob sich.

Einmal.

Zweimal.

Dann –

Ein langsamer, leiser Atemzug entwich ihren Lippen.

Ihre Wimpern flatterten auf und enthüllten diese auffälligen, leuchtend saphirblauen Augen.

Sie blinzelte verwirrt, als würde sie aus einem tiefen, endlosen Schlaf erwachen.

Ihr Blick wanderte unkonzentriert umher, bis er auf Rowena fiel.

Einen Moment lang starrte sie sie einfach nur an.
Dann – ein kleines, zerbrechliches Lächeln umspielte ihre Lippen.

„… Rowena …“

Rowena erstarrte.

Ihr ganzer Körper erschlaffte, der Schmerz, die Erschöpfung, die Angst – alles verschwand in einem Augenblick.

Sie hatte sich auf das Schlimmste vorbereitet.

Aber jetzt, wo sie Isola wach sah und ihre Stimme hörte –

Rowena erlaubte sich endlich zu atmen.

Ihre Schultern sanken herab, ihr Blick wurde weicher.
Und dann –

zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit – lächelte sie.

Ein kleines, warmes, erleichtertes Lächeln, während ihre Sicht langsam verschwamm.

Sie hatte sie gerettet.
Und in diesem Moment zählte nichts anderes mehr.

Absolut nichts.

Endlich ist sie zurück…

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Resurgent

Gedanken des Autors

Der verdammte Dämon

Der verdammte Dämon

Bewertung: 10
Status: Ongoing Autor: Illustrator: Erscheinungsjahr: 2024 Originalsprache: German
Als Held gestorben, als Dämon wiedergeboren... Der stärkste Held der Welt hat den Dämonenkönig besiegt, den mächtigsten Dämon, der je auf der Erde aufgetaucht ist. Er hat etwas geschafft, was kein anderer Held je geschafft hat. Aber leider hat der Held nicht damit gerechnet, dass seine eigene Freundin, seine eigenen Freunde und die Organisation, der er vertraut hat, sich plötzlich gegen ihn wenden und versuchen würden, ihn zu töten. Das war der härteste Schlag, den er je in seinem Leben bekommen hat. Er gab dennoch nicht auf und versuchte, sich zu behaupten, aber sie waren gut vorbereitet und er geriet in ihre Falle. Er kämpfte bis zum Tod, nur um sich in den Körper eines Dämons wiederzufinden! Wer hätte gedacht, dass er der Ehemann der Dämonenkönigin werden würde! Das Leben als königlicher Gemahl war jedoch alles andere als einfach. Lies weiter, um herauszufinden, wie er diejenigen überwinden wird, die ihn unterdrücken wollen, und endlich seine Rache bekommt. ===== Discord-Link https://discord.gg/HjWkd4nB3z ===== Der Roman "The Damned Demon" ist ein beliebter Light Novel aus dem Genre Fantasy. Geschrieben vom Autor Resurgent geschrieben. Lies den Roman "The Damned Demon" kostenlos online.

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