Die Elfenarmee rannte durch den Wald. Die Beine ihrer Einhörner sind super leicht, sodass sie den quer liegenden Wurzeln und dem steilen Boden geschickt ausweichen konnten.
Nicht nur Aerchon war sauer auf den Dämon der Katastrophe. Seine ganze Elfenarmee war stinksauer.
Als sie hörten, dass die von ihnen verachtete Rasse so nah an ihrem Territorium war, konnten die Elfen nicht anders, als ihre Waffen in die Schädel der Dämonen zu rammen.
Die Elfenarmee durchquerte den Wald und die Berge. Sie verursachten Turbulenzen, die die Bäume erschütterten. Bis sie endlich das Lager der Dämonen sahen.
Das Lager stand auf einem Feld. Mehrere Dämonen der Katastrophe liefen mit ihren Waffen herum. Aber ihre Bewegungen waren seltsam. Als würden sie sich auf den Abzug vorbereiten.
Aerchon hört, dass eine Dämonentruppe bei einem Hinterhalt auf die Eskorte der drei Menschen abgeschlachtet wurde. Das lässt Aerchon glauben, dass der Mensch namens Erend Drake tatsächlich eine seltsame Kraft besitzt. Und diese seltsame Kraft könnte ihn gegen die Dämonen siegreich machen.
Aerchon zieht sein Schwert. Seine Augen verfolgen jede Bewegung der Dämonen, die anscheinend fliehen wollen.
Es sind nicht allzu viele. Viel weniger als seine Elfenarmee. In diesem Fall können sie sie leicht erledigen, dachte Aerchon.
„Angriff!!!“, rief Aaron.
Die Elfenarmee rückte auf das Lager der Dämonen vor. Sie warfen magische Geschosse mit großer Zerstörungskraft auf sie.
Aerchon stürzte sich mit gezücktem Schwert vor und schlug dem Dämon direkt vor ihm in den Hals.
„CRAAT!“
Der Kopf des Dämons wurde von seinem Hals getrennt und fiel zu Boden. Arrondite stieß einen dünnen rötlichen Rauch aus, der aus dem Blut des Opfers aufstieg, das er gerade erschlagen hatte.
„LASST NIEMANDEN ENTFLIEHEN! TÖTET SIE ALLE!“, befahl Aerchon. Seine Elfenarmee führte den Befehl gerne aus. Mit brennender Leidenschaft setzten sie das Massaker fort.
Das Massaker dauerte nicht lange. Der Dämon der Katastrophe war in der Tat kein ebenbürtiger Gegner für die Elfen, besonders wenn sie in der Unterzahl waren.
Innerhalb weniger Minuten waren die Leichen der Dämonen mit zerfetzten Körpern übersät. Ihr Blut tränkte den trockenen Boden.
Die Armee der Elfen sammelte dann die Leichen ein und stapelte sie zu grässlichen Haufen aus bräunlichem Fleisch.
Die Elfen spießten auch die Köpfe der Dämonen auf ihre Speere und rammten diese in den Boden. So schufen sie eine Art Dekoration aus Albträumen.
Als Nächstes verbrannten sie den Haufen aus Leichen der Dämonen der Katastrophe mit ihrer Magie.
Flammen schlugen über das äußere Gebiet des Waldes der aufgehenden Sonne hinaus und verdeckten die Sonne am Himmel.
Die Elfen starrten mit zufriedenen Blicken auf den Haufen von Dämonenkadavern, die langsam zu schwarzer Asche wurden. Nachdem er sich daran sattgesehen hatte, befahl Aerchon seiner Armee, zum Palast zurückzukehren.
Sobald sie dort angekommen waren, legte Aerchon sofort seine Rüstung ab und machte sich mit seinen Truppen auf den Weg zum Wasserfall.
Sie wollten sich am Wasserfall reinigen. Die Elfen fanden es eklig, sich mit dem Dämon der Katastrophe und anderen Feinden zu beschäftigen.
Deshalb mussten sie sich sofort am Wasserfall waschen. Aerchon badete mit seinen Truppen, die gerade das Massaker beendet hatten. Nachdem sie sich gewaschen hatten, ging Aerchon zurück in sein Zimmer.
Dort wartete schon Aurdis auf ihn.
„Was machst du hier?“, fragte Aerchon etwas genervt.
Aurdis schluckte, bevor sie antwortete. „Du musst aufhören, die Truppen selbst in die Schlacht zu führen. Überlass das unseren Generälen.“
Aerchon sah Aurdis mit kalten Augen an. „Glaubst du etwa, ich könnte sie nicht besiegen?“
Aurdis schüttelte seufzend den Kopf. Sie wusste bereits, dass ihr älterer Bruder so denken würde.
„Wir können kein Wasser mehr aus der Quelle der Ewigkeit holen. Wenn du verletzt wirst, könntest du sterben. Und du bist der Prinz des Elfenreichs. Du hättest nicht in die Schlacht ziehen dürfen!“, sagte Aurdis.
Aerchon antwortete ihr nicht sofort. Der Gedanke, dass sie kein Wasser mehr aus der Quelle der Ewigkeit holen konnten, beunruhigte Aerchon sehr.
Früher waren die Elfen ein unbesiegtes Volk, weil sie den Brunnen der Ewigkeit hatten. Mit dem Wasser aus dem Brunnen heilten alle schweren Verletzungen sofort, sobald sie davon tranken. Auch die sehr lange Lebensdauer der Elfen ist auf das Wasser aus dem Brunnen zurückzuführen.
In den letzten fünf Jahren sind jedoch viele Elfen gestorben. Die Entscheidung, den Schlüssel zur Quelle der Ewigkeit mit Gewalt an sich zu reißen, erwies sich als falsch.
Aber Aerchon will das immer noch nicht zugeben. Der Waffenstillstand mit den Vertretern der Menschen könnte auch als Vorteil für die Elfen angesehen werden, die jetzt, da ihre Todfeinde wieder aktiv geworden sind, aus verschiedenen Richtungen angegriffen werden.
Aber auch das wollte Aerchon nicht zugeben.
„Ich kann auch ohne dieses Wasser kämpfen“, antwortete Aerchon. „Jetzt geh raus und schlaf. Morgen gehen wir zurück zum Palast.“
Aurdis seufzte und sah ihren älteren Bruder an. Sie wollte Aerchon hart schlagen, um ihn von seiner nervigen Sturheit und seinem Stolz abzubringen. Denn Aurdis wusste, dass seine Art ihm nur Ärger einbringen würde.
Aurdis ging an Aerchon vorbei, weil sie wusste, dass sie jetzt nichts mehr tun konnte.
Die Tür hinter ihr schlug laut zu, als wolle sie Aurdis auffordern, sofort zu verschwinden. Dann ging Aurdis mit genervtem Gesichtsausdruck schneller weiter.
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