Die Luft wurde schwerer und war voller Spannung. Die riesige Gestalt des Wächters schien eine fast erdrückende Kraft auszustrahlen, als hätte er seine Grenze erreicht. Seine Bewegungen waren langsamer, aber entschlossener und wirkten wie kalkulierte Wut – ein Wesen, das zu weit getrieben worden war, aber immer noch die Kontrolle über das Schlachtfeld hatte.
Pyris stand fest inmitten des Chaos, sein Atem war ruhig, seine Augen leuchteten entschlossen. Blut tropfte aus seinem Mundwinkel, doch seine Präsenz war unnachgiebig.
Sein Drachenblut pulsierte vor Energie, und seine Aura knisterte vor Blitzen und flackernden Raum-Zeit-Verzerrungen.
„Du hast mich sehr gut herausgefordert“, murmelte Pyris mit ruhiger, aber gefährlicher Stimme, „aber hier endet es.“
Der Wächter antwortete nicht mit Worten, sondern nur mit Taten. Er brüllte – ein tiefer, kehliges Geräusch, das den Boden erbeben ließ – und griff nach seiner massiven Klinge, die zuvor fallen gelassen worden war und nun vor dunkler Energie vibrierte, als würde sie auf die Wut ihres Meisters reagieren.
Mit einer fließenden Bewegung schwang der Wächter die Waffe in einem Bogen, der die Luft selbst zeriss und eine Spur aus leereähnlicher Energie hinterließ.
Pyris hob die Hand, und ein Blitz pulsierte wie eine lebende Schlange um seinen Arm. Mit einer schnellen Geste beschwor er eine Barriere aus geladenem Mana, die dem Schwert frontal begegnete. Die Explosion, die darauf folgte, sandte Schockwellen durch den Raum und schleuderte Trümmer überallhin.
Pyris wurde zurückgeschleudert, seine Stiefel rutschten über den Boden, während der Wächter vorrückte.
„Zeit für etwas Neues“, murmelte Pyris mit fester Stimme.
Er streckte den Arm nach vorne und zauberte mit der Leere und dem Raum einen Riss in die Realität.
Aus dem Riss entstand eine räumliche Verzerrung, die die Flugbahn des nächsten Schwerthiebs des Wächters ablenkte. Die massive Klinge verfehlte ihr Ziel um Zentimeter und schlug mit einem ohrenbetäubenden Knall auf den Boden, der einen Krater hinterließ. Pyris verschwand in einem Blitz aus superschneller Geschwindigkeit und tauchte hinter dem Wächter wieder auf, seine Hand leuchtete vor räumlicher Energie.
„Mal sehen, wie du damit klarkommst.“
Eine komprimierte Kugel aus Zeit und Raum explodierte vor dem Rücken des Wächters und verzerrte seine Bewegung für den Bruchteil einer Sekunde. Ein Blitz schoss durch die Öffnung und traf mit punktgenauer Präzision. Die Arena erstrahlte in einem blendenden Schauspiel roher Elementarkraft, und zum ersten Mal zeigten sich Risse in der einst undurchdringlichen Rüstung des Wächters.
Doch sie wankte nicht. Sie drehte sich scharf und schwang ihr Schwert horizontal. Pyris duckte sich unter dem Schlag weg, aber die Wächterin war schneller als erwartet. Ein Rückhandschlag, nun mit ihrer eigenen dunklen Energie aufgeladen, traf ihn direkt in der Brust. Der Aufprall schleuderte ihn gegen eine nahegelegene Wand, wobei die Wucht den Stein eindellte und ihm Blut aus dem Mund spritzte.
Seine Rippen brannten vor Schmerz, aber er rappelte sich auf, nicht bereit aufzugeben.
„Ich stehe noch. Ein Schlag von dir verursacht mehr Schaden als zehn von mir.“ Pyris grinste schwach, seine Aura flammte wieder auf. „Gut.“
Der Wächter schien Pyris‘ Widerstandskraft als Herausforderung zu sehen. Seine Aura veränderte sich und verdichtete sich zu einer dunklen, wirbelnden Masse um sein Schwert. Die Luft zischte, als die Waffe nun schneller und schwerer wurde, als würde sie sich von der Wut ihres Trägers nähren.
Er hob die Klinge hoch und schlug sie nach unten, wobei eine Schockwelle purer Zerstörung freigesetzt wurde.
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Pyris bewegte sich schneller als gedacht und verschwand in einem Blitz. Der Boden, auf dem er gerade noch gestanden hatte, brach auf und Steine und Trümmer flogen durch die Luft. Er tauchte mitten im Sprung wieder auf, Blitze zuckten durch seine Adern, und er stürzte sich auf den Wächter. Im letzten Moment drehte er sich durch Zeit und Raum, tauchte hinter dem Wächter auf und versetzte ihm eine Reihe von elektrisierenden Schlägen und Schwerthieben.
Es schien, als hätte ihn der Wahnsinn gepackt …
Jeder Schlag landete mit einem donnernden Knall und zerbrach die Rüstung des Wächters weiter. Die Bestie taumelte, aber sie war noch nicht am Ende. Mit unnatürlicher Geschwindigkeit drehte sie sich um, ihr Schwert strahlte unheilvoll. Diesmal schwang sie es nicht.
Es rammte die Klinge in den Boden, und das ganze Schlachtfeld wurde von einer Welle schwarzer Energie verschlungen.
Pyris hatte kaum Zeit zu reagieren. Er errichtete einen Schild aus räumlicher Energie um sich herum, aber die Welle durchbrach ihn wie Papier. Die dunkle Energie traf ihn mit voller Wucht, schleuderte ihn gegen die Decke, bevor die Schwerkraft ihn wieder nach unten zog.
Er schlug auf dem Boden auf, hustete Blut und sah alles verschwommen. Sein Körper schrie vor Schmerz, seine magischen Reserven schmolzen dahin, aber dennoch stand er auf.
Der Wächter kam näher, seine Schritte waren schwer, sein Atem ging stoßweise. Seine Rüstung war zerbrochen und verbeult und leuchtete schwach, als würde sie nur noch zusammenhalten. Die beiden Kämpfer sahen sich in die Augen, und trotz der Heftigkeit des Kampfes war gegenseitiger Respekt zwischen ihnen zu spüren.
„Eine letzte Runde?“, fragte Pyris mit heiserer, aber unerschütterlicher Stimme.
Der Wächter nickte kurz.
Der letzte Schlagabtausch stand bevor, die Zeit war gekommen und das Hinauszögern hatte ein Ende.
Pyris warf sein Schwert weg und ließ es auf den Boden fallen. Stattdessen konzentrierte er sich ganz auf seine Magie und sammelte jede noch verbleibende Energie. Goldene Blitze umhüllten ihn vollständig und zuckten wild um ihn herum, während er den Raum um sich herum verbog.
Die Zeit schien stillzustehen, während er seinen letzten Schlag vorbereitete.
Der Wächter hob sein Schwert, um das sich dunkle Energie in einem zerstörerischen Wirbel sammelte. Er stürzte sich mit einer für seine Größe überraschenden Geschwindigkeit auf seinen Gegner.
Pyris begegnete ihm frontal. Er verschwand in einem Blitz aus superschneller Geschwindigkeit und tauchte neben dem Wächter wieder auf. Seine Hand leuchtete von räumlichen Verzerrungen, als er sie in die Risse in der Rüstung des Wächters rammte.
Der Aufprall hallte durch die Arena, und für einen kurzen Moment sah es so aus, als würde der Wächter fallen.
Aber das tat er nicht.
Der Wächter schlug mit seiner Klinge zurück und traf Pyris an der Schulter. Blut spritzte, und er taumelte, aber er gab nicht auf. Mit einem letzten Energieschub versetzte er dem Wächter einen vernichtenden, blitzgeschnellen Schlag direkt in die Brust.
Die beiden Angriffe trafen gleichzeitig. Die Rüstung des Wächters zerbrach vollständig, und Pyris wurde quer durch die Arena geschleudert und schlug mit einem widerlichen Knall auf dem Boden auf. Beide Kämpfer lagen regungslos da, ihre Körper waren gebrochen, ihre Energie verbraucht.
Ein Patt?
Stille legte sich über das Schlachtfeld, nur unterbrochen vom Geräusch schwerer Atemzüge. Pyris zwang sich, sich aufzurichten, während Schmerzen seinen ganzen Körper durchzuckten. Auch der Wächter erhob sich langsam, zwar ramponiert, aber aufrecht.
Pyris lächelte schwach. „Sieht so aus, als wären wir quitt.“
Der Wächter neigte leicht den Kopf, um diese Aussage anzuerkennen. Dann drehte er sich um und trat zurück, als wolle er das Ende der Runde signalisieren.
Pyris sank zurück auf den Boden, sein Körper gab endlich nach. Seine Sicht verschwamm, als ihn die Erschöpfung übermannte, aber er verspürte ein Gefühl der Befriedigung.
Er hatte den Wächter an seine Grenzen gebracht – und überlebt. Die Zeit war reif.
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