Die Obsidian Grand Hall war echt krass – eine unmögliche Mischung aus Altem und Modernem, die mit einer unbeschreiblichen Pracht zusammengehalten wurde.
Hohe Onyxsäulen standen in der riesigen Halle und jede war mit goldenen Runen verziert, die leicht von magischer Energie pulsierten.
Die Decke ragte unvorstellbar hoch empor und war mit einem sich ständig verändernden kosmischen Wandgemälde verziert – kein bloßes Gemälde, sondern ein echter Blick in das Universum, wo Galaxien wirbelten und Sterne in Echtzeit flackerten.
An den Wänden hingen Wandteppiche, die Kriege, Siege und den Aufstieg der Obsidian-Blutlinie darstellten – nicht aus Stoff gewebt, sondern aus lebender Magie, die es den Szenen ermöglichte, sich zu verändern und zu atmen.
Doch unter dem alten Prestige gab es auch moderne Akzente.
Schwebende Kristallbildschirme zeigten Echtzeitinformationen an. Automatisierte Drohnen schwebten lautlos, passten die Beleuchtung an und übertrugen das Ereignis an Hunderte von Milliarden Menschen außerhalb dieser Mauern. Die Sitze, luxuriös und individuell auf die Statur und Rasse jedes Gastes zugeschnitten, waren mit subtilen technischen Verbesserungen ausgestattet, die für maximalen Komfort sorgten.
Der Saal war voller Energie.
In der Mitte ragte eine erhöhte Onyxbühne empor – eine Plattform, die nur den bedeutendsten Persönlichkeiten vorbehalten war. Und auf dieser Bühne stand niemand Geringeres als –
Anastasia Obsidian –
Ein einziger Schritt.
Mehr brauchte Anastasia Obsidian nicht, um alle Blicke im Saal auf sich zu ziehen.
Sie bewegte sich mit einer verführerischen Anmut, ihr Körper war in ein Kleid aus tiefschwarzem Seidenstoff gehüllt, der mit einem Hauch von Mitternachtsblau schimmerte – als würde sie den Nachthimmel selbst tragen. Der Stoff schmiegte sich an ihre Kurven und trotzte jeder Zurückhaltung, doch die Eleganz ihrer Haltung ließ dies eher majestätisch als provokativ wirken.
Ihr grünes Haar fiel in Wellen über ihren Rücken, die Strähnen schienen fast lebendig zu sein, so wie sie ihren Bewegungen folgten.
Und ihre Augen – glitzernde violette Teiche voller Schalk – strahlten eine berauschende Mischung aus Intelligenz, Belustigung und Gefahr aus.
Sie verlangte keine Stille. Sie verlangte keine Aufmerksamkeit.
Sie war einfach da – und der Saal ergab sich ihrer Präsenz.
Sie blieb in der Mitte der Bühne stehen, ihre Lippen formten ein langsames, wissendes Lächeln, bevor sie sprach. Setze dein Abenteuer mit My Virtual Library Empire fort
„Guten Abend, verehrte Gäste.“ Ihre Stimme war wie Honig und Gift, sanft und doch mit einer subtilen Schärfe, die dafür sorgte, dass jede Silbe hängen blieb.
„Ich heiße euch alle im Namen meiner Familie zu diesem großartigen Anlass willkommen. Es ist mir eine Ehre, als Zeremonienmeisterin der heutigen Veranstaltung vor euch zu stehen.“
Eine spielerische Pause.
„– oder sollte ich besser sagen, als Herrin dieser Nacht?“
Ein leises Kichern und amüsiertes Murmeln ging durch die Menge.
Anastasias Lächeln wurde breiter, als sie die Entspannung ihres Publikums spürte. Sie machte sich nicht die Mühe, jede einzelne der mächtigen Persönlichkeiten einzeln zu begrüßen – nicht weil sie ihre Anwesenheit nicht bemerkte, sondern weil sie wusste, dass wahre Herrscher keine leeren Schmeicheleien brauchten.
Stattdessen entschied sie sich für Effizienz, ihr Tonfall war sowohl freundlich als auch bestimmend.
„Ich weiß, dass Zeit ein kostbares Gut ist und dass es für viele von Ihnen eine Beleidigung ist, auch nur eine Sekunde davon zu verschwenden. Deshalb möchte ich Ihnen allen im Namen meiner Familie dafür danken, dass Sie sich die Zeit genommen haben, aus Ihren riesigen Imperien, Königreichen und Herrschaftsgebieten zu kommen, um diese Veranstaltung mit Ihrer Anwesenheit zu beehren.“
Ihr Blick schweifte durch den Saal, und ihre Lippen verzogen sich zu einem Lächeln, als sie die subtilen Veränderungen in den Gesichtern ihrer Zuhörer wahrnahm – Stolz, Belustigung, Neugier.
„Aber seien wir ehrlich“, fuhr sie fort, ihre Augen blitzten verschmitzt. „Es ist unvermeidlich, dass man sich von der Pracht des Hauses Obsidian verzaubern lässt.“
Ein wissendes Grinsen. Einige Adlige tauschten Blicke aus, einige kicherten.
„Vor allem“, fügte Anastasia hinzu, „wenn mein lieber Bruder Pyris Obsidian alles überwacht. Ich bin mir sicher, dass einige von euch sich bereits fragen, ob ihr eure Loyalität oder eure Herzen versprechen solltet.“
Diesmal brach Gelächter aus der Menge hervor – teils echt, teils nervös, aber alle amüsiert.
Anastasia ließ sie den Moment genießen, bevor sie geschickt zum nächsten Thema überging.
„Vor allem junge Damen. Aber genug der Ablenkungen. Es ist Zeit, die Ankunft derer zu ehren, die über die Reiche der Sterblichen herrschen – die Herrscher, deren Namen die Welt, in der wir leben, prägen.“
Das Gelächter verstummte und wurde von erwartungsvoller Stille ersetzt.
Anastasias Tonfall änderte sich und nahm einen Hauch von würdevoller Ehrfurcht an.
„Und wer könnte besser geeignet sein, als einer der ältesten Herrscher, die es gibt? Ein König der Nacht, ein Kaiser des Blutes – eine Legende unter den Unsterblichen.“
Der Saal verdunkelte sich leicht, als würde die Luft selbst erkennen, wer gleich vorgestellt werden würde.
„Lasst uns begrüßen“, verkündete Anastasia mit einer Stimme, die wie Seide über Stahl klang:
„Seine kaiserliche Majestät – Dracula, den Vampir-Kaiser.“
Der Himmel draußen und die Säle im Inneren verdunkelten sich.
Nicht wegen Wolken. Nicht wegen der hereinbrechenden Nacht.
Sondern wegen etwas Tieferem – einem samtenen Abgrund, der das Konzept von Licht verschluckte.
Der Saal selbst verdunkelte sich, als würde die Luft seine Anwesenheit erkennen, noch bevor er ihn betrat. Der Duft von altem Wein und uraltem Blut lag in der Luft, subtil und doch unverkennbar.
Dann – bewegte sich die Dunkelheit.
Eine schwarze Kutsche tauchte am Eingang auf, ihre Räder waren trotz ihres Gewichts geräuschlos. Sie wurde von vier monströsen Rössern gezogen, deren glühend rote Augen wie sterbende Sterne flackerten. Ihr Atem kräuselte sich wie Nebel in der Nacht, die Luft unter ihrer Anwesenheit war fast unerträglich.
Warum eine Kutsche?
Weil es kein Fahrzeug war.
Es war ein Thron auf Rädern – ein Statement, dass Dracula keine modernen Kleinigkeiten brauchte, um seine Dominanz zu zeigen. Die Kutsche war uralt, aber makellos, unberührt von der Zeit. Sie symbolisierte einen Herrscher, der Zivilisationen entstehen und untergehen gesehen hatte, einen König, der sich nie vor irgendeiner Macht auf der Welt verbeugt hatte.
Dann – öffnete sich die Tür mit einem Knarren.
Und er stieg aus.
Dracula.
Der Vampir-Imperator.
Er brauchte keine Ankündigungen. Er brauchte keine laut ausgesprochenen Titel.
Seine bloße Anwesenheit reichte aus, um den Saal in Schweigen zu hüllen.
Er war in Schwarz und tiefem Purpur gekleidet, sein langer Mantel fegte wie fließende Tinte über den Boden. Seine blassen, aristokratischen Gesichtszüge waren schärfer als Klingen, jeder seiner Schritte war bedächtig und ohne Eile.
Und seine Augen – zwei abgrundtiefe rote Brunnen – durchbohrten die Menge wie eine Sense.
Selbst die hochrangigsten Adligen wandten instinktiv den Blick ab, als würde ein zu langer Blickkontakt etwas weit Schlimmeres als den Tod bedeuten.
Hinter ihm folgte sein königlicher Rat der Vampire. Sie schwiegen und bewegten sich in perfekter Synchronisation – ein Hofstaat von Unsterblichen, die seit Jahrtausenden herrschten.
Unter ihnen schritten Blood Burn Fiend und Veyna mit ihrer eigenen dunklen Eleganz.
Aber irgendetwas stimmte nicht mit Draculas Verhalten.
Sein Gesichtsausdruck passte nicht zur Würde des Anlasses.
Es war keine Wut.
Es war Unzufriedenheit.
Sein Blick schweifte durch den Saal, nicht voller Bewunderung, sondern mit berechnender Aufmerksamkeit – als hätte er bereits etwas entdeckt, das ihm nicht gefiel.
Und doch wagte niemand, dies in Frage zu stellen. Denn Draculas Schweigen war furchterregender als die Drohungen der meisten Menschen.