Der vertraute Duft von Eiche und Magie lag in der Luft, als Seraphina durch die weitläufigen Gänge des großen Bürogebäudes von Obsidian Tech ging.
Ihr Herz schlug schneller, als sie sich der einen Tür näherte, hinter der sich alle Antworten auf ihre Fragen verbargen – dem privaten Büro von Pyris Obsidian.
Es war schon eine Weile her seit jener schicksalhaften Nacht, die als Falle begonnen hatte, um Pyris in den großen Plan ihrer Familie zu locken.
Ihr Vater, der Kaiser, hatte die Honigfalle gestellt, weil er dachte, er könnte die Obsidian-Familie sichern, indem er Pyris‘ Lust als Drache ausnutzte. Aber was als berechnender Plan begonnen hatte, entwickelte sich schnell zu etwas viel Tieferem. Pyris hatte mit seinem schlauen Verstand und seinem umwerfenden Charme nicht nur die Pläne ihres Vaters durchkreuzt, sondern dabei auch Seraphinas Herz erobert.
Als sie die Tür erreichte, schossen Seraphina alle möglichen Gedanken durch den Kopf. „Ist er einfach zu beschäftigt mit der Führung seines Reiches oder … wartet er darauf, dass ich mich ihm vollständig unterwerfe?“
Der Gedanke, sich zu unterwerfen, wirklich ihm zu gehören, ließ sie erschauern. Aber da war noch etwas anderes – ein Schmerz, eine Sehnsucht, die sie nicht ignorieren konnte. „Hat er mich absichtlich warten lassen, um mich zu testen?“
Ihre Hand zögerte an der Tür. Für eine mutige Prinzessin wie Seraphina war Zögern kein gewöhnliches Gefühl.
Aber andererseits hatte Pyris ihr immer Gefühle gegeben, die niemand sonst ihr geben konnte. Seine Anwesenheit in ihrem Leben hatte ihr gezeigt, was es bedeutet, begehrt zu werden, und in dieser Nacht … Sie lächelte leicht. In dieser Nacht hatte er nicht nur ein politisches Spiel gewonnen – er hatte ihr Herz erobert, ohne viel mehr zu tun, als sie zu verführen.
Er war einen anderen Weg gegangen. Ihre Finger strichen über die glatte Oberfläche der Tür.
Doch bevor sie klopfen konnte, flackerte ihr Schatten. Eine schwache Bewegung in der Luft erregte ihre Aufmerksamkeit, verschwand jedoch sofort wieder – einer von Pyris‘ stillen Wächtern, die sie stets beschützten und beobachteten.
Pyris hatte sie nie im Stich gelassen, er hatte immer auf sie aufgepasst!
_____
In dem luxuriösen Büro stand Pyris am Fenster, die Hände hinter dem Rücken verschränkt. Er strahlte die Selbstsicherheit eines Mannes aus, der alles unter Kontrolle hat, und seine goldenen Augen funkelten warm und intensiv.
Das Büro war eine elegante Mischung aus modernem Design und alten Obsidian-Relikten, die die Geschichte und Macht der Familie widerspiegelten, die seinen Namen trug.
Entdecke mehr bei empire
Pyris staunte über die plötzliche Anwesenheit vor seiner Bürotür. Er konnte sie spüren, ihre königliche Ausstrahlung, noch bevor sie den Raum betrat.
Seraphina. Ihre Schönheit war unvergleichlich, aber es war die beeindruckende Aura, die von ihrer königlichen Abstammung herrührte, die ihm den Atem raubte. Sie war nicht irgendeine Frau, sie war die Drachenprinzessin des Imperiums und eine Zeit lang war sie eine Schachfigur in dem Spiel ihres Vaters gewesen, um ihn zu kontrollieren.
Doch jetzt war sie so viel mehr.
„Sie ist endlich da … genau rechtzeitig zum bevorstehenden Besuch ihrer Mutter“, sagte Lia, der Geist in Pyris, in seinen Gedanken. Pyris konnte nicht anders, als ihr zuzustimmen. Das Timing war perfekt.
Während er da stand und darauf wartete, dass sie durch die Tür kam, wanderte sein Blick kurz zu seinen beiden persönlichen Assistentinnen.
Lizzie und Suzie waren fleißig dabei, seine Unterlagen zu ordnen, aber beide spürten die Spannung in der Luft.
Lizzie, deren scharfer Verstand immer auf die Feinheiten im Raum eingestellt war, warf Pyris einen wissenden Blick zu. Suzie hingegen versuchte, ihre Arbeit fortzusetzen, konnte aber nicht anders, als vor Vorfreude und vielleicht auch Eifersucht unruhig hin und her zu rutschen.
Beide Frauen waren Pyris treu ergeben, aber die Ankunft von Seraphina hatte etwas Tieferes, etwas Unausgesprochenes in ihnen geweckt.
Aurelia stand ganz hinten.
Dann öffnete sich die Tür.
Seraphina betrat das Büro und füllte den Raum mit ihrer Präsenz wie eine Königin, die ihren Thronsaal betritt. Ihre Augen, scharf und doch warm violett, hefteten sich sofort auf Pyris.
In diesem Moment schien die Welt stillzustehen. Es wurden keine Worte gesprochen, nur das tiefe, unausgesprochene Verständnis zwischen zwei Menschen, die etwas Außergewöhnliches geteilt hatten.
Pyris lächelte – ein langsames, wissendes Lächeln, das ein Versprechen enthielt. „Prinzessin Seraphina“, sagte er leise, seine Stimme eine samtige Mischung aus Stärke und Charme.
Ihre Lippen verzogen sich zu einem kleinen Lächeln, aber ihre Schultern waren angespannt. „Pyris“, antwortete sie mit fester Stimme, die jedoch ein leichtes Zittern verriet.
Als sie sich das letzte Mal gesehen hatten, hatte sich alles dramatisch verändert, und doch waren sie wieder hier, zusammengeführt von Kräften, die sie nicht kontrollieren konnten.
Von der anderen Seite des Raumes trat Aurelia, Pyris‘ Schwester, vor, deren Präsenz nicht weniger beeindruckend war. Ihre dunklen Augen huschten zwischen Seraphina und Pyris hin und her, und ihr Gesichtsausdruck verriet, dass sie Bescheid wusste. „Die Prinzessin ist also endlich da“, dachte Aurelia, aber ihr Lächeln verriet keine Emotionen.
Stattdessen nickte sie Seraphina nur kurz zu, als würde sie sie nicht gerade vor wenigen Minuten gehänselt haben.
„Das wird interessant.“
Lizzie und Suzie, die beiden stillen Zeuginnen, tauschten Blicke aus, behielten ihre Gedanken aber für sich. Es stand ihnen nicht zu, sich einzumischen.
Pyris trat einen Schritt näher an Seraphina heran, streckte die Hand aus und ohne zu zögern nahm sie sie.
Diese einfache Geste – so klein und doch so intim – schlug Wellen durch den Raum. Er zog sie sanft zu sich heran, ohne den Blick von ihr zu wenden.
„Du bist gekommen“, flüsterte Pyris mit liebevoller Stimme.
In seinen Worten lag ein Funken Zufriedenheit; er wusste, was das bedeutete. Seraphina war zu ihm gekommen – nicht als politisches Werkzeug, sondern als jemand, der an seiner Seite sein wollte.
„Dachtest du etwa, ich würde nicht kommen?“, entgegnete Seraphina und hob ihr Kinn, doch ihre Lippen verrieten ihre Unsicherheit. Sie lächelte und spürte die Wärme, die von Pyris‘ Hand auf ihre überging.
Die Spannung löste sich, und ohne den Blick voneinander abzuwenden, beugte sich Pyris vor und drückte einen sanften Kuss auf ihre Hand. „Du warst schon immer mein.“
____
Später am Abend betraten Pyris und Seraphina das exklusivste Restaurant der Stadt, ein Ort, der nur der Elite der Elite vorbehalten war.
In dem Moment, als sie eintraten, folgten ihnen Flüstern – alle Köpfe drehten sich in ihre Richtung. Ein Prinz des mächtigsten Wirtschaftsimperiums des Reiches und die Drachenprinzessin des Imperiums selbst, vereint in etwas, das mehr als nur ein Geschäftstreffen zu sein schien.
Ihr Tisch war privat und bot einen Blick auf die leuchtende Skyline der Stadt.
Kerzenlicht flackerte zwischen ihnen und warf warme Schatten auf ihre Gesichter.
Die Atmosphäre war luxuriös, und der Wein in ihren Gläsern funkelte wie flüssiges Gold.
Doch trotz der Opulenz entwickelte sich unter der Oberfläche ein tieferes Gespräch.
„Pyris“, begann Seraphina mit leiser Stimme, während sie den Rand ihres Glases berührte, „du weißt, warum ich hier bin, nicht wahr?“
Pyris lehnte sich zurück, sah sie fest an und nahm einen Schluck von seinem Drink. „Ich weiß. Aber ich will es von dir hören.“
Seraphina atmete aus und sah ihm in die Augen. „Es ist Zeit. Ich weiß, dass mein Vater mich geschickt hat, um dich an die kaiserliche Familie zu binden … aber ich habe meine Entscheidung getroffen. Ich bin nicht wegen ihm hier. Ich bin wegen dir hier.“
Pyris‘ Blick wurde weicher, und zum ersten Mal seit langer Zeit ließ er sich entspannen. Endlich fügte sich alles zusammen. „Dann werden wir gemeinsam unser Reich aufbauen.“
Und je tiefer die Nacht wurde, desto stärker wurde ihre Verbindung.
Die Nacht war noch jung, nicht wahr?
******
Leute, ich bitte euch demütig, euch meine anderen Bücher anzuschauen, und das neue wird euch nicht enttäuschen!