„Ugh!“
Ein scharfer Schrei kam aus dem Mund des Mannes, als der Schmerz seinen Körper durchfuhr.
Sein Gesicht verzog sich vor Schmerz, und seine Hand schoss instinktiv nach oben, um seine Schulter zu umklammern, wobei sich seine Finger in den zerrissenen Stoff seines Umhangs gruben.
Im Moment war er gegen die kalte Steinwand eines hohen Gebäudes gedrückt, sein Körper hing mehrere Meter über dem Boden.
Blut spritzte aus der klaffenden Wunde in seiner Brust und befleckte seine dunkle Robe, während er sich mühsam bewegte.
Ein langer, glänzender goldener Speer hatte ihn durch die Seite aufgespießt und ihn wie ein Insekt, das in einer grausamen Ausstellung gefangen war, an Ort und Stelle festgenagelt.
Er atmete kurz und keuchend, während er den Schaft der Waffe umklammerte und versuchte, sie herauszureißen – doch nur, um einen scharfen Schmerz zu spüren, der seinen Körper durchzuckte.
Seine Finger zitterten, als seine Kräfte schwanden.
Eine Stimme, die vor Belustigung triefte, durchdrang die Nachtluft.
„Tsk~ Ich habe tatsächlich daneben getroffen. Tut mir leid.“
Der Mann blickte zu der Stimme hinüber und sein Gesicht verzog sich zu einer wütenden Grimasse.
„Das hast du mit Absicht gemacht, du Bengel!“, knurrte er.
Vor ihm stand eine junge Frau, kaum aus den Teenagerjahren heraus, die jedoch eine Präsenz ausstrahlte, die weit über ihr Alter hinausging.
Das Mondlicht beleuchtete ihre gefasste Gestalt – ihre Haltung war unerschütterlich, ihr Griff um ihre Waffe fest und unerschütterlich.
Obwohl sie eindeutig eine Schülerin war, gab es keinen Zweifel – sie benahm sich nicht nur wie eine Ritterin, sondern wie etwas weitaus Gefährlicheres.
Eine Paladina.
Die Art von Gegner, vor der er sein ganzes Leben lang geflohen war.
Er biss die Zähne zusammen, als er sie anstarrte, seine Augen brannten vor Frustration.
„Und ich dachte, ich hätte mich ziemlich gut versteckt“, murmelte er mit bitterer Belustigung in der Stimme.
Er ballte die Faust, konzentrierte sich nach innen und versuchte, die abgrundtiefe Kraft zu mobilisieren, die ihm immer zu Hilfe gekommen war – das dunkle, heimtückische Mana, das ihm sein großer Dämonenlord geschenkt hatte.
Doch in dem Moment, als er versuchte, es zu kanalisieren, durchzuckte eine sengende Hitze seinen Körper.
Der Speer, der in seiner Brust steckte, pulsierte vor göttlicher Energie, und sein goldener Schimmer wurde intensiver, als würde er seine bloße Existenz ablehnen.
Das verdorbene Mana in ihm zitterte, unterdrückt, eingesperrt von der heiligen Waffe, die ihn gefangen hielt.
Ein scharfes Klicken hallte durch die Stille.
„Es hat keinen Sinn, jetzt deinen dummen Herrn anzurufen, Dämonenanbeter.“
Die Stimme des Mädchens war kalt und gnadenlos.
Ein Schimmer von Angst huschte über die Augen des Mannes, als ihm die Realität seiner Lage bewusst wurde.
Er würde hier nicht entkommen.
Nicht dieses Mal.
Seine Finger zuckten am Speerschaft, Blut tropfte noch immer aus seiner Wunde.
Doch trotz der Qualen, trotz der Hoffnungslosigkeit seiner Lage, huschte ein langsames, bitteres Grinsen über seine Lippen.
„… Tsk. Ich verstehe.“
Der Mann fixierte die junge Frau vor sich mit müden Augen – goldblondes Haar, durchdringende grüne Augen.
Es gab keinen Zweifel.
Er kannte ihr Gesicht, hatte in den Hallen der Akademie Gerüchte über sie gehört, aber bis jetzt hatte er sich nie die Mühe gemacht, sie wirklich wahrzunehmen.
Was hätte es auch gebracht, sich die Namen berühmter Kinder zu merken, wenn er Größeres vorhatte?
Doch jetzt, wo er blutend, kämpfend und hilflos an die kalte Steinwand gedrückt war, konnte er es sich nicht länger leisten, sie zu ignorieren.
Sie war diejenige, die ihn gejagt hatte.
Seine Stimme klang angespannt, sowohl vor Erschöpfung als auch vor Neugier.
„Woher wusstest du das?“
Die junge Frau – unerschütterlich, unerschütterlich – neigte leicht den Kopf, fast als amüsiert über seine Frage.
„Ist das wichtig?“
Sie sprach mit eiskalter Gleichgültigkeit.
Ohne zu zögern hob sie die Hand, und im nächsten Augenblick materialisierte sich ein leuchtender Speer aus Licht in ihrer Hand.
Die göttliche Energie, die von der Waffe ausging, brannte mit einem goldenen Schein und pulsierte mit überwältigender Kraft.
Sie war rein. Heilig. Absolut.
Eine Waffe, die nicht nur geschmiedet worden war, um zu verletzen – sondern um auszulöschen.
Der Körper des Mannes versteifte sich.
Er spürte, wie die Luft schwerer wurde, wie das scharfe Summen der göttlichen Energie ihn wie ein Todesurteil umgab.
Sie würde ihn töten.
Ihre smaragdgrünen Augen waren auf ihn gerichtet, ohne zu zögern.
Sie stieß den Speer nach vorne – direkt auf sein Herz.
Doch kurz bevor der tödliche Schlag ihn treffen konnte –
durchbrach eine sanfte Stimme die Stille.
„Warte. Töte ihn noch nicht, Miss Uriel.“
Uriels Bewegung stockte augenblicklich. Der göttliche Speer flackerte, sein tödlicher Glanz verblasste leicht, als sie ihren Angriff unterbrach.
Hinter ihr tauchte eine junge Frau aus den Schatten auf, deren Anwesenheit sofort die Aufmerksamkeit auf sich zog.
Sie ging mit ruhigen, gemessenen Schritten, ihre Gestalt in einen geheimnisvollen, dunklen Umhang gehüllt, der den größten Teil ihres Körpers verhüllte.
Doch trotz der Verhüllung war ihr Gesicht unverkennbar.
Die blutunterlaufenen Augen des Mannes weiteten sich vor Schreck.
Er kannte sie.
Sie war seine Schülerin.
Sein Atem stockte, seine Lippen öffneten sich leicht, als ihr Name ihm in einem leisen Flüstern über die Lippen kam:
„Miss Enna…?“
Ein kleines, fast sanftes Lächeln huschte über die Lippen der jungen Frau.
„Hallo, Professor Heinrich.“
Hinter ihr standen drei weitere Gestalten in stiller Formation, deren Umrisse sich im schwachen Licht der Gasse abzeichneten.
Er konnte ihre Gesichter nicht ganz erkennen, aber ihre Absicht war klar – sie waren nicht als seine Verbündeten hier.
„Kuku – Kuhahaha! Ich verstehe! Jetzt verstehe ich!“
Professor Heinrichs manisches, wildes Gelächter hallte von den kalten Steinwänden wider.
Seine blutunterlaufenen Augen glänzten vor einer Mischung aus Hysterie und Erkenntnis.
„Deshalb hat mir mein Instinkt immer gesagt, dass ich dich loswerden muss! Du – du warst die ganze Zeit Teil des Heiligen Königreichs! Du hinterhältige Schlampe!“
Er atmete stoßweise, seine Brust hob und senkte sich, als ihm die Erkenntnis wie ein Hammerschlag auf den Schädel traf. Seine Lippen verzogen sich zu einem höhnischen Grinsen.
„Sag mir, welcher Bischof hat dich geschickt?“
Seine Stimme wurde giftig, seine Worte waren voller Verzweiflung.
„Wie tief ist das Heilige Königreich gesunken, dass es ein bloßes Kind als Schachfigur schickt?“
Doch gerade als er eine weitere Beleidigung ausstoßen wollte –
WASCH!
Ein scharfer Windstoß fegte an seinem Gesicht vorbei, sein Atem stockte und sein ganzer Körper erstarrte.
Es war keine Klinge. Es war kein Zauber.
Es war eine einzige Geste.
Eine einfache Bewegung von Ennas zarten Fingern.
Doch in diesem Moment drückte eine Kraft, die weit über sein Verständnis hinausging, auf ihn nieder.
Ein göttlicher Wille. Absolut. Unbeugsam. Überwältigend.
Seine Lippen zitterten, aber es kamen keine Worte heraus.
Ihre Stimme, ruhig und doch unerschütterlich, hallte in der Luft – ein leiser Befehl, der keinen Raum für Widerspruch ließ.
„Genug der sinnlosen Worte, Professor.“
„Sühne jetzt deine Sünden und sag uns, wo sich deine Kultisten versammelt haben.“
Eine bedrückende Stille legte sich über die Gasse.
Heinrich atmete kurz und unregelmäßig. Seine Gedanken kreisten und versuchten zu begreifen, was gerade passiert war.
Er hatte schon mal gegen Paladine gekämpft. Er hatte gewonnen. Er war entkommen.
Er kannte die Natur der göttlichen Energie.
Obwohl ihre Stärke variierte, blieb eines immer gleich: Wie dämonische Energie spiegelte ihre Reinheit die Stärke der Verbindung zu der Göttin wider.
Und was ihn gerade getroffen hatte …
Das war nicht die Kraft eines gewöhnlichen Geistlichen.
Es war nicht einmal die göttliche Energie eines Paladins.
Nein – diese Reinheit, dieses schiere Gewicht der Göttlichkeit, war jenseits der Bischöfe. Jenseits der Kardinäle.
Sie war auf einer Ebene, die der des Papst selbst gleichkam.
Ein Schauer lief ihm über den Rücken. Seine Finger zuckten, seine Kehle schnürte sich zusammen.
Und dann – ein nervöses Lächeln huschte über seine Lippen.
Seine Stimme kam als leises Flüstern, fast ungläubig.
„Enna … nein. Nein, das ist nicht dein richtiger Name, oder?“
Seine großen, blutunterlaufenen Augen trafen ihre.
„Du … Du bist die Heilige Emilia.“
Ein Schauer der Erkenntnis durchfuhr ihn.
„Du hast dich … in der Akademie versteckt?“
Das Gewicht seiner Worte lag schwer zwischen ihnen, voller Unglauben.
Zum ersten Mal zeigte sich echte Angst in Heinrichs Blick.
Denn endlich verstand er.
Er hatte nie eine Chance gehabt.
Flucht war keine Option mehr.
Er wusste es. Er spürte es in seinen Knochen.
Die Heilige war hier. Und sie war nicht irgendeine Dienerin der Göttin – sie war die gnadenloseste von allen.
Im Vergleich zu ihr waren die Henker der Heiligen Kirche nichts als Kinder. Fanatiker, die an schnelle Urteile und gerechte Wut glaubten.
Aber sie?
Sie war anders.
Ihre Handlungen waren ohne Zögern.
Kein moralisches Dilemma.
Kein Moment des Zweifels.
Für sie war es keine Pflicht, die von der Dunkelheit Befleckten zu vernichten – es war eine Unvermeidbarkeit.
Die Art und Weise, wie die Kirche ihre Ketzer hinrichtete, war methodisch. Präzise.
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Aber die Art und Weise, wie die Heilige mit ihnen umging?
Sie war absolut.
Sein Atem stockte.
Eine kalte Erkenntnis setzte sich in seinem Magen fest.
Und dann – da wurde ihm alles klar.
Die Paladine.
Ihre seltsamen, unberechenbaren Bewegungen an den Grenzen des Heiligen Königreichs. Ihre ungewöhnliche Unruhe.
Nein.
Das war nicht nur an der Grenze.
Die Paladine auf der ganzen Welt …
Seit Wochen benahmen sie sich komisch.
Er hatte gedacht, es sei nur ein kleiner Zufall. Eine kleine Welle im großen Ganzen. Eine bedeutungslose Veränderung.
Schließlich war seine Sekte so nah dran, ihren großen Plan innerhalb der Akademie zu vollenden.
Warum also hatten die Paladine angefangen, sich zu bewegen?
Warum hatten sie plötzlich ihre Gewohnheiten geändert, alte Festungen aufgegeben und Schatten verfolgt, die für sie gar nicht existieren sollten?
Jetzt, als er in den kalten, unerschütterlichen Blick der Heiligen Emilia starrte, verstand er es.
„Diese verdammte Schlampe wusste es … seit wann?“
Und noch schlimmer –
sie hatte zugesehen.
Gewartet.
Sie hatte sie glauben lassen, dass sie noch die Kontrolle hatten, dass ihr Plan reibungslos funktionierte.
In Wirklichkeit aber …
waren sie schon verloren, in dem Moment, als sie ihren Blick auf sie gerichtet hatte.
Ein scharfes, bitteres Lachen entrang sich seinen Lippen. Seine Schultern zitterten, als das Lachen aus seiner Brust aufstieg.
„Kuhahaha – Hahahaha!“
Lachen erfüllte die Luft, verzerrt und gebrochen, gemischt mit Frustration und Belustigung.
Wer hätte das gedacht …
Wer hätte gedacht, dass alles so enden würde.
Nicht in einer großen Schlacht. Nicht in einem letzten verzweifelten Kampf gegen die Streitkräfte der heiligen Kirche.
Nein.
Sein Ende war ohne Fanfare gekommen, ohne Ruhm.
Durch die Hand eines Mädchens, das sich jahrelang vor aller Augen versteckt hatte – und auf den perfekten Moment gewartet hatte, um sie alle zu vernichten.
War das etwas, worauf man stolz sein konnte?
Oder war das der erbärmlichste Weg, um zu sterben?
Emilia seufzte, als sie sah, wie Heinrich gefährlich nahe am Wahnsinn stand.
Sie hatte das schon einmal gesehen – diese Art von Lachen.
Ein verzweifeltes, bitteres Kichern eines Mannes, der den Tod längst akzeptiert hatte, aber immer noch mit fanatischer Hingabe an seiner Sache festhielt.
Er brach zusammen.
Nicht aus Angst. Nicht aus Schmerz.
Sondern aus der schieren Ironie des Ganzen.
Heinrich war ein Mann, der bereit war, sich für seine Überzeugungen zu zerstören.
Ein Mann, der nicht betteln würde – weder um sein Leben noch um Gnade.
Er würde lieber sterben, als seine Sache zu verraten.
Und doch, obwohl sie das wusste, entschied sich Emilia, ihn zu fragen.
Ein letzter Versuch.
Ein letztes Angebot.
Ihre Stimme war ruhig, unerschütterlich, durchdrungen von der kalten Distanziertheit einer Person, die längst aufgehört hatte, von Männern wie ihm Erlösung zu erwarten.
„Professor Heinrich.“ Ihre goldgrünen Augen bohrten sich unerschütterlich in seine. „Ich werde dich zu deinem Schöpfer schicken. Nein“, korrigierte sie sich mit einem leisen Seufzer, „ich werde dich in den Abgrund schicken, damit du wenigstens einen Anschein von Sühne für deine Sünden haben kannst.“
Sie machte einen Schritt vorwärts, der Lichtspeer in ihrer Hand summte vor göttlicher Strahlkraft.
„Bevor das passiert, bitte ich dich: Sag mir, wo deine Anhänger sind.“
Eine Pause.
„Und ich werde ihnen die Gnade gewähren, die sie verdienen.“
Heinrichs Lippen verzogen sich zu einem scharfen Grinsen. Dem Grinsen eines Verrückten.
„Mit ‚Gnade‘ … meinst du den Tod, den du mir jetzt bereiten willst?“
„Ja.“ Ihre Stimme blieb ruhig. „Aber der Schmerz wird vergehen.“
Das brachte Heinrich nur noch mehr zum Lachen.
„Kuhahaha! Das macht keinen Unterschied, Heilige.“ Er spuckte das Wort höhnisch aus, seine blutverschmierten Zähne blitzten durch sein verzerrtes Lächeln. „Gnade oder nicht, dein Schlag verletzt die Seele der Bösen. Schmerz ist ein absoluter Ausdruck deiner Macht … er ist eine Strafe, die über den Tod hinaus fortbesteht.“
Emilia antwortete nicht sofort.
Stattdessen seufzte sie einfach nur.
Ein Teil von ihr hatte das erwartet. Männer wie er sprachen nie.
Aber es waren nicht seine Worte, die sie jetzt interessierten.
Es waren seine Schreie.
Langsam, methodisch hob sie ihre Hand.
Göttliche Energie knisterte an ihren Fingerspitzen.
Ein helles, blendendes Licht – rein, heilig, gnadenlos.
In ihrer Handfläche beschwor sie eine kleine, silberne Klinge, die von Göttlichkeit durchdrungen war.
Sie glänzte sanft und sah viel zu zart aus für das, was sie damit vorhatte.
Heinrich stockte der Atem.
Er verstand sofort.
Folter.
Nicht mit brutalen Mitteln – nicht mit Stahl und Feuer.
Sondern mit göttlicher Energie selbst.
Für sie, für diejenigen, die vom Abgrund befleckt waren, war göttliche Kraft Gift.
Aber es war eine besondere Art von Gift.
Eines, das nicht nur brannte.
Eines, das heilte.
Heilte … und schmerzte.
Und Emilia wusste genau, wie viel Schmerz ein Körper ertragen konnte, bevor er völlig zusammenbrach.
Sie drehte die Klinge in ihrer Hand und beobachtete, wie ihr Licht als Reaktion auf ihre Mana pulsierte.
„Du hast recht“, sagte sie schließlich und hob den Blick wieder zu ihm.
„Ich biete den Bösen keinen schmerzlosen Tod an.“
„Aber ich biete ihnen Läuterung an.“
Heinrichs nervöses Lächeln zuckte, als er den Blick der Heiligen suchte.
Zum ersten Mal seit langer, langer Zeit verspürte er Angst.
Es war ein ihm fremdes Gefühl.
Er war immer derjenige gewesen, der die Fäden gezogen hatte, der das Leiden orchestriert hatte, anstatt es zu erleiden.
Und doch stand er hier – ein Mann vor seiner Henkerin.
Eine Heilige, deren Gnade weit grausamer war als der Tod.
Selbst wenn er jetzt versuchen würde, sich das Leben zu nehmen, wusste er:
Sie würde ihn nicht lassen.
Sie hatte die Mittel, ihn gerade so lange am Leben zu halten, bis sie ihm seinen Widerstand Stück für Stück, Atemzug für Atemzug genommen hatte, bis nichts mehr von ihm übrig war als eine ausgehöhlte Hülle.
Sein Schicksal war besiegelt.
Der Schmerz war unvermeidlich.
Das war die kalte Wahrheit seiner Lage.
Aber spielte das überhaupt eine Rolle?
Ein Gedanke schoss ihm durch den Kopf, und plötzlich verzog sich sein Mund zu einem manischen Grinsen.
„Kuahahaha!“ Er warf den Kopf zurück und lachte wild, seine Stimme heiser vor Wahnsinn.
„Mach mit mir, was du willst, Heilige! Es wird nichts ändern!“
Seine Augen glänzten vor dunkler Belustigung, sein Atem ging schnell und unregelmäßig, seine eigene Angst schürte seinen Wahnsinn.
„Unsere Pläne sind bereits in Gang! Das große Wesen kommt! Und die Dunkelheit wird wieder über diese Welt herrschen!“
Seine Stimme wurde lauter, voller roher Überzeugung, der letzte verzweifelte Schrei eines Fanatikers.
„Ihr alle – verdammte Sklaven der Göttin – werdet bald die wahre Macht erleben! Ihr haltet euch für heilig, für gerecht?“
Er spuckte Blut auf den Boden, ohne sein Lächeln zu verlieren.
„Ihr seid nichts weiter als Schlachtvieh! Diese Akademie? Sie ist nichts weiter als ein Opfer – ein großer Altar für die Ankunft des Großen!
Seine Augen brannten vor fanatischer Inbrunst.
„Und du, Heilige …?“ Seine Lippen verzogen sich zu einem breiten Grinsen.
„Du bist eine dieser Opfergaben.“
„Ihr seid alle Abschaum und werdet euch dem Großen anschließen, ob ihr wollt oder nicht …“
Heinrich wollte weiterreden, wollte ihren Gesichtsausdruck sehen, während er mit seinen Worten die Zukunft malte …
Aber dann …
– FUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUU
Etwas … Schweres. Unfassbares.
Eine erdrückende, erstickende Präsenz senkte sich über die Welt.
Sowohl er als auch Emilia erstarrten, ihre Körper versteiften sich, ihr Instinkt schrie sie an, sich umzudrehen.
Sich der Quelle zuzuwenden.
Und das taten sie auch.
Aus ganz unterschiedlichen Gründen zitterten ihre Körper.
Aus ganz unterschiedlichen Gründen erbebten ihre Seelen.
Es waren nicht nur sie.
Jedes Lebewesen in der Akademie, das göttliche oder dämonische Energie besaß, spürte es.
Ein Druck, so gewaltig, so überwältigend, dass er ihnen bis ins Mark drang und ihre Existenz zu vernichten drohte.
Eine Macht jenseits der Welt der Sterblichen war plötzlich aufgetaucht.
Heinrichs Lippen öffneten sich. Seine Kehle war trocken.
Seine Gedanken kreisten, er versuchte zu begreifen, was er wahrnahm, was er fühlte.
„Das kann nicht sein.“
„Das kann nicht sein.“
Beide dachten gleichzeitig …
„G-Göttin …?“, brachte er mit zittriger Stimme hervor, während sein Atem stockte und ihn verriet. Sein ganzer Körper zitterte, nicht aus Ehrfurcht, sondern aus purer, ursprünglicher Angst.
„Göttin …“
Auch Emilia entfuhr fast instinktiv, fast gegen ihren Willen, dieses Wort.
Ihr Herz pochte. Ihre Gedanken verschwammen.
War sie es wirklich?
War es wirklich –
BOOOOOOOOOMMMMM!!!!
Eine gewaltige Explosion aus goldenem Licht zerriss den Handelsbezirk der Akademie.
Der Himmel brannte. Der Boden bebte.
In diesem Moment zitterte die Welt.