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Kapitel 286: Wir haben schon alles geklärt

Kapitel 286: Wir haben schon alles geklärt

Die Welt bebte.

Der Aufprall der beiden war apokalyptisch – der Boden brach wie Glas unter einem Hammer, Risse explodierten in alle Richtungen, während der Wald heulte und aus seinen Fundamenten gerissen wurde. Die Luft faltete sich in sich selbst, als würde die Realität selbst versuchen, diesem Moment zu entfliehen.

Faust traf Klinge. Fleisch traf Wurzel. Wahnsinn traf Gleichgewicht.
Vergil lachte ohne Unterlass … Er wirkte nicht einmal mehr wie ein Dämon – er kämpfte wie eine Bestie und stieß animalische, wahnsinnige, gierige Schreie aus.

Seine Augen waren weit aufgerissen, seine Pupillen zitterten und glühten, als würde seine Seele in ihm tanzen. Sein Körper bewegte sich wie das einer Kreatur in Ekstase, nicht diszipliniert, sondern aus einem Urinstinkt heraus.
„SO SCHMECKT ES!“, schrie er in Gedanken, während er durch die Luft wirbelte. „SO FÜHLE ICH MICH LEBENDIG! DER SCHMERZ, DIE GESCHWINDIGKEIT, DER WIDERSTAND! ER WEHRT SICH! ER KÄMPFT! ER …“

Vergil verschwand. Er tauchte wieder auf, oben. Dann links. Ein Tritt zerschnitt die Luft. Ein Ellbogen krachte herab. Eine Drehung, gefolgt von einem unmöglichen Schwung.
„Reagiere, verdammt! Zeig mir mehr davon! GIB MIR ALLES!“, forderte er.

Ihm gegenüber war Alex das genaue Gegenteil. Äußerlich ruhig, aber innerlich … ein Sturm aus Konzentration und Emotionen.

Jeder Schlag, den er abwehrte, ließ seine Wurzeln schmerzen, jeder Aufprall zerbrach nicht nur den Boden, sondern auch seinen Körper. Aber er wich nicht zurück.
„Er ist verrückt. Chaotisch. Aber … da ist ein Rhythmus. Ein gebrochenes Muster.“ Alex studierte ihn. Er konnte dieses Wesen nicht frontal bekämpfen.

„Seine Angriffe sind trotz des Anscheins nicht zufällig. Alles ist kalkuliert. Er hat so viele Kämpfe durchgestanden, dass er die Angst vor Verletzungen aufgegeben hat …“
Als Vergil wie ein Hurrikan auf ihn zustürmte, die Arme weit ausgebreitet und ein blutiges Lächeln auf dem Gesicht, hob Alex die Hände und beschwor die Welt herbei. Ranken schossen hervor. Dornen schossen wie Pfeile. Steine erhoben sich zu Mauern.

Vergil zerschmetterte sie alle mit seinen Fäusten.

„Mit Blumen kannst du mich nicht aufhalten!“, brüllte er. „Gib mir einen richtigen Kampf, du verdammter Mistkerl!“

Dann – KNACK!
Ein wirbelnder Tritt traf Alex an der Schläfe. Es klang wie ein gedämpfter Donnerschlag. Er taumelte und seine Sicht verschwamm für einen Moment.

Aber seine Wurzeln hielten ihn am Boden fest. Der Wind umwirbelte ihn. Der Wald stützte ihn.

„Ich … kann nicht fallen. Noch nicht.“ Er hob die Arme und ein Taifun aus messerscharfen Blütenblättern zerriss den Himmel.

Vergil lachte.
„SÜSS!“, brüllte er und stürmte wie ein wilder Stier durch den Sturm. Seine Brust war mit Schnittwunden übersät, aus denen Blut in feinen Linien floss. Aber er kam weiter und lächelte. „Willst du mich mit Blumen aufschlitzen? Ich LIEBE ES!“

Er schlug mit einer geraden Faust auf Alex ein – aber diesmal fing Alex seine Faust in der Luft ab.

Vergil erstarrte für einen Moment. Er war überrascht.

Alex sagte nichts.

Er beschwor einfach.
Eine lebende Lanze spross aus seiner Hand … goldener Saft pulsierte, als wäre sie aus Blut und Sonnenlicht gemacht. Er rammte sie Vergil direkt in den Bauch.

„NGHHHAAAAAAAAAAAARGH!“

Vergil krümmte den Rücken und spuckte Blut. Aber das Lächeln verschwand nicht. „DU HAST MICH … DU MISTSTÜCK!“
Dann riss er mit einem wahnsinnigen Lachen den Speer mit einem widerlichen Geräusch aus seinem eigenen Körper und warf ihn wie einen nutzlosen Zweig beiseite.

„Du hast mich durchbohrt … ABER DAS ÄNDERT NICHTS!“ Vergil beugte sich vor.

Sein Körper zitterte. Aber nicht vor Schmerz … vor Vorfreude.

„JE LÄNGER DAS SO WEITERGEHT, DESTO STÄRKER WERDE ICH!“
Alex holte tief Luft.

Der Himmel antwortete.

Nicht mit Donner.

Sondern mit Licht.

Goldene Tropfen fielen wie die Tränen der Welt, berührten den Boden und verwandelten Verzweiflung in Hoffnung.

„Hilf mir … Ritus der ersten Wiedergeburt.“

Die Welt erblühte.

In Sekundenschnelle wuchsen Bäume um sie herum und bildeten einen heiligen Hain. Der Wind legte sich. Die Zeit selbst schien langsamer zu vergehen. Alles atmete in Harmonie.
Vergil sah sich um. Er keuchte. Sein Körper war mit Schnitten, Blut und Schlamm bedeckt. Aber seine Augen …

„Wunderschön …“, sagte er fast ruhig. „Ich hätte fast … geweint.“ Er verspottete sich selbst.

Alex starrte ihn an. „Das ist nicht das Ende. Es ist der Anfang.“

Und dann – bewegte sich die Welt.

Die Bäume bogen sich wie Hände, Ranken wie hungrige Schlangen, Wurzeln versuchten, den Wahnsinn, der Vergil war, einzusperren.

Aber Vergil … Vergil lachte.

Er explodierte aus der Falle, riss Stämme wie lebende Raketen auseinander, trat Äste wie Speere und wirbelte wie ein roter Tornado durch die Luft. Jeder Schlag zerschmetterte nun den Wald selbst.
Alex hielt seine Position. Die Natur antwortete ihm mit Kraft und Schmerz. Jeder seiner Schläge war von der Seele der Erde durchdrungen. Jede Bewegung war ein Tanz mit dem Heiligen.

In nur wenigen Sekunden tauschten sie Hunderte von Schlägen aus.

Schlag. Hieb. Wurzel. Aufprall. Wurf.

Alles eingehüllt in Licht, Wut, Wind, Blätter und Schreie.

Dann –

Ein Aufwärtshaken an Vergils Kinn.
Ein Knie in Alex‘ Bauch.

Beide wurden durch die Luft geschleudert.

Vergil schlug mit dem Rücken auf den Boden, seine Brust hob und senkte sich, sein Blick war auf den Himmel gerichtet, aus dem Licht regnete. Blut tropfte aus seinem Mund. Er lachte und spuckte einen Zahn zur Seite.

„Er hätte mich fast verletzt … HA! Jetzt kommen wir der Sache schon näher.“
Alex sank auf die Knie und war wieder wie festgewachsen. Der Wald um ihn herum welkte, heilte ihn und hielt ihn am Leben. „Dieser Mann … ist ein Dämon … aber er nimmt keinen heiligen Schaden? Oder natürlichen …? Was zum Teufel ist er?“

Als er wieder zu Vergil sah, sah er eine violette Aura um ihn herum … so dunkel wie das Ende der Welt … Eine dichte Energie, die nach Tod schrie. Er hielt seinen Blick fest und biss die Zähne zusammen.
„Ich kann ihn nicht weitermachen lassen. Wenn das so weitergeht … werde ich verlieren …“, murmelte er, doch dann –

Vergil sackte mit einem dumpfen Schlag zu Boden, atmete schwer und stützte seinen verwundeten Körper mit den Armen hinter sich – doch seine Augen, die vor Urwut brannten, ließen Alex keine Sekunde lang los.

„Du …“, begann er und spuckte noch mehr Blut, „hast mich dazu gebracht, zu kämpfen, bis nichts mehr von mir übrig ist.“
Sein Lächeln wurde breiter – eine Mischung aus Erschöpfung, Ekstase und Wahnsinn.

„Es ist selten … so selten … alles zu geben, was ich habe. Gegen Sapphire brauche ich Konzentration, keinen Spaß. Meine Mutter? Sie verprügelt mich einfach nur. Sie sind Monster … jeder auf seine Weise. Sie zerquetschen mich allein mit ihrem Blick.“

Vergil lachte – ein heiseres Geräusch, halb Kichern, halb Schluchzen.
„Aber du? Ha … du hast mich diesen Kampf leben lassen. Ich habe die Grenze gekostet … und was dahinter liegt. Du hast mich dorthin getrieben … und ich habe es geliebt.“

Er beugte sich vor, wie ein Tier, das den Geruch von frischem Blut wahrnimmt, sprang mit einem kurzen Satz auf und knackte mit dem Nacken. Seine Muskeln zitterten vor Raserei, nicht vor Erschöpfung – sondern vor Vorfreude. Vor Hunger.

„Bringen wir es zu Ende … okay?“
Seine Stimme klang leise. Fast sanft. Aber was dann kam, war alles andere als das.

Vergils Aura explodierte.

Ein Wirbelwind aus purer Tötungsabsicht verschlang das Schlachtfeld, als hätte der Krieg selbst Gestalt angenommen. Rot und Violett verschmolzen zu chaotischen Spiralen, wie Feuer, das mit Schatten tanzte. Der Boden bebte unter seinen nackten Füßen, der Druck war so gewaltig, dass kleine Steine um ihn herum schwebten – nur um mitten in der Luft zerquetscht zu werden, als würden unsichtbare Hände sie zerquetschen.
Alex‘ Augen weiteten sich, sein Körper reagierte schneller als sein Verstand. Für einen kurzen, furchterregenden Moment hatte er das Gefühl, einer ganzen Armee gegenüberzustehen.

Tausende mörderische Wesen. Stille Todesschreie. Echos unzähliger Krieger hinter diesem schlanken, blutüberströmten Körper. Vergil war nicht mehr nur ein Gegner. Er war der leibhaftige Krieg.

Und er genoss jede Sekunde davon.
„Das ist der Teil, den niemand versteht“, sagte Vergil und ging langsam auf Alex zu, seine Augen glühten wie Kohlen. „Ich kämpfe nicht, um zu gewinnen. Nicht aus Rache, Gerechtigkeit oder Stolz. Ich kämpfe … um zu fühlen.“

Jedes Wort traf ihn wie ein Schlag.
„Wenn es wehtut, wenn es reißt, wenn es blutet – dann weiß ich, dass ich lebe. Und wenn ihr … wenn ihr mit allem, was ihr habt, zurückschlagt …“

Er streckte die Arme zur Seite aus, und seine Aura schwoll an, als würde sie sich von seiner eigenen Wut nähren.

„Dann will ich sterben.“ Er drehte sein Handgelenk, nahm eine niedrige, fast katzenhafte Haltung ein und war bereit zum Sprung.
„Komm schon, Alex … zeig mir mehr. Zeig mir alles. Denn selbst wenn du mich hier begräbst, werde ich lächelnd sterben.“

Alex holte tief Luft – ein einziger langer, schwerer Atemzug, der die ganze Welt in seine Lungen zu ziehen schien. Seine Brust hob sich langsam … und senkte sich dann wieder, wobei sie all die Angst, all das Zögern, all die Last der Entscheidung, die er treffen würde, mit sich nahm.
Der Wald, lebendiger denn je, antwortete mit Stille. Die Bäume, die bis jetzt für ihn gekämpft hatten, begannen sich zurückzuziehen. Äste krümmten sich, Blätter zitterten. Als würde sogar die Natur selbst erkennen, dass das, was vor ihr stand, kein Mensch mehr war.

Vergils Aura verzerrte die Luft, versengte den Boden unter seinen Füßen. Und doch – Alex wich keinen Schritt zurück.

Es gab keinen Rückzug mehr.
Er kanalisierte alles, was er noch hatte – jeden Funken Mana, jeden Tropfen Lebenskraft, jede Erinnerung an die Gründe, die ihn weiterkämpfen ließen. Die Energie in ihm wuchs und verdichtete sich, pulsierte mit einer ruhigen, goldenen, fast heiligen Hitze.

Die Erde unter seinen Füßen leuchtete grün und bernsteinfarben. Seine inneren Wurzeln verbanden sich wieder mit der Welt.

Aber als er seine Kampfhaltung einnahm – Arme erhoben, Beine wie der Stamm eines uralten Baumes fest auf dem Boden verankert … – waren seine Fäuste geballt.

Keine Dornen. Keine Speere. Keine Ranken. Nur er. Sein Körper. Sein Wille. Seine gebändigte Wut.

Denn in diesem Moment verstand er.

Mit etwas anderem als seinen eigenen Fäusten gegen Vergil zu kämpfen … wäre eine Beleidigung gewesen.
„Wenn es das ist, was du willst…“, murmelte Alex mit festem, ruhigem Blick wie die aufgehende Morgendämmerung. „… dann lass uns das wie Männer beenden.“

Und seine Fäuste entflammten im Licht des Waldes.

Funken tanzten über seine Finger. Wurzeln wickelten sich wie uralte Handschuhe um seine Arme. Aber es waren keine Waffen. Es waren Erinnerungen. Vererbte Kraft. Vermächtnis.

Ein fernes Donnergrollen gab den Rhythmus vor.
Vergil lächelte und senkte seinen Körper wie ein Raubtier, das zum Sprung ansetzt.

Alex atmete noch einmal tief aus, bevor es zum Zusammenprall kam.

Zwei Titanen. Geballte Fäuste. Entblößte Seelen.

BOOOOM!!!

Beide schossen gleichzeitig vom Boden ab – zwei lebende Blitze, die in entgegengesetzte Richtungen rasten, um in der Mitte der Welt aufeinander zu prallen.

Der Aufprall war absurd.

Faust gegen Faust.
Die Luft zerbrach wie Glas unter Druck, Schockwellen breiteten sich in konzentrischen Ringen aus, fällten Bäume, zerschmetterten Steine und kippten die Achse des Waldes, als hätte der Planet selbst geniest.

Vergil lachte – laute Lachen –, während seine Augen rot und violett glühten, ein wahnsinniger Tanz aus Lust und Wahnsinn. Seine Schläge kamen wie Kanonenschüsse: kurz, scharf, schnell.
Jeder Schlag war von einer unvorstellbaren Mordlust erfüllt, als würde die Seele einer ganzen Armee mit ihm schwingen.

„GEFÄLLT DIR DAS, WALDBOY?!“, brüllte er, drehte sich in der Luft und landete einen Haken, der Alex die Zähne zerschmetterte.

Alex spuckte Blut, wirbelte durch die Luft und kam mit einem geraden Schlag auf Vergils Magen zurück, wobei er seinen Arm bis zum Ellbogen versenkte.
„Ich liebe es, dich bluten und gleichzeitig lächeln zu sehen, du verrückter Sohn einer …“ KNACK!

Vergil antwortete mit einem so brutalen Kopfstoß, dass beide zurückgeschleudert wurden – doch sie fielen nicht, als wäre sogar die Schwerkraft erstarrt, um das Spektakel zu beobachten.

Sie stürmten erneut aufeinander zu.

Ein Schlag von Alex – brach Vergil den Kiefer.

Ein Haken von Vergil – renkte Alex die Schulter aus.
Aber nichts konnte einen von beiden aufhalten.

BOOM! BOOM! BOOM!

Die Schlagfolge war zu einer urwüchsigen Symphonie geworden. Bäume wurden pulverisiert, ohne berührt zu werden, Winde teilten sich in zwei Hälften, und jedes Mal, wenn ihre Fäuste aufeinander trafen, bebte die Erde, als stünde sie kurz vor dem Zusammenbruch.

Vergil wirbelte wie ein verrückter Tänzer herum und schlug mit Ellbogen, Knien und sogar seiner Stirn zu.
„MEHR!“, schrie er lachend. „MEHR, VERDAMMT! ICH HABE NOCH KNOCHEN ZU BRECHEN!“

Alex sagte nichts.

Seine Augen waren ruhig. Seine Füße standen fest auf dem Boden. Jeder seiner Schläge war wie ein Berg, der geschleudert wurde – langsam, bedächtig, unaufhaltsam. Er versuchte nicht, mit Vergils wahnsinniger Geschwindigkeit mitzuhalten. Er hielt durch. Er konterte. Er bestrafte ihn.
Bis ein linker Haken Vergils Brust traf und ihn wie einen Meteor nach hinten schleuderte.

Aber Vergil lachte sogar, während er durch die Luft flog – er bog sich in der Luft, drehte sich und stürmte mit beiden Fäusten wie einem Kriegshammer zurück.

Alex verschränkte die Arme und nahm den Schlag entgegen.

CRRRRAAAACK!

Der Boden gab nach.
Ein Krater riss auf und verschluckte Bäume, Steine und Lebewesen. Der Aufprall war so heftig, dass der ganze Wald für drei Sekunden still war.

Dann explodierte Alex aus dem Krater, seine Augen leuchteten golden, und er landete einen perfekten Aufwärtshaken an Vergils Kinn, der den Verrückten Hunderte von Metern durch die Luft schleuderte.

Aber Vergil drehte sich in der Luft, grub seine Füße in den Boden – der unter ihm zerbrach – und grinste.
„JA! JA, DU MISTKERL! DAS IST ES, WAS ICH BRAUCHE!“ Er biss die Zähne zusammen, Blut tropfte von seinen Lippen. „BRING MICH ZUM BLUTEN! LASS MICH ES SPÜREN!“

Alex landete vor ihm. Der Aufprall zerbrach die Erde unter seinen Füßen in perfekte Ringe.

„Keine Worte mehr.“

„DANN SPRICH MIT DEINEN FÄUSTEN!!“

Und die zweite Runde begann.

Diesmal war es nur Schmerz.

Nur Fäuste. Nur Knochenbrüche. Nur Blut und brennender Atem.

Jeder Schlag war ein Geständnis.

Jede Abwehr ein Gebet.

Jeder Vorstoß ein Bekenntnis zum Leben.

Zwei Männer. Zwei Philosophien.

Wahnsinn gegen Ausgeglichenheit.

Instinkt gegen Harmonie.

Zerstörung gegen Wiedergeburt.
Und als es vorbei war, war nur noch das dumpfe Geräusch des verwundeten Waldes zu hören, als würde die Welt selbst den Atem anhalten.

Brennende Blätter fielen langsam wie roter Schnee. Der Krater in der Mitte des Schlachtfeldes schwelte noch immer, und der Boden pulsierte wie ein verwundetes Herz.

Alex lag auf dem Boden.

Zusammengebrochen.

Fast tot.
Sein Körper atmete kaum noch, jeder Atemzug ein blutiges Wunder. Sein linker Arm war weg – irgendwann während des Kampfes abgerissen, er konnte sich nicht einmal daran erinnern. Sein rechtes Auge war ein leeres, schwarzes Loch, und sein Gesicht war mit Schnittwunden, Blut und Schmutz verschmiert.

Bewusstlos sah er eher wie eine zerbrochene Statue aus als wie ein Mensch.

Stille.

Selbst die Tiere, die sich zuvor versteckt hatten, wussten, dass dies kein gewöhnlicher Kampf war.
Dies war ein Krieg zwischen zwei gebrochenen Göttern gewesen.

Und auf einem Felsbrocken in der Nähe stand Vergil noch immer. Er schwankte. Er kicherte leise.

Er blutete aus jeder Pore. Sein Körper zitterte. Seine Finger waren gebrochen. An mehreren Stellen ragten Rippen hervor. Und dennoch … lächelte er.

„Er hat durchgehalten …“, murmelte er und spuckte Blut. „Dieser Mistkerl hat durchgehalten.“
Vergil sank auf die Knie, die Arme hingen wie totes Gewicht herunter.

Er blickte zum Himmel – der jetzt komplett rot war, als hätte sein Wahnsinn sogar den Himmel befleckt – und schloss die Augen.

„Ich wollte dich töten … aber …“, Vergils Stimme war nur noch ein heiseres Flüstern, das fast von der Stille verschluckt wurde, die nach dem Chaos herrschte. „Es wäre Verschwendung … Ich muss dich lebend zurückbringen … zu Alexa …“
Seine Knie gaben nach, sein Körper begann zu fallen, aller Kraft entzogen.

Doch bevor seine Stirn den Boden berühren konnte, fing ihn eine sanfte Hand auf – fest, elegant, fast so, als wäre sein Gewicht zu leicht, um eine Rolle zu spielen.

„Das war wunderschön anzusehen.“ Die melodische Stimme schnitt wie Seide durch die Luft.

Sapphire.
Da stand sie, in einem roten Trenchcoat, ihr langes Haar zu Zöpfen geflochten, die im mana-geladenen Wind wehten. Ihr Blick war analytisch, aber hinter der Kälte … war da noch etwas anderes. Ein Hauch von Stolz, fast brüderlich, fast liebevoll.

„Du hättest einfach deine Dämonengestalt annehmen und das Ganze in Sekundenschnelle beenden können, weißt du?“, sagte sie mit einem kleinen, wissenden Lächeln und hielt Vergil mit beunruhigender Leichtigkeit fest.
Vergil spottete, halb lachend, halb Blut hustend.

„Was hätte das für einen Spaß gemacht …?“, murmelte er atemlos, seine Augen brannten immer noch rot wie Glut. „Er hat mich daran erinnert, was es bedeutet, wirklich zu kämpfen …“

Sapphire legte ihren Arm um seinen Rücken und half ihm, aufrecht zu bleiben. Sie fühlte sich warm an – ein seltsamer Kontrast zu der Kälte, die sich in Vergils Wunden ausbreitete.
„Ich bin stolz auf dich“, sagte sie aufrichtig. „Du hast wie ein Monster gekämpft … und wie ein Mann. Ehrlich gesagt, war das irgendwie sexy.“

Vergil lachte leise und lehnte sich mit einem Teil seines Gewichts an sie.

„Sagt die Frau, die dieses wunderschöne Outfit auf diesem phänomenalen Körper trägt.“
Sapphire lächelte mit ihren Augen. Doch bevor sie antworten konnte, wanderte ihr Blick zur Mitte des Kraters, wo Alex immer noch regungslos lag und nur noch mit aller Willenskraft atmete.

„Was wirst du mit ihm machen?“, fragte sie.

Vergil kniff die Augen zusammen und versuchte, bei Bewusstsein zu bleiben. „Bring ihn zu Alexa. Ich habe ein Versprechen gegeben … du weißt ja, wie ich bin.“ Er lachte schwach.
Sapphire nickte langsam, als wüsste sie das schon. Dann schnippte sie mit den Fingern. Ein magischer Kreis öffnete sich neben ihnen auf dem Boden und leuchtete in purpurroten Farbtönen.

„Lass uns nach Hause gehen“, sagte sie ruhig. „Wir haben getan, wozu wir hierhergekommen sind.“

Sie bemerkte nicht einmal, dass

Vergil bereits eingeschlafen war.

Meine Frauen sind wunderschöne Dämonen

Meine Frauen sind wunderschöne Dämonen

Score 10
Status: Ongoing Author: Artist: Released: 2024 Native Language: German
Vergil, ein 21-jähriger Typ, lebt ein scheinbar einfaches Leben in einer etwas chaotischen Welt. Seine Familie ist auch ganz normal – sein Vater ist zwar nicht mehr da, aber seine Mutter ist immer für ihn da, auch wenn sie ein bisschen... aggressiv ist. Aber das ist heutzutage ja nichts Ungewöhnliches, oder? Alles ändert sich drastisch, als Vergil nach einem unerwarteten Tod als Dämon erwacht. Zu seiner Überraschung entdeckt er, dass er versehentlich eine wunderschöne reinblütige Dämonin geheiratet hat. Nun wird er aus der Perspektive eines Dämons entdecken, wie die Welt wirklich funktioniert. WARNUNG: Bevor du dich aufregst: Das Buch ist von drei Werken inspiriert, die ich mag. Ich habe Szenen ABSICHTLICH ÄHNLICH gestaltet, indem ich Dialoge aus den Originalen imitiert habe. WÄRE ES EINE KOPIE, würde die Website es nicht genehmigen. Wenn dich das so stört, lies es einfach NICHT. ---- Discord: https://discord.gg/2rFfaP9BfB Der Roman "Meine Frauen sind schöne Dämonen" ist ein beliebter Light Novel aus den Genres Fantasy, Action, Romantik, Abenteuer, Erwachsene, Komödie, Harem, Slice of Life genre. Geschrieben vom Autor Katanexy. Lies den Roman "Meine Frauen sind schöne Dämonen" kostenlos online.

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