Währenddessen war auf der anderen Seite des riesigen Waldes der Kampf zwischen Eccar und Krevak auch auf dem Höhepunkt. Der Boden und die Natur unter ihnen waren verbrannt und zerfetzt. Die Erde leuchtete schwach von der Hitze ihrer Magie, die mit voller Kraft aufeinanderprallte.
Eccar stand immer noch da wie ein riesiger gepanzerter Titan aus Stein und Schuppen. Aber trotz seiner unglaublichen Größe und Stärke waren seine Schuppen, die ihn sonst immer beschützten, jetzt mit brennenden Verbrennungen und tiefen Kratzspuren übersät. Das goldene Feuer, das an seinem Körper klebte, zischte und knisterte und hinterließ geschmolzene Spuren, während es sich wie ein unerbittlicher Parasit durch seine Schuppen fraß.
In der Mitte schwebte Krevak mit einer Aura kalter Dominanz und einem breiten Grinsen im Gesicht. Sein Mantel schimmerte mit einem unnatürlichen goldenen Glanz. Hinter ihm pulsierte noch schwach die Macht des goldenen Skeletts.
Diese goldene Energie aus dem Skelett schlängelte sich in lodernden Bögen um ihn herum und speiste seine Flammen. Sein goldenes Feuer flammte heller auf, als er es zu sich windenden Ranken formte, die durch die Luft peitschten und alles verbrannten, was sie berührten.
Eccar grunzte, seine riesigen Klauen gruben sich in den Boden, während sein Schwanz hinter ihm auf den Boden schlug. Die sengende Hitze um ihn herum verlangsamte seine Bewegungen, aber das Feuer schwächte ihn nicht. Nein, Eccar fühlte sich nicht schwach. Wenn überhaupt, dann schürte die Qual der goldenen Flammen nur den Sturm der Wut, der sich in ihm zusammenbraute und erst vor wenigen Augenblicken aufgetaucht war.
Goldene Ranken peitschten erneut auf ihn zu, ihre Ränder brannten so intensiv, dass sie fast weißglühend schimmerten. Mit einem grollenden Knurren schwang Eccar seinen Schwanz in einem gewaltigen Bogen und schlug mehrere der Ranken in der Luft ab. Die abgetrennten Flammen zerplatzten in goldener Glut, aber die verbleibenden Ranken wickelten sich erneut um ihn und fesselten ihn.
Sie wickelten sich um seine Arme, seinen Hals, seine Beine und brannten sich in die steinartigen Schuppen seiner Drachenform.
Krevak grinste von oben herab. „Selbst die Erddrachen zerfallen vor meinen Flammen!“, sagte Krevak, während er seine Arme weit ausbreitete.
Er ballte seine Faust, und die Ranken zogen sich zusammen und zwangen Eccars massigen Körper auf die Knie.
Der Boden unter dem Drachen ächzte und sank unter seinem Gewicht ein, während die Flammen weiter auf ihn einprasselten.
Eccars Knurren wurde tiefer und dunkler. Seine leuchtenden bernsteinfarbenen Augen fixierten Krevak mit unerbittlichem Hass. In diesen Augen war kein Schmerz zu sehen, nur Wut.
„Du redest zu viel!“, donnerte Eccars Stimme, und jedes Wort vibrierte in der Luft wie rollender Donner.
Dann, in einer Bewegung, die Krevak verblüffte, warf Eccar den Kopf zurück, seine Brust schwoll an, während Risse aus geschmolzenem Licht über seinen Körper huschten.
Krevak biss die Zähne zusammen und die goldenen Feuerranken zogen sich weiter zusammen, ihre Hitze wurde intensiver, aber sie konnten nicht aufhalten, was kam.
Mit einem Brüllen, das den Himmel zeriss, entfesselte Eccar seine Kraft.
Die Erde bebte heftig unter ihm, als massive Säulen aus geschmolzenem Gestein aus dem Boden schossen. Die goldenen Ranken, die ihn fesselten, wurden von der plötzlichen Welle der Kraft zerschmettert. Magmaströme explodierten nach oben und schossen wie bei einem Vulkanausbruch spiralförmig in den Himmel. Das goldene Feuer, das Eccar umhüllt hatte, wurde von der puren Elementarkraft des Erddrachen auseinandergerissen.
Krevaks selbstgefälliger Ausdruck verschwand. Er sprang zurück und bildete mit seinen goldenen Flammen eine Schutzbarriere, als die vulkanische Kraft ihn zu verschlingen drohte. Das Schlachtfeld selbst verwandelte sich. Krater aus geschmolzenem Gestein leuchteten orange und Magmaströme schlängelten sich über die Erde und verwandelten sie in einem Augenblick in ein Meer aus Feuer und Stein.
Eccar richtete sich wieder zu seiner vollen Größe auf, seine Schuppen glühten noch schwach von den Verbrennungen, strahlten nun aber ein feuriges rotes Licht aus, als wäre der geschmolzene Kern der Erde selbst eins mit seinem Körper geworden. Sein Atem kam in zischenden Dampfwellen und die Erde barst und ächzte bei jedem Schritt, den er auf Krevak zuging.
„Du glaubst, deine Macht kann mich brechen?“, knurrte Eccar, seine Stimme ein bedrohliches Grollen wie das eines Drachen. „Ich bin die Erde unter deinen Füßen. Ich bin das Feuer in ihrem Kern. Und du?“ Sein Maul verzog sich zu einem höhnischen Grinsen. „Du bist nichts als ein Parasit, der die Kraft seines toten Gottes aussaugt!“
Krevak hörte diese Worte und runzelte die Stirn, während seine goldenen Flammen heftig aufflammten und er seine Arme ausstreckte. Die Luft um ihn herum flimmerte vor strahlender Hitze und goldene Feuerbälle bildeten sich und wirbelten wie kleine Sonnen um seinen Körper.
„Und du bist nichts als eine Bestie, die sich an eine sterbende Welt klammert! Deine Art stirbt aus, und du wirst ihnen folgen!“, spuckte Krevak mit wütender Stimme. Mit einer plötzlichen Bewegung schleuderte er die erste Kugel auf Eccar.
Der goldene Feuerball schoss wie ein Komet durch die Luft. Eccar knurrte und schwang eine seiner massiven Klauen, um den Angriff abzuwehren.
BOOM!
Die Kugel explodierte beim Aufprall und eine Explosion aus goldenem Feuer brach um ihn herum aus, aber Eccar tauchte unversehrt aus den Flammen auf.
Bevor Krevak reagieren konnte, stürzte sich Eccar nach vorne. Seine Geschwindigkeit war trotz seiner Größe erstaunlich. Der Boden unter ihm barst und zerbrach, als er sich auf seinen Feind stürzte und geschmolzene Krater hinterließ.
Krevak beschwor eine zweite, größere Kugel aus goldenem Feuer in seinen Handflächen. Doch bevor er sie loslassen konnte, schlug Eccars Klaue mit einer Wucht auf Krevaks Barriere, die wie eine Schockwelle durch die Luft ging. Krevak stöhnte, als der Aufprall ihn nach hinten schleuderte und sein goldenes Feuer unregelmäßig flackerte.
Die beiden Kämpfer rutschten an entgegengesetzte Enden des Schlachtfeldes und keuchten schwer. Rauch und Asche hingen dicht in der Luft zwischen ihnen. Das Schlachtfeld war jetzt eine Landschaft der Zerstörung voller Krater, geschmolzener Flüsse und zerfetzter Erde, die sich so weit das Auge reichte.
Eccars Schuppen waren zwar versengt, leuchteten aber heftig mit geschmolzenen Adern seltsamer Kraft, seine Wut wurde zu einer Kraft, die durch seinen Körper strömte.
Krevak schwebte ein paar Meter über dem Boden, sein goldenes Fell war an einigen Stellen versengt und zerrissen, aber seine Augen brannten immer noch vor Entschlossenheit und Wut.
Für einen kurzen Moment bewegte sich keiner von beiden. Beide starrten sich an.
Und dann stürmten sie wieder los, wie ein einziges Tier.
Die Erde bebte unter Eccars Gewicht, seine Klauen rissen sich durch den geschmolzenen Boden, während er vorwärtspresste.
Krevak flog auf ihn zu, das goldene Feuer brannte heller.
Eccar wusste nicht, woher diese Wut kam, diese unerschöpfliche Kraft, die durch seine Adern floss. Er dachte nicht darüber nach – er konnte nicht darüber nachdenken. Nicht, während Krevak mit selbstgefälliger Miene über ihm schwebte. Das war der Mann, der ihn gefangen genommen, gefoltert und verspottet hatte.
Der Kampf ging weiter. Mit jedem Schwung seiner Klauen und jedem Magmaausbruch aus dem Boden schwoll die Wut in ihm weiter an.
Aber etwas Tieferes regte sich unter der Oberfläche, versteckt in den Rissen seines Bewusstseins.
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Erend kämpfte unter ähnlichen Bedingungen wie Eccar, seine roten und blauen Drachenschuppen glänzten unter dem brennenden Himmel. Sein Herz pochte wie eine Kriegstrommel.
Und genau wie Eccar brannte auch in ihm diese seltsame Wut, die ihn stärker, schneller und brutaler machte.
In seinem Kopf schwirrte nur ein einziger Gedanke herum: „Zerstören. Gewinnen. Alles zu Asche verbrennen, wenn es sein muss!“
Erend stellte dieses Gefühl nicht in Frage. Das ist ganz natürlich, sagte er sich. Er war ein Drachengebürtiger. Er war dafür geschaffen. Er musste kämpfen!
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Kaelor kann nur aus seiner Dimension zusehen. Er kann nicht weiter eingreifen. Er beobachtet die Kämpfe, die sich vor ihm abspielen. Sein Gesichtsausdruck verdüstert sich.
Er sieht die Wahrheit, die unter der Oberfläche ihrer Macht lauert.
Kaelor spürt die immensen Kräfte, die hier am Werk sind. Die beiden Drachengeborenen sind Naturgewalten. Unaufhaltsam, ursprünglich und wütend.
„Zu wütend.“
Er wusste, dass so etwas passieren würde, als sie den Sulaeran Dragnar betraten, bevor sie irgendetwas verstanden hatten.
Die Verderbnis.
Kaelor konnte den Makel sehen, der jeden ihrer Schritte und jeden ihrer Schwünge durchzog. Die Wut, die Erend und Eccar verzehrte, war nicht natürlich, egal wie sehr sie auch das Gegenteil glauben mochten.
Kaelors Kiefer presste sich zusammen. Er hatte das schon einmal gesehen.
„Verdammt“, flüsterte er vor sich hin.
Es war der Fluch ihrer Art. Dieser verderbliche Wahnsinn, der tief in ihren Seelen lauerte, ein Überbleibsel der uralten Macht, die sie an die Welten band, die sie beschützten. Dieselbe Macht, die die Drachengeburtigen zu unaufhaltsamen Kriegern machte, hatte auch einen dunklen Preis.
Sie nährte ihre Wut, verstärkte ihre Kraft, aber dabei flüsterte sie ihnen auch ins Ohr. Eine leise, heimtückische Stimme, die ihnen mehr Macht versprach … wenn sie sich nur ergäben.
Zuerst war die Verderbnis subtil, fast nicht wahrnehmbar. Ein Aufblitzen von Wut, ein Moment des Urinstinkts. Aber im Kampf, wenn das Feuer des Überlebens oder der Wut höher loderte, wuchs sie. Sie schwärzte. Und diejenigen, die sich ihr hingaben und sich ihr verloren, wurden verschlungen.
Ihre Stärke verzehnfachte sich, aber ihr Verstand zerbrach und ließ sie als hohle, wütende Bestien zurück, die nicht mehr Herren ihrer eigenen Macht waren, sondern Sklaven derselben.
Kaelor ballte seine ätherischen Fäuste. Er wusste, dass Erend und Eccar die Kraft hatten, um zu gewinnen. Sie hatten genug Macht, um sogar die Avatare der Sechs Säulen der Herrschaft zu besiegen.
Aber das war nicht die Gefahr, die ihm Sorgen machte.
„Die wahre Gefahr liegt in ihnen selbst.“
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