Svetlanas Augen, die voller Hass und Schmerz waren, fixierten Erend, der über ihr stand und einen langen Schatten auf sie warf. Eccar war nur ein paar Schritte hinter ihm, immer noch vorsichtig, während er langsam näher kam.
Die Angst, die Svetlana einst empfunden hatte, als sie dem Drachenblütigen gegenüberstand, war nun verschwunden und hatte roher Verzweiflung und brennendem Hass Platz gemacht. Ihr Körper zitterte, nicht vor Angst, sondern vor Trauer und Wut beim Anblick der leblosen Gestalt ihrer Schwester.
„Ihr Monster!“, spuckte sie, während ihr die Tränen über die Wangen liefen und ihre Stimme brach. „Ihr nennt uns Zerstörer, aber schaut euch an, was ihr angerichtet habt!
Meine Schwester, meine einzige Familie! Ihr habt sie abgeschlachtet, als wäre sie nichts wert!“
Ihre Schreie hallten über das Schlachtfeld, und für einen Moment blitzte Zweifel in den Augen von Erend und Eccar auf. Entdecke Geschichten auf mvl
Erend verspürte einen Stich tief in seiner Brust, einen kurzen Moment des Mitleids. Die Trauer in ihrer Stimme war echt, und er fragte sich fast, ob sie zu weit gegangen waren.
Doch dann kam ihm wieder in den Sinn, warum sie kämpften. Nicht ihre Art war hierhergekommen, um zu zerstören, sondern ihre. Sie konnten es sich jetzt nicht leisten, zu schwanken.
„Tu nicht so, als wärst du hier das Opfer“, sagte Erend mit kalter Stimme, während hinter seinen Augen eine Flamme der Wut brodelte. „Du und deine Schwester seid in unsere Welt gekommen und habt gedroht, sie zu zerstören. Wir haben uns verteidigt.“
Eccar nickte. „Antwortet uns, und wir gewähren euch einen schnellen Tod. Lehnt ihr ab, wird euer Leiden viel schlimmer sein.“ Seine Stimme klang wie das Knirschen von Steinen, unerbittlich und fest.
Svetlana starrte sie an, ihre Augen brannten vor Hass, aber ihre Lippen zitterten. Sie schwieg einen Moment lang, während Angst und Wut in ihr kämpften.
Doch dann verlor Erend, der noch immer in der Hitze des intensiven Kampfes stand, die Geduld. Er schloss die Distanz und streckte die Hand aus, um sie an der Kehle zu packen. Sein Griff war fest, Flammen schlängelten sich um seine Finger, während seine Augen mit einem wilden Licht brannten.
„Sag es! Wo versteckt sich dein Meister?“, verlangte er mit knurrender Stimme und verstärkte seinen Griff, während er sich ihr näherte.
Svetlanas Augen verengten sich, dann spuckte sie ihm mit einem trotzigen Grinsen ins Gesicht.
„Lieber sterbe ich, als dir irgendetwas zu sagen, Drachenblut. Du und deine Art seid nichts als Zerstörer!“, zischte sie. „Deine Vorfahren haben mein Volk abgeschlachtet, uns wie Tiere gejagt. Ihr wart schon immer Vorboten der Zerstörung. Diejenigen, die alles auslöschen, was euch im Weg steht!“
Erends Augen weiteten sich leicht und er lockerte seinen Griff ein wenig, während er einen Blick auf Eccar warf. Verwirrung huschte über ihre Gesichter.
„Vorgänger? Wovon redest du?“, fragte Erend, als er Svetlana wieder ansah, seine Stimme klang ehrlich überrascht.
Svetlanas Blick war voller Verachtung. „Du weißt es wirklich nicht, oder? Eure Art, die Drachengeburt, hat einst unsere Welt verwüstet. Ihr habt meine Verwandten abgeschlachtet und nur Ruinen und Asche hinterlassen. Und jetzt seid ihr wieder hier und wiederholt den Kreislauf.“ Sie hustete, ihre Stimme war schwach, aber voller uralter Schmerzen. „Ihr wart schon immer Zerstörer, und das werdet ihr bleiben, bis der letzte von euch verschwunden ist!“
Eccar runzelte die Stirn. „Davon haben wir noch nie gehört. Unsere Geschichte erzählt von Frieden und der Verteidigung der Reiche.“
Svetlana lachte bitter, ihre Augen waren leer. „Lügen. Ihr kennt euer eigenes Erbe nicht. Und ich werde dafür sorgen, dass ihr dafür bezahlt. Der Tod meiner Schwester wird nicht umsonst gewesen sein.“
Erend und Eccar schauten sich an, und Unsicherheit machte sich breit. Das war das erste Mal, dass sie von anderen Drachengeborenen und ihrer angeblich dunklen Vergangenheit hörten. Einen kurzen Moment lang standen sie da und wussten nicht, wie sie reagieren sollten.
Doch dann trieb ihn die Wut, die immer noch in seinen Adern brodelte, voran. Erend schob die Unsicherheit beiseite. Er konzentrierte sich auf das, was jetzt am wichtigsten war, nämlich diese Welt zu beschützen.
Selbst wenn an Svetlanas Worten etwas Wahres dran war, glaubte er tief in seinem Inneren, dass das, was die Drachengeburt ihnen in der Vergangenheit angetan hatte, notwendig gewesen sein musste. Die Bedrohung, der sie jetzt gegenüberstanden, war klar, und Zögern könnte sie alles kosten.
Erend sah Eccar in die Augen, der seinen Blick mit einem verständnisvollen Nicken erwiderte. Es gab keinen Platz für Gnade, keinen Raum für Zweifel. Sie hatten die Pflicht, dies zu beenden und das Überleben ihrer Welt zu sichern.
Ohne ein weiteres Wort verstärkte Erend seinen Griff, und Flammen schlugen an seinem Arm empor. Mit einer einzigen schnellen Bewegung brach er Svetlana das Genick.
Ein widerlicher Knack war zu hören, dann rollte ihr Kopf auf den Boden, während ihr Körper erschlaffte. Ihre leblose Gestalt sank zu Boden, der Hass und die Trauer in ihren Augen waren im Tod erstarrt.
Auf dem Schlachtfeld herrschte Stille, und die letzten Reste der dunklen Energie lösten sich in Luft auf. Erend und Eccar standen über ihrer Leiche.
Dann richteten Erend und Eccar ihren Blick zum Himmel, wo sich über ihnen ein unheilvoller rot-schwarzer Wirbel bildete. Seine rasende Drehung verstärkte sich plötzlich, und die schwarzen Blitze darin schlugen in schnellen Salven nieder und zischten durch den dunklen Himmel.
Sie warfen sich einen grimmigen Blick zu, denn sie wussten, dass die wahre Schlacht kurz bevorstand. Die letzte Konfrontation mit der Großen Katastrophe würde bald beginnen.
Doch trotz ihrer Bereitschaft machte sich Angst in ihren Herzen breit, denn sie hatten immer noch nicht die Quelle seines Lebens entdeckt, den Schlüssel, um alles zu beenden.
Dann begann der Wirbel in einem Augenblick zu schrumpfen. Er zog sich rasch zusammen, seine riesige Form brach nach innen zusammen, bis er nur noch einen Durchmesser von fünf Metern hatte, ein krasser Gegensatz zu seiner einst kolossalen Ausdehnung von hundert Metern. Die plötzliche Veränderung löste eine Welle der Unruhe auf dem Schlachtfeld aus.
Selbst aus der Ferne konnten sie spüren, wie die Spannung stieg. Diejenigen innerhalb der Palastmauern, die mit angehaltenem Atem zusahen, verspürten dieselbe wachsende Angst.
Sie waren sich alle sicher, dass die Veränderung des Wirbels kein Zeichen des Rückzugs war, sondern eine Warnung, ein Vorzeichen dafür, dass sich die darin verborgene Macht bald offenbaren würde.
Erend ballte die Fäuste, Flammen flackerten um sie herum, während er sich auf den nächsten Schritt vorbereitete.
„Was auch immer passiert, ich kann dieses Ding nicht gewinnen lassen“, sagte er mit entschlossener Stimme.
Eccar nickte.
Sie machten sich bereit. Diese Katastrophe war noch lange nicht vorbei.
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