Angst lag in der Luft und nahm beiden den Atem. Adrius spürte, wie sie schwer auf seinem erschöpften Körper lastete, und neben ihm war Lysanders Wut etwas viel Schlimmerem gewichen – Angst. Der unerbittliche Blitzsturm, der einst um Lysanders Schwert gewütet hatte, flackerte jetzt nur noch schwach.
Sein Selbstvertrauen begann zu bröckeln, als er den schrecklichen Anblick von Theron erblickte, der aufrecht stand, vollständig geheilt und bedrohlicher denn je.
Therons Augen glänzten vor dunkler Befriedigung, als er einen weiteren Schritt nach vorne machte.
„Was ist los?“, spottete Theron mit leiser, knurrender Stimme. „Du bist nicht mehr so scharf auf einen Kampf?“
Lysander umklammerte sein Schwert fester, aber sein Körper zitterte. Die Angst fraß ihn innerlich auf, und trotz allem spürte er, wie seine Entschlossenheit schwankte. Sein Blick huschte zu Adrius, auf der Suche nach etwas Bestärkung, aber der Erzmagier war genauso blass und erschöpft wie er selbst.
Bevor sie reagieren konnten, stürzte Theron mit voller Wucht auf sie zu.
Er war schneller, als sie beide ahnen konnten, und seine bloße Faust schlug mit erschreckender Geschwindigkeit und Kraft auf sie ein. Lysander schaffte es gerade noch rechtzeitig, sein Schwert zu heben, dessen Klinge mit einem scharfen Knall auf Therons Schlag traf und eine Schockwelle durch seinen Arm jagte. Der Aufprall war brutal und hätte ihm fast das Schwert aus der Hand geschlagen, als er zurücktaumelte.
Im selben Moment wurde Adrius von einem mächtigen Tritt in die Seite getroffen. Er hob seinen Stab, um den Schlag abzuwehren, aber Therons körperliche Kraft war überwältigend. Die Wucht des Angriffs schleuderte Adrius zu Boden, sein Körper rutschte über den verkohlten Boden.
Er keuchte vor Schmerz und versuchte verzweifelt, wieder auf die Beine zu kommen, aber sein Körper versagte ihm den Dienst. Seine magischen Reserven waren fast aufgebraucht, seine Kräfte schwand.
Lysander biss die Zähne zusammen und schwang sein Schwert erneut gegen Theron, verzweifelt bemüht, ihn auf Distanz zu halten. Funken stoben, als die Klingen aufeinander trafen, aber Theron wehrte den Schlag mit einer lässigen Handbewegung ab, als wären Lysanders Angriffe nichts weiter als eine Belästigung.
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„Du bist unterlegen“, knurrte Theron und packte Lysander am Handgelenk. Er drückte mit erschreckender Kraft zu und zwang Lysander mit einem schmerzerfüllten Grunzen, sein Schwert fallen zu lassen. „Du kannst mich nicht besiegen. Ich bin der stärkste Soldat der Großen Macht!“
Mit einem Brüllen schleuderte Theron Lysander wie eine Stoffpuppe zur Seite, sodass dieser gegen einen nahe gelegenen Baum krachte. Das Holz splitterte unter dem Aufprall und Lysander sank hustend und nach Luft ringend zu Boden. Er umklammerte seine Rippen, während Schmerzen seinen Körper durchfuhren, als er versuchte, sich aufzurichten.
Adrius rappelte sich auf, Blut tropfte von seiner Lippe. Er atmete schwer und sah von dem vorherigen Schlag alles nur noch verschwommen. Sein Verstand suchte verzweifelt nach einer Strategie, nach einem Funken Kraft, den er noch aufbringen konnte, aber es war nichts mehr da. Seine Wassermagie war ihre beste Chance gewesen, und sie hatte versagt.
„Wir können ihn nicht aufhalten“, murmelte Adrius mit zusammengebissenen Zähnen, seine Stimme kaum mehr als ein Flüstern.
Er hob seinen Stab erneut, aber er zitterte in seinen Händen. Lysander zwang sich, neben ihm zu stehen, sein Gesicht vor Schmerz verzerrt.
Therons Lachen hallte über das Schlachtfeld, voller kalter Bosheit.
„Was ist los?“, fragte er und trat näher. „Ist das Gefühl der Verzweiflung nicht unglaublich?“
Adrius‘ Herz pochte in seiner Brust, als ihm klar wurde, wie verzweifelt die Lage war.
Theron bewegte sich wie ein Raubtier, das seine Beute beobachtet, dann sprang er plötzlich in die Luft. Sein Stiefel traf Adrius mit brutaler Wucht im Bauch und schleuderte den Erzmagier wieder zu Boden, während Blut aus seinem Mund spritzte. Adrius‘ Sicht verschwamm vor Schmerz. Er nahm Lysanders verzweifelte Rufe kaum wahr.
„Adrius!“
Lysander brüllte und stürzte sich mit aller Kraft, die er noch hatte, auf Theron. Aber Theron war schneller.
Seine Hand schoss hervor und packte Lysander in der Luft an der Kehle, sodass er mit einem einzigen Griff nach Luft rang. Dann schlug Theron Lysander mit einem widerlichen Knall auf den Boden. Der Aufprall drückte Lysander die Luft aus den Lungen, sodass er nach Luft schnappte und regungslos liegen blieb.
Beide Männer lagen am Boden, ihre Körper erschöpft von Anstrengung, Schmerz und dem vollständigen Verlust ihrer magischen Energie. Ihre Versuche, sich zu erheben, waren vergeblich – sie hatten keine Kraft mehr.
Lysanders Gedanken rasten, während er nach Luft rang und die erdrückende Last der Hilflosigkeit ihn überwältigte.
„Ist es so, wie es enden muss?“
Er dachte an Astoria, an das Königreich, für dessen Schutz sie so hart gekämpft hatten. Wenn sie hier starben, würde niemand mehr übrig sein, um Theron aufzuhalten. Astoria würde fallen und die Welt würde bald darauf folgen. Die kalte Hand der Verzweiflung umklammerte ihn, als ihm klar wurde, wie machtlos er in diesem Moment war.
Adrius‘ Gedanken spiegelten die von Lysander wider. Er hatte so lange gekämpft, aber jetzt hatten sie nichts mehr zu geben.
„Ist das wirklich das Ende?“
Theron ragte über ihnen auf und ging mit langsamen Schritten auf Adrius zu. Sein Gesichtsausdruck war von düsterer Belustigung geprägt, als er sich bückte und Adrius‘ gefallenes Schwert aufhob. Er drehte es in seiner Hand, bevor er die Klinge direkt auf das Herz des Erzmagiers richtete.
„Ich habe genug mit dir gespielt“, sagte Theron. „Jetzt ist es Zeit für die letzte Aufgabe: Astoria zu zerstören und dann den Rest deiner erbärmlichen Welt.“
Er hob das Schwert hoch, bereit, es Adrius in die Brust zu stoßen. Adrius starrte ihn an und bereitete sich auf den tödlichen Schlag vor.
Doch gerade als das Schwert herabfiel, überkam Theron ein unheimliches Gefühl. Sein Grinsen verschwand, er hob den Kopf und kniff misstrauisch die Augen zusammen. Ein unheilvolles Gefühl kroch ihm den Rücken hinunter. Es war eine Warnung vor etwas Mächtigen und Tödlichem, das sich mit unglaublicher Geschwindigkeit näherte.
Theron blickte instinktiv zum Himmel, seine Sinne schrien nach Gefahr. Durch die Wolken sah er es. Eine dunkelrote Silhouette raste mit erschreckender Geschwindigkeit auf ihn zu und zerschnitt den Himmel.
Zum ersten Mal in diesem Kampf spürte Theron echte Gefahr.
Ohne zu zögern brach er seinen Schlag ab und flog rückwärts, um sich vor der unsichtbaren Kraft zurückzuziehen. Sein Blick blieb auf den Himmel gerichtet. Anstatt Adrius zu erledigen, wollte er erst mal wegkommen. Das konnte nichts Normales sein, wenn es seinen Instinkt so in Aufruhr versetzte.
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