Hubert, Groot, zusammen mit einem schwarzhaarigen Transmigranten in Huberts Diensten und ein paar Leibwächtern.
Auf der anderen Seite stand Rebecca, begleitet von einer Gruppe von Beamten aus der Stadt.
„Frau Rebecca, es gibt Gerüchte, dass Lyss City die örtlichen Kaufleute nicht aus der Stadt lässt. Verstößt das nicht gegen die Regeln des Rates?“, fragte Hubert lächelnd.
Das Gebiet der Menschen ist nur begrenzt groß.
Ob Adlige oder wohlhabende Geschäftsleute, ihre Beziehungen sind ein kompliziertes Geflecht.
Einige arbeiten aus Interesse zusammen, andere sind durch Heiraten miteinander verbunden.
Um es ganz offen zu sagen: Rebeccas Abriegelung der Stadt und die stadtweite Jagd auf die Gesichtslosen sind längst in anderen Städten bekannt geworden.
„Es ging lediglich darum, die Gesichtslosen zu jagen. Nach dieser Zeit wurden die Stadttore für alle geöffnet. Jeder kann kommen und gehen, wie er will“, antwortete Rebecca ruhig.
Hubert hakte weiter nach und fragte nach den Ereignissen in der Stadt.
Rebecca fand immer eine logische und einleuchtende Erklärung dafür.
Hubert wechselte abrupt das Thema und sagte: „Frau Rebecca, ich bedauere zutiefst, was mit Lord Aubrey passiert ist, aber gemäß den Gesetzen des Rates kannst du leider nicht mehr hierbleiben. Der Rat wird bald einen neuen Stadtfürsten ernennen, der Lyss City regieren wird.“
Als diese Worte seinen Mund verließen, wurde es still im Raum.
Die anwesenden Stadtbeamten schlossen sofort den Mund, niemand wagte ein Wort zu sagen.
In den letzten Tagen hatte Rebecca ein Blutbad in der Stadt angerichtet.
Eine Frau, die Amok läuft, ist noch furchterregender als ein Mann.
Gerade als alle gespannt darauf warteten, was als Nächstes passieren würde, lächelte Rebecca und sagte: „Der Rat braucht sich darüber keine Sorgen zu machen. Bevor Lord Aubrey starb, hat er ein Testament hinterlassen, wonach nach seinem Tod ein neuer Stadtvorsteher seine Nachfolge antreten soll.
Dieser neue Stadtvorsteher hat schon eine wichtige Position in der Stadt und kennt sich super in den Angelegenheiten von Lyss City aus.“
Hubert runzelte kurz die Stirn: „Oh? Ist das so?“
„Außerdem habe ich den neuen Stadtvorsteher schon geheiratet. Auch das war ein Wunsch von Aubrey vor seinem Tod …“, sagte Rebecca in einem lockeren Tonfall.
Es war, als hätte die Angelegenheit nichts mit ihr zu tun, als würde sie einfach einen vorab geschriebenen Text vortragen.
Hubert und Groot, unter anderen, weiteten die Augen.
Sie waren erstaunt über Rebeccas Antwort.
Aber Hubert verstand warum. Aubrey war in der Tat ein Marionetten-Stadtvorsteher gewesen, und nach seinem Tod wurde im Grunde nur eine Person ausgetauscht.
Was ihn schockierte, war, wie gelassen Rebecca mit diesen Angelegenheiten umging.
Im Vergleich zu den vergangenen Jahren, in denen Rebecca eine Show abgezogen hatte, schien sie nun nicht mehr schauspielern zu wollen.
Sie hielt sich einfach an die Regeln und ließ keinen Raum für Kritik.
„Hehe! Ich bin schon sehr gespannt auf diesen neuen Stadtfürsten“, kicherte Hubert zweimal und lehnte sich in seinem Stuhl zurück.
Nach einer Weile
hallte das Geräusch schneller Schritte durch den Flur.
Sofort marschierte eine Gruppe goldgerüsteter Soldaten herein.
Hubert riss die Augen auf. „Was ist los im Bankettsaal?“, dachte er.
Bevor er Rebecca fragen konnte, kam Fang Hao, bewacht von drei Helden, herein.
Rebecca lächelte sanft, drehte sich zur Menge um und sagte: „Herr Hubert, Herr Groot, das ist mein Mann und der aktuelle Stadtfürst von Lyss City, Fang Hao.“
Klirrr!
Als er diesen Namen hörte, wurde der schwarzhaarige Diener, der neben Hubert saß, plötzlich ganz steif.
Sein Weinglas fiel auf den Tisch und spritzte blutroten Fruchtwein in alle Richtungen.