Damien runzelte die Stirn und schlug eine weitere Kreatur nieder, die an ihm vorbeistürmen wollte. „Hört der Typ endlich auf, rumzualbern, und fängt an zu kämpfen?“
Selene rammte ihren Dolch in den Schädel eines Monsters und sprang mit einem Schatten Schritt zurück zum Portal, während weitere Kreaturen heranstürmten. „Keiner von denen nimmt das ernst“, murmelte sie und rieb sich die Stirn. „Ich spüre schon, wie die Kopfschmerzen kommen.“
Thomas duckte sich unter einer Klaue und brach ihrem Besitzer mit einer fließenden Bewegung das Genick. „Sie haben Spaß.“
„Hey! Ihr beiden habt Kinder, zu denen ihr zurück müsst, vergesst ihr das?“, rief Selene, ihre Stimme durchdrang das Chaos.
Auf der anderen Seite des Schlachtfeldes drehte Freya ihre Finger und ihre eisigen Flammen knisterten zum Leben. „Wir wissen, wir wissen …“, grinste sie und beschwor einen Hagel aus Speeren aus gefrorenem Feuer herauf. „Aber lass uns ein bisschen Spaß haben, bevor wir zu unseren elterlichen Pflichten zurückkehren!“
Sie schnippte mit den Fingern –
und die Speere explodierten in Richtung des Monsters und wirbelten wie Kometen durch die Luft.
Die Kreatur brüllte und peitschte mit ihren Tentakeln einen Sturm der Dunkelheit auf, um sich zu schützen –
zu langsam.
In dem Moment, als ihre Verteidigung aktiviert wurde –
tauchte Raphael auf.
Kein Geräusch. Keine Warnung.
Einfach –
weg.
Dann –
BOOM.
Eine Schockwelle riss das Schlachtfeld auseinander, als er wieder auftauchte – seine Faust bereits im Schädel der Kreatur versenkt.
Die Wucht schleuderte das Monster durch die Luft – sein massiger Körper riss sich wie Papier aus den Steinsäulen.
Raphael knackte mit dem Nacken und rollte die Schultern. „Tut gut, sich mal ein bisschen zu strecken.“
Freya seufzte dramatisch. „Ach klar, jetzt fängst du auch noch an, ernsthaft zu kämpfen.“
Das Monster zuckte, sein Körper regenerierte sich mit erschreckender Geschwindigkeit.
Dann –
Es schrie.
Eine Welle von Tentakeln schoss aus seinem Rücken – jeder teilte sich in der Luft, vermehrte sich und wand sich wie ein Schwarm Schlangen.
Es stürzte sich auf Freya.
Direkt auf sie.
Sie grinste.
Ein Windstoß wehte an ihr vorbei –
Dann –
FWOOSH.
Der gesamte Himmel leuchtete in blauem Feuer.
Ihre Flammen brüllten und wirbelten zu einem Tornado aus eisigen Scheiterhaufen, der sich so schnell ausbreitete, dass das Schlachtfeld selbst zu gefrieren begann.
Die Ranken?
In der Luft verbrannt.
Das Monster taumelte zurück und schrie vor Schmerz, als die Flammen seinen Körper umhüllten und ihn an Ort und Stelle festhielten.
Freya atmete aus, trat vor und ihre Absätze klackerten auf dem gefrorenen Boden. „Siehst du? Deshalb hättest du liegen bleiben sollen.“
Die Kreatur wehrte sich, aber das Feuer brannte nur noch heißer, Eis kroch an ihren Gliedmaßen empor und verschloss sie in einem unentrinnbaren Gefängnis.
Dann –
tauchte Raphael neben ihr auf.
Die Hände in den Taschen.
Er warf einen Blick auf das gefangene Monster. „Bist du fertig?“
Sie grinste. „Ich glaube schon.“
Raphael seufzte.
Dann –
verschwand er.
Die Welt zerbrach, als er die Schallmauer durchbrach und sich schneller bewegte, als selbst die Luft reagieren konnte –
Und dann –
BOOM.
Seine Faust traf ihr Ziel.
Das Monster explodierte nicht einfach.
Es hörte auf zu existieren.
Es zerfiel in gefrorene Glut und Staub.
Verschwunden.
Einfach so.
Freya stieß einen leisen Pfiff aus. „Gut gemacht, Schatz.“
Raphael streckte sich und nickte Selene, Thomas und Damien zu. „Alles klar. Seid ihr fertig mit dem Babysitten des Portals?“
Selene erstach eine letzte Kreatur und schüttelte das Blut von ihrem Dolch. „So gut wie.“
Damien gähnte. „Das hat aber lange gedauert.“
Thomas klopfte sich den Staub ab und warf einen Blick auf das Schlachtfeld. „Also. Sind wir endlich fertig hier oder …“
Dann –
Der Boden bebte.
Ihre Blicke schossen zum Portal.
Das unheimliche Leuchten pulsierte.
Etwas anderes kam.
Etwas Großes.
Freya stöhnte. „Oh, verdammt noch mal.“
Ein langsamer, spöttischer Applaus hallte über das Schlachtfeld.
„Beeindruckend“, sagte eine sanfte Stimme.
Die Gruppe drehte sich um.
Ein Mann stand in der Nähe des Portals und beobachtete sie mit amüsierten roten Augen. Sein schwarzes Haar wehte leicht im kalten Wind, aber sein Grinsen verschwand nicht.
„Niemand – nicht einmal unsere Art – hat es jemals geschafft, dieser Bestie einen tödlichen Schlag zu versetzen“, sinnierte er und warf Damien einen kurzen Blick zu.
Ein Anflug von Wiedererkennung.
Ein Grinsen.
„Du kommst mir bekannt vor“, sagte er und neigte den Kopf. „Fast wie ein Spiegelbild.“
Dann grinste er scharf und gefährlich.
„Ich bin Wraith. Die Klinge des Monarchen der Zerstörung.“
Bevor jemand reagieren konnte …
Ein tiefes, dröhnendes Lachen erschütterte die Luft.
„Genug geredet, Wraith“, knurrte eine raue, kehlige Stimme.
Sie drehten sich um –
und sahen ihn.
Einen riesigen, brutalen Kerl mit Muskeln wie Eisen und einer Haut, die mit gezackten Narben übersät war. Aus seiner Stirn ragte ein massives Horn hervor, und sein rechter Arm war von einem monströsen Handschuh ummantelt, der vor roher Kraft pulsierte.
Seine schweren Schritte ließen den gefrorenen Boden unter ihm knacken, als er seine Schultern rollte.
„Lasst uns diese kleinen Würmer endlich vernichten“, spottete er. Dann richtete er seinen leuchtenden Blick auf Raphael.
„Vor allem diesen da.“
Stille.
Dichte, bedrückende Stille.
Dann –
BOOM.
Der Rohling stürmte vorwärts, der Boden unter seinen Füßen zerbrach. Sein Handschuh glänzte in einem kränklichen Rot, als er direkt auf Raphaels Kopf schlug –
zu langsam.
Raphael neigte seinen Kopf – nur ein wenig – und ließ die Faust an seinem Gesicht vorbeifliegen, deren Wucht allein die Luft hinter ihm zeriss.
Dann – bewegte er sich.
Ein verschwommener Fleck. Eine schnelle Bewegung.
Und plötzlich –
KNACK!
Das Knie des Brutalos knickte in die falsche Richtung.
Er brüllte vor Schmerz und stolperte, aber Raphael war noch nicht fertig –
Nicht mal annähernd.
Er tauchte hinter ihm auf – die Hand schon auf seinem Rücken –
und schlug ihn mit dem Gesicht voran auf den Boden.
Eine Schockwelle ging los. Das ganze Schlachtfeld bebte, als die schiere Kraft den Boden unter ihnen aufriss.
Selene pfiff. „Verdammt.“
Freya lehnte sich an ihre Hüfte. „Und ich dachte, ich wäre die Dramatische.“
Aber Wraith –
Er grinste nur.
„Oh? Ist das alles?“
Die Luft veränderte sich.
Gefährlich.
SCHNELL.
Raphael drehte sich um – gerade rechtzeitig, um zu sehen, dass Wraith bereits in seiner Deckung war.
Eine Klinge – schwarz wie die Leere, brummend vor unnatürlicher Energie – war nur wenige Zentimeter von seiner Kehle entfernt.
Raphael grinste.
Dann –
KLANG.
Die Klinge blieb stehen.
Tot in der Luft.
Wraith blinzelte.
Ein Finger.
Raphael hatte sie aufgehalten – mit einem einzigen verdammten Finger.
Stille.
Dann –
Raphael atmete aus. „Hah. Ist das alles, was du drauf hast?“
Und bevor Wraith reagieren konnte –
BANG.
Ein Knie – direkt in den Bauch.
Wraiths Körper klappte zusammen. Spucke flog aus seinem Mund, als er verschwand – so schnell, dass er nur noch als verschwommener Fleck am Himmel zu sehen war.
Freya lachte. „Nun, er ist weg.“
Aber Raphael drehte sich nicht um.
Denn –
KNACK.
Der Boden spaltete sich.
Der Brutalo – er war schon wieder auf den Beinen.
Dampf stieg von seinem Körper auf, als seine Knochen wieder an ihren Platz zurückknackten. Sein Handschuh heulte vor Energie und pulsierte wie ein zweiter Herzschlag.
Sein Grinsen?
Noch breiter.
„Nicht schlecht“, brummte er.
Dann – schlug er mit der Faust auf den Boden.
Und die Welt – brach zusammen.
Der Boden brach in einer Sturm aus scharfkantigen Steinen und schwarzer Energie auf. Eine Welle der Zerstörung fegte über das Schlachtfeld und raste auf das Portal zu.
Thomas fluchte. „Selene –!“
„Bin schon da.“
Sie verschwand.
Schattenschritt.
Und tauchte wieder auf – direkt am Rand der Explosionszone.
Ihre Hände bewegten sich. Schnell.
Dunkle Ranken schossen aus den Schatten, schlängelten sich durch die Trümmer und stoppten die Zerstörung, kurz bevor sie das Portal erreichte.
Sie atmete aus. „Das war knapp.“
Aber –
Ein Windstoß.
Und Raphael stand schon wieder vor dem Ungetüm.
Diesmal –
Keine Worte.
Nur Fäuste.
Der Kampf begann wirklich.