Lysander stockte der Atem, als die riesige Bestie sich über ihn erhob und ihn mit ihrem gewaltigen Schatten vollständig verschluckte. Seine Gedanken rasten, aber es blieb keine Zeit zum Nachdenken, nur zum Handeln.
Sofort leitete er seine Magie in seinen Stab. Die Luft um ihn herum knisterte erneut vor elektrischer Energie und die geladenen Teilchen sammelten sich an der Spitze des Stabs. Der Blitz knisterte, wurde heller und intensiver.
„Nimm das!“, brüllte Lysander und stieß seinen Stab nach vorne.
BOOM!
Eine kolossale Blitzlanze schoss aus der Spitze hervor und schoss auf die riesige Bestie zu. Die Lanze traf die Bestie mitten in der Brust. Die Bestie brüllte vor Schmerz, als die sengende Energie ihr dunkles, verdrehtes Fleisch durchdrang.
Die Wucht des Schlags schleuderte den Riesen nach hinten, dann krachte er mit einem donnernden Knall auf den Boden, der die Erde erschütterte. Der Schrei der Bestie hallte über das Schlachtfeld. Sie wand sich auf dem Boden, ihr Körper zuckte, während der Blitz durch sie hindurchfuhr und die dunkle Energie, die sie am Leben hielt, verbrannte und zerfetzte.
Lysander schwebte in der Luft, sein Herz pochte wild in seiner Brust. Für einen Moment war er wie erstarrt. Seine Augen weiteten sich, als ihm klar wurde, wie nah er einer tödlichen Verletzung gekommen war. Sein ganzer Körper zitterte. Eine Sekunde länger und er hätte eine möglicherweise tödliche Wunde erlitten.
Aber es war keine Zeit für Angst. Der Riese war am Boden, aber nicht besiegt. Sein verdrehter Körper pulsierte noch immer vor Leben, und die bösartige Kraft verband langsam seine Wunden wieder. Lysander konnte die dunkle Aura sehen, die um ihn herum wirbelte und sich mühsam von dem Blitzschlag erholte.
„Noch nicht“, murmelte Lysander.
Er umklammerte seinen Stab fester und zog mehr Magie aus sich heraus.
Die Luft summte erneut, als er den Stab hoch über seinen Kopf hob und sich der Blitz zu einem Sturm aus blendendem Licht zusammenballte. Der Nachthimmel erhellte sich, als Dutzende von Blitzspeeren um ihn herum Gestalt annahmen.
Lysander entfesselte das Sperrfeuer. Die Blitzspeere schossen mit unerbittlicher Wut auf den Riesen zu. Jeder Speer traf ihn und durchbohrte das Fleisch der Bestie mit Präzision, wobei er die dunkle Energie zerfetzte, die sie am Leben hielt.
SYUUT!
SYUUT!
SYUUT!
…
Das Schlachtfeld wurde durch die Blitzlichter des unerbittlichen Angriffs erhellt. Die Schmerzensschreie des Riesen wurden mit jedem Schlag lauter, sein Körper wurde von den Qualen tausender Elektroschocks geschüttelt. Er schlug wild um sich, aber die Blitze waren gnadenlos.
Die dunkle Energie um seinen Körper knisterte immer noch schwach um seine ramponierte Gestalt. Aber als Lysander dort schwebte und nach Luft schnappte, bemerkte er etwas, das ihm einen Schauer über den Rücken jagte – die gelben Augen der Bestie waren nicht trüb geworden. Stattdessen leuchteten sie heller und waren von einer Wut erfüllt, die selbst aus der Entfernung deutlich zu sehen war.
Der Blick der Kreatur heftete sich auf Lysander und brannte vor Hass wegen des Schmerzes, den er ihr zugefügt hatte. Die Kiefer der Bestie öffneten sich erneut und aus ihrer Kehle stieg ein neues Brüllen empor.
Dann brüllte es.
„BRÜLL!“
Der Lärm war ohrenbetäubend. Die Wucht war so stark, dass Lysander sich festhalten musste, weil ihm die Ohren von der Lautstärke klingelten. Es war ein Geräusch voller Wut, und als es über das Schlachtfeld hallte, begann eine schreckliche Veränderung.
Überall um sie herum wurden die kleineren Bestien, die das Schlachtfeld bevölkert hatten, plötzlich noch wilder. Ihre Bewegungen wurden schneller und unberechenbarer.
Lysanders Herz sank, als er sah, wie die Horde kleinerer Kreaturen in Chaos versank. Sie bewegten sich mit einer neuen Wildheit. Er konnte die Veränderung in der Luft spüren. Setze deine Suche auf m,vl-em-py-r fort
Adrius, der mit seinem Zauber die kleineren Bestien in Schach gehalten hatte, kämpfte nun darum, die Kontrolle zu behalten. Sein Gesicht war von einer immer tiefer werdenden Stirnrunzel gezeichnet. Auch er konnte es spüren – die dunkle Aura, die sich in der Horde ausbreitete, in jede einzelne Bestie eindrang und sie stärker und bösartiger machte.
„Das ist nicht gut“, murmelte Adrius leise. Er konnte die dunklen Energiefäden sehen, die sich durch die kleineren Bestien schlängelten. Sein Zauber, der sie bisher so effektiv in Schach gehalten hatte, begann nachzulassen.
„LYSANDER!“, schrie Adrius. „Du musst das schnell beenden! Ich kann sie nicht mehr lange aufhalten!“
Lysanders Blick huschte zurück zu der Horde kleinerer Bestien, die nun vorwärts drängten. Er konnte eine Art dunkle Aura sehen, die sich wie eine Seuche ausbreitete, in die Kreaturen eindrang und ihnen Kraft verlieh.
Adrius konzentrierte sich weiterhin darauf, den Schwarm in Schach zu halten, aber er spürte, wie seine Magie immer mehr nachließ. Die dunklen Energiefäden nagten an den Rändern seiner Zauber und schwächten die Barrieren, die er errichtet hatte.
Seine Augen weiteten sich alarmiert, als die ersten Risse in seiner Verteidigung auftraten.
Ohne zu zögern stürzte Lysander aus dem Himmel herab und schoss wie ein Blitz auf den Boden zu. Es gab keinen Raum für Zurückhaltung, keine Zeit, sich zurückzuhalten. Der Sturm in ihm wuchs, als er seine ganze Kraft entfesselte und Elektrizität in wilden Bögen um ihn herum knisterte.
Wieder bildeten sich Blitzspeere um ihn herum, aber diesmal waren sie größer und stärker.
Doch Lysander war noch nicht fertig. Während er nach unten flog, umklammerte er den Griff seines Stabes und mit einer schnellen Bewegung seines Handgelenks zog er sein Schwert. Die Klinge materialisierte sich in seiner Hand, ihre Schneide glühte mit derselben elektrischen Energie, die ihn umgab.
Er wollte sich der Bestie direkt stellen. Keine Distanz mehr, kein Zögern mehr. Dieser Kampf würde im Nahkampf enden, wo er seine ganze Kraft auf den Riesen entfesseln konnte.
Die riesige Bestie spürte Lysanders Annäherung und kniff ihre leuchtend gelben Augen zusammen, um sich auf ihn vorzubereiten. Aber Lysander war schneller.
Mit einem letzten Sprint stürzte Lysander auf das Biest zu, sein Schwert hoch erhoben, die Blitzspeere zum Schlag bereit.
Die Spannung auf dem Schlachtfeld war greifbar, als Lysander näher kam und der Blitzsturm wie eine rachsüchtige Naturgewalt um ihn herum zusammenbrach. In diesem Moment, als die Distanz zwischen ihm und dem Biest immer kleiner wurde, war Lysander bereit, den letzten Schlag zu führen.
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