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Kapitel 292: Alexa will Rache

Kapitel 292: Alexa will Rache

Die Bar lag im Schatten, und der schwere Geruch von abgestandenem Bier und Zigaretten hing an den Wänden. Die Theke war aus abgenutztem Holz, zerkratzt von Jahrzehnten voller Frust und betrunkenen Geständnissen. Und dort saß Alexa Wykes allein in einer dunklen Jacke, die Haare zu einem unordentlichen Knoten zusammengebunden.

Sie starrte auf den Boden ihres Glases, als könnte es ihr einen Sinn in dem Chaos in ihrem Kopf geben.
Der Drink brannte in ihrer Kehle. Aber es reichte nicht aus, um die Stimmen zum Schweigen zu bringen. Die Schreie. Die Augen derer, die ihr vertraut hatten … und gestorben waren.

„Es tut mir leid“, flüsterte sie kaum hörbar.

Die Erinnerungen kamen in Blitzbildern zurück … der Geruch von frischem Blut, der fleckige Holzboden, die verstümmelten Leichen. Einer von ihnen lächelte noch … sogar ohne Kopf.
Ian. Der treueste Beta, den sie je gehabt hatte. Er liebte Poesie, hasste Gewalt. Er hatte geschworen, sie bis zum Ende zu beschützen.

Das Ende kam viel zu schnell.

Sie schenkte sich noch einen Shot ein, aber ihre Hand zitterte. Sie schloss für einen Moment die Augen und atmete tief durch.

In diesem Moment vibrierte ihr Handy in ihrer Jackentasche.
Sie brauchte einen Moment, um danach zu greifen. Etwas Schweres lastete auf ihrer Seele, und die Welt konnte warten. Aber als sie auf den Bildschirm schaute, gefror ihr Blut:

Vergil.

Zuerst kam ein Foto.

Sie tippte darauf.

Sein Gesicht.

Alex.

Verletzt, angekettet, mehr Tier als Mensch … aber er atmete noch. Er lebte noch.
Das Glas rutschte ihr aus der Hand und zersprang auf dem Boden, wobei der Rest des Getränks auf den Boden spritzte.

Alexas Pupillen weiteten sich. „Das ist nicht echt … das kann nicht echt sein … Bin ich betrunken?“

Aber bevor sie reagieren konnte, vibrierte das Telefon erneut. Ein Anruf. Sie nahm instinktiv ab, fast atemlos.
„H-Hallo?“ Vergils Stimme klang sarkastisch – fast schon verspielt.

„Schau dir das Foto an, das ich dir gerade geschickt habe. Ich warte zu Hause. Der Dreckskerl, den du auslöschen wolltest? Ja … Ich habe ihn auf einer meiner Reisen gefunden. Er lag da wie ein streunender Hund.“
Alexa konnte nicht sofort antworten. Die Geräusche aus der Bar verstummten. Das Gespräch war alles, was sie wahrnahm. Ein dumpfes Summen erfüllte ihren Kopf. Ihre Hände umklammerten das Telefon so fest, dass es fast zerbrach.

„… In welchem Zustand ist er?“, brachte sie mit zittriger Stimme hervor.
Die Antwort tropfte wie süßes Gift: „Perfekt. Unversehrt. Hübsch. Ganz aufgedonnert, damit du mit ihm machen kannst, was du willst. Töte ihn … foltere ihn … zerreiße ihn mit all der Wut, die du in dir aufgestaut hast.“

Alexa biss sich auf die Lippe, bis sie blutete.

Sie konnte ihn sehen. Als stünde er direkt vor ihr. Als hielten diese Ketten kein Monster gefangen, sondern die Vergangenheit – ein Trauma mit einem Namen, einem Gesicht, einem Geruch.
„Betrachte meinen Keller als VIP-Raum für deine Rache, Alexa.“ Ihr Name, aus Vergils Mund, krachte wie ein Donnerschlag in ihrem Hinterkopf.

Ihre Augen begannen zu leuchten – bernsteinfarben, übernatürlich. Die Barlichter flackerten und reagierten auf die emotionale Welle, die aus ihrem Körper strömte.

Sie schloss die Augen. Die Gesichter derer, die sie verloren hatte, rasten durch ihren Kopf.
Ian. Sasha. Derek. Lya. So viele andere … Alle tot wegen ihm.

Und jetzt … jetzt konnte sie es beenden.

„Ich bin auf dem Weg“, flüsterte sie, ihre Stimme ein Versprechen – nicht nur auf Rache, sondern auf Abschluss. Auf Befreiung.

Das Gespräch war beendet.

Sie stand einen Moment lang da und starrte auf das Telefon, als hätte es gerade die Pforten der Hölle geöffnet … und sie war bereit, hindurchzugehen.
Dann stand sie auf. Sie warf ein paar Scheine auf den Tresen, schnappte sich ihre Jacke und ging zur Tür hinaus, die Augen immer noch brennend.

Draußen war es noch bitterkalt – so kalt, dass einem der erste Atemzug in der Lunge gefror. Aber in ihrem Inneren … brannte etwas. Keine Wut. Keine Trauer. Etwas Älteres. Etwas Tieferes. Ein Feuer, das sich nicht länger einsperren ließ.
Sie verließ die Bar, ohne sich umzusehen. Das zerbrochene Glas, die abgewandten Blicke, die Stille nach ihrem Ausbruch – nichts davon spielte mehr eine Rolle. Die Last der Erinnerungen, die Stimmen ihrer Toten, die leeren Blicke, die sie zu schützen geschworen hatte … all das kam mit dem Anruf zurück. Mit seinem Namen.

Sie blieb einen Moment lang vor dem Motorrad stehen.

Aber ihr Körper lehnte den Gedanken ab.
Es gab keine Zeit. Keine Geduld. Keine Bremsen.

In einer einzigen Bewegung – reinem Instinkt – verschwand Alexa.

Ihr feurig orangefarbenes Haar mit den grünen Spitzen wurde zu einem flammenden Geschwindigkeitswirbel. Sie schnitt wie ein lautloser Blitz durch die Straßen, schlängelte sich zwischen Autos hindurch, ignorierte Ampeln und durchbrach die Logik der Stadt – und der Welt.

Der Wind heulte um sie herum. Die Leute sahen nur den Streifen, den sie hinterließ.
Das Feuer in ihr – dasselbe, das einst von Liebe genährt und später von Schmerz verdreht worden war – war jetzt reiner Treibstoff.

Schnell.

Alexa erreichte die Villa, ohne ihre Beine zu spüren – oder das Vergehen der Zeit. Sie stürmte mit einem wütenden Stoß durch das Tor und hielt nicht inne, um zu atmen. Die Eingangstür gab unter ihrer Wucht nach und schlug mit einem lauten Knall gegen die Wand.
Und dann – Schock.

Direkt im Eingang stand eine üppige Frau mit rabenschwarzem Haar – winziger Bikini, enge Shorts und dem Ausdruck von jemandem, der von nichts aus der Ruhe zu bringen war. Morgana. Neben ihr hielt ein kleines Mädchen mit Sonnenbrille ruhig ihre Hand, als würden sie zum Park gehen. Alice.
Weiter hinten schlenderte Sapphire wie ein Catwalk-Model in einem rot-goldenen Badeanzug, der zu ihrem katzenhaften Blick passte. Und sie waren nicht allein. Katharina lehnte an der Wand und nippte an einem gekühlten Drink. Roxanne, Ada, Stella, Raphaeline – alle trugen Bademode, als hätte sich die Villa in eine Poolparty verwandelt.

Alexa fragte nichts.

Das Feuer in ihr traf jetzt auf eine andere Kälte: Verwirrung. Aber bevor sie wieder explodieren konnte, schenkte Katharina ihr ein nervig ruhiges Lächeln und zeigte mit ihrem Glas:

„Hinten raus, zweite Treppe rechts. Er ist im Keller. Mit deinem Bruder.“

Das reichte.

Alexa sagte nichts. Sie rannte einfach los.
Sie flog die Treppe hinunter, als würde die Welt untergehen. Jeder Schritt verschwand mit fast übernatürlicher Geschwindigkeit unter ihren Füßen – ihr Herz pochte, ihre Kehle war trocken, ihre Augen brannten. Die Dunkelheit des Kellers wich schnell einem warmen Schein, der von innen kam.

Und dann blieb sie stehen.
Vergil war da. Er saß auf einem schlichten Holzhocker und trug … Strandklamotten. Eine geblümte Badehose, ein offenes Hemd, Sandalen. Kaum zehn Minuten waren seit dem Anruf vergangen – und er sah so aus?

„Na … deine Schwester ist da“, sagte er mit diesem lässigen Lächeln und stand auf, als wollten sie zu einem Sonntagsgrillen aufbrechen.

Aber in dem Moment, als er aufstand, war Alexa schon bei ihm.
Die Umarmung war fast wie ein Tackling. Eine verzweifelte, brennende Bewegung – sie prallte gegen seine Brust, als würde sie gleich zusammenbrechen.

Vergil blinzelte, überrascht. Er lachte leise, nicht sicher, was er tun sollte – dann schlang er schließlich seine Arme um sie und spürte – wirklich spürte –, wie sehr sie zitterte.
„Hey, hey … ganz ruhig“, murmelte er mit leiserer Stimme, so leise, als würde er zu etwas sprechen, das viel zu zerbrechlich für diese Welt war. „Ich habe dir doch gesagt, dass ich ihn dir bringen würde, damit du ihn töten kannst, weißt du noch? Du musst nicht so emotional werden.“

Aber Alexa antwortete nicht.

Kein einziges Wort.
Sie umarmte ihn nur noch fester, als wolle sie sich mit ihm verschmelzen. Als sei das Festhalten an ihm der einzige Weg, um das Chaos in ihrem Inneren davon abzuhalten, sie zu verschlingen.

Und zum ersten Mal seit langer Zeit unterbrach Vergil diesen Moment nicht mit Worten. Er stand einfach nur da. Er hielt seine liebe Freundin fest wie einen sicheren Hafen inmitten des Sturms, der in ihr tobte.

„Wie erbärmlich.“
Die Stimme durchschnitten die Stille wie ein schmutziges Messer.

Alexa blinzelte, die Wärme der Umarmung noch immer an ihrer Brust, als sie die Bemerkung aus der Zelle vor ihr hörte.

„Darum ging es also? Du hast mich entführt, weil du mit meiner Schwester schläfst?“

Alex.

Sein Tonfall war abstoßend, giftig – er klammerte sich an Spott, als würde ihm das irgendeine Macht verleihen.
Vergil schaute ihn nicht einmal an.

„Alexa“, sagte er ruhig und sah sie fest an. „Kann ich irgendwas für dich tun?“

Sie zögerte, verwirrt von der Frage.

„Hä? J-ja, ich glaube schon …“, antwortete sie, immer noch erschüttert und nicht ganz verstehend.

Das war alles, was er brauchte.
Vergil löste sich sanft aus der Umarmung, holte tief Luft … und öffnete ohne Eile die Zellentür.

Alex war immer noch angekettet, aber wie eine in die Enge getriebene Ratte stürzte er sich trotzdem auf Vergil – die Krallen in einer letzten verzweifelten Geste der Arroganz auf ihn ausgestreckt.

Aber das spielte keine Rolle.

Mit einer einfachen Handbewegung zerschmetterten die Krallen wie dünnes Glas.
„Hey, du kleiner Wurm …“, sagte Vergil, trat näher, seine Stimme leise und fast spielerisch, „ich will dir mal was sagen.“

Bevor Alex reagieren konnte, zeriss ein Schrei die Luft.

„AAAHHHHH!!“

Der Schmerzensschrei war schrill, grotesk. Seine Finger wurden zerquetscht – einer nach dem anderen – mit einem einzigen brutalen, sauberen Schlag.

Vergil machte weiter.
Er packte Alex‘ zerquetschte Hand so leicht, als würde er Müll halten. Dann verdunkelten sich seine Augen.

„Du hast sie angefasst“, sagte er mit vor Wut brodelnder Stimme.

Er hob Alex‘ blutüberströmte Hand und packte mit der anderen seinen Kopf – seine Finger umfassten sein linkes Auge.

Die gleiche Seite, auf der Alexa ihre Narbe hatte.
„Du hast mir das Wichtigste in meinem Leben wehgetan.“

Keine Magie. Keine Waffen.

Nur kalte, gnadenlose Wut.

Mit absichtlicher, präziser Grausamkeit drückte er zu – und riss Alex mit bloßer Hand das Auge heraus.

Der Schrei, der darauf folgte, war nicht nur Schmerz – es war Verzweiflung, Hilflosigkeit.

Es war der Schrei eines Monsters, das erkannte, dass es endlich einen größeren Feind gefunden hatte.
Vergil ließ das Auge wie Müll auf den Boden fallen.

Dann drehte er sich zu Alexa um, seine Augen immer noch dunkel – aber sein Gesichtsausdruck … ruhig.

Als wollte er sagen: „Jetzt bist du dran.“

Meine Frauen sind wunderschöne Dämonen

Meine Frauen sind wunderschöne Dämonen

Score 10
Status: Ongoing Author: Artist: Released: 2024 Native Language: German
Vergil, ein 21-jähriger Typ, lebt ein scheinbar einfaches Leben in einer etwas chaotischen Welt. Seine Familie ist auch ganz normal – sein Vater ist zwar nicht mehr da, aber seine Mutter ist immer für ihn da, auch wenn sie ein bisschen... aggressiv ist. Aber das ist heutzutage ja nichts Ungewöhnliches, oder? Alles ändert sich drastisch, als Vergil nach einem unerwarteten Tod als Dämon erwacht. Zu seiner Überraschung entdeckt er, dass er versehentlich eine wunderschöne reinblütige Dämonin geheiratet hat. Nun wird er aus der Perspektive eines Dämons entdecken, wie die Welt wirklich funktioniert. WARNUNG: Bevor du dich aufregst: Das Buch ist von drei Werken inspiriert, die ich mag. Ich habe Szenen ABSICHTLICH ÄHNLICH gestaltet, indem ich Dialoge aus den Originalen imitiert habe. WÄRE ES EINE KOPIE, würde die Website es nicht genehmigen. Wenn dich das so stört, lies es einfach NICHT. ---- Discord: https://discord.gg/2rFfaP9BfB Der Roman "Meine Frauen sind schöne Dämonen" ist ein beliebter Light Novel aus den Genres Fantasy, Action, Romantik, Abenteuer, Erwachsene, Komödie, Harem, Slice of Life genre. Geschrieben vom Autor Katanexy. Lies den Roman "Meine Frauen sind schöne Dämonen" kostenlos online.

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