BOOM!
Ein weiterer Zusammenprall. Schockwellen rissen das Schlachtfeld auseinander, rissen Metall aus dem Boden und verstreuten Trümmer wie Blätter in einem Sturm.
Der Mann war irgendwie wieder aufgestanden – mit gebrochenen Knochen, wilder Aura und Wahnsinn in den Augen. Er kämpfte wie ein in die Enge getriebenes Tier und warf alles, was er hatte, in die Schlacht. Klingen, Zaubersprüche, dunkle Konstrukte – eines grausamer als das andere.
Adam stellte sich ihm frontal. Ruhig. Kalt.
Stahl klirrte. Feuer brannte. Blitze zerrissen den Himmel. Sie tauschten Schlag um Schlag aus, ihre Silhouetten waren zwischen Lichtblitzen und Energieausbrüchen kaum zu erkennen.
Der Mann schrie mit blutunterlaufenen Augen: „WARUM FÄLLST DU NICHT?“
Adam antwortete nicht einmal.
Er wehrte einen Schlag ab, drehte sich, rammte dem Mann den Ellbogen in den Kiefer und trat ihn dann durch eine Säule aus geschmolzenem Stahl. Der Mann schlug hart auf, Metall zerbrach um ihn herum.
Dennoch stand er wieder auf – kaum noch auf den Beinen.
Er grinste, Blut tropfte von seiner Lippe. „Du bist stark … aber irgendwann werde ich dich brechen.“
Adam starrte ihn einen Moment lang an.
Dann seufzte er.
„Ich hab das satt“, murmelte er.
Er hob seine mit einem Handschuh bedeckte Hand.
Dann ließ er sie sinken.
KLIRR.
Der blutrote Handschuh schlug auf den Boden und zerbrach beim Aufprall. Das Leuchten verblasste. Das Summen verstummte.
Der Mann runzelte verwirrt die Stirn. „Gibst du auf?“
Adam antwortete nicht.
Er griff hinter sich –
– und zog.
Die Welt erstarrte.
Etwas Unsichtbares verschob sich. Als würde das Universum selbst Luft holen.
Und dann –
THUD.
Ein Schwert tauchte in seiner Hand auf.
Er schwang es nicht.
Er bewegte es nicht einmal.
Aber die Aura …
Das Schlachtfeld ächzte. Die Luft verzerrte sich, der Druck brach wie eine Bergwand auf ihn herab. Der Boden unter Adams Füßen zerbrach, obwohl er stillstand.
Blitze wichen von ihm zurück. Flammen erloschen von selbst.
Dem Mann stockte der Atem.
Er taumelte zurück. „Was zum Teufel ist das …“
Adams Griff festigte sich.
Das Schwert pulsierte einmal.
BOOM.
Der Mann wurde allein durch den Druck von den Beinen gerissen und prallte gegen eine Wand, die er nicht einmal sehen konnte.
Er blickte zitternd nach oben.
Das Schwert leuchtete nicht.
Es verschlang alles.
Das gesamte Licht in der Nähe wurde zu ihm hingezogen. Der Raum um Adam herum verdrehte sich, als könne er nicht mehr entscheiden, was real war.
Und dabei hatte er sich nicht einmal bewegt.
Noch nicht.
„… Bist du fertig mit Reden?“, fragte Adam leise.
Dann machte er einen Schritt.
Und der echte Kampf begann.
Jeder Hieb mit Adams Klinge schnitt nicht nur.
Sie löschte.
Der Mann wich nach links aus – die Hälfte des Schlachtfeldes hinter ihm verschwand. Er sprang hoch – sein Schatten schrie und verschwand. Er blockte mit beiden Armen –
KNACK.
Weg. Nicht zerbrochen. Weg.
Er heulte auf.
Adam machte weiter.
Er bewegte sich wie der Wind, eingehüllt in den Tod. Jede Bewegung war präzise. Keine vergebliche Anstrengung. Kein Blitz. Nur Gewalt.
Das Schwert flüsterte, während es sich bewegte – leise, kalt, endgültig.
Der Mann versuchte es erneut, versuchte alles – beschwor Bestien, Mauern, Waffen.
Nichts hielt länger als eine Sekunde stand.
Dem Schwert war das egal.
Der Kampf war nicht mehr spektakulär.
Er war chirurgisch präzise.
Ein Schnitt zerschmetterte ein Gebilde von der Größe eines Berges.
Ein weiterer trennte den Mann von seiner Kraft.
Und der letzte –
Adam blieb mitten in der Bewegung stehen.
Der Mann war hinter ihm. Er kniete. Blut tropfte aus jeder Pore. Seine Augen waren weit aufgerissen. Sein Körper zitterte.
Das Schwert hatte ihn nicht berührt.
Aber die Angst hatte es getan.
Adam schaute über seine Schulter.
Kein Lächeln. Keine Wut.
Nur Stille.
Und die Klinge.
Er summte immer noch leise.
In dem Moment, als das Schwert der Zerstörung auftauchte, veränderte sich die Luft.
Nein – nicht nur die Luft.
Alles.
Der Himmel bebte. Der Boden wich zurück. Sogar die Naturgesetze schienen zu zögern, als wären sie sich nicht sicher, ob sie noch gelten sollten.
Adam stand still da und hielt das Schwert locker an seiner Seite.
Sein Handschuh lag vergessen hinter ihm auf dem Boden.
Der Mann ihm gegenüber keuchte und hielt sich kaum aufrecht. Die Hälfte seines Körpers war mit Rissen übersät. Nicht nur Wunden – Risse. Als würde die Welt darum kämpfen, ihn in Adams Gegenwart zusammenzuhalten.
Das Schwert leuchtete nicht.
Es pulsierte nicht.
Es war einfach nur da.
Und das reichte aus.
Seine Aura drückte auf die Umgebung wie das Gewicht einer kollabierenden Stern.
Dicht. Schwer. Erdrückend. Eine Art Druck, der jede Zelle zum Schreien brachte. Das Schlachtfeld selbst begann auseinanderzufallen – Schiffe rosteten, Türme brachen auseinander, Trümmer zerfielen zu Sand.
Der Mann stürmte vor.
Mehr aus Instinkt als aus Mut.
Er schwang eine Klinge aus purem Chaos – groß, gezackt, voller schreiender Energie.
Adam blockte nicht.
Er trat vor.
Eine saubere Bewegung.
Und –
SCHNITT.
Stille.
Der Mann erstarrte mitten in der Bewegung.
Sein Schwert war noch erhoben. Aber seine Brust hatte einen dünnen, roten Streifen, der von der Schulter bis zur Taille verlief.
Dann –
KNACK.
Er zerbrach.
Nicht nur sein Körper.
Seine Essenz.
Sein Wesen.
Alles, was ihn ausgemacht hatte, zerbrach wie Glas unter Druck.
Er schrie nicht. Er brachte kein letztes Wort heraus.
Er hörte einfach auf zu existieren.
Verschwunden.
Nichts blieb zurück außer flackerndem Staub, der im Wind verwehte.
Adam atmete leise aus.
Das Schwert verschwand.
Der Druck ließ nach.
Die Welt begann wieder zu atmen.
Er drehte sich um, hob den Handschuh auf und schnallte ihn sich wieder um.
Sein Umhang wehte hinter ihm her, als er sich mit leichten Schritten vom Krater entfernte, als würde ihn das Gewicht des Geschehenen nicht einmal berühren.
Hoch oben beobachtete Alice alles in fassungsloser Stille.
„… War das … wirklich nötig?“
Jordan antwortete nicht.
Er sah Adam nur mit großen Augen nach.
Kein Jubel. Kein Applaus. Keine epischen Erklärungen.
Nur ein Mann, der das Schlachtfeld verließ.
Unbesiegt.
Unbeeindruckt.
Und völlig allein.
Adam betrat das Mutterschiff, dessen Kern unter seinen Füßen leise summte. In dem Moment, als er eintrat, veränderte sich die Atmosphäre im Inneren – alle konnten es spüren. Wortloser Respekt folgte ihm wie ein Schatten.
Er ging zur Kommandobrücke, wo Yara auf seine Anweisungen wartete.
Ohne anzuhalten, gab er den Befehl.
„Kurs auf Virelia setzen. Es ist Zeit, das zu beenden.“
Yara nickte entschlossen. „Ja, Commander.“
Damit drehte sich Adam um und ging zu seiner Kabine, die Last der Schlacht lastete noch schwer auf seinen Schultern, obwohl sein Gesicht nichts davon verriet.
Als er drinnen war, schloss er die Tür hinter sich, setzte sich und atmete langsam aus. Seine Finger krallten sich leicht in die Handflächen.
„System“, rief er.
Keine Antwort.
Dann flackerte eine Nachricht vor ihm auf:
[SYSTEM-UPGRADE WIRD DURCHGEFÜHRT …]
Er hob eine Augenbraue.
„Hmph. Natürlich.“
Er lehnte sich zurück und schloss halb die Augen.
„Jetzt, wo ich die Zerstörung selbst beherrsche … und einen weiteren Titel als Oberster Monarch errungen habe – einen Titel, den ich gar nicht besitzen dürfte …“
Er verstummte und seine Lippen verzogen sich zu einem leichten, wissenden Lächeln.
„… Ich frage mich, wie das Universum als Nächstes auf mich reagieren wird.“
Die Lichter wurden etwas gedimmt, als er seinen Kopf zur Ruhe legte und die Augen vollständig schloss.
Stille kehrte ein.
Unerschütterlich. Unaufhaltsam. Und immer noch in Entwicklung.