Die Ruinen bebten, als der Sturm heftiger wurde, und Blitze erhellten den heiligen Altar mit einem fast blendenden Licht.
Plötzlich ging eine Welle von Kraft von der kristallinen Struktur aus, deren Puls sich in einen gleichmäßigen, befehlenden Rhythmus verwandelte. Der Nebel wirbelte auf und teilte sich, und die Luft wurde unheimlich still, schwer von der Präsenz einer Macht, die das menschliche Verständnis überstieg. Entdecke Geschichten in meiner virtuellen Bibliothek Empire
Von oben ertönte eine Stimme – nicht nur eine Stimme, sondern ein alles umhüllender Klang, der die Autorität unzähliger Äonen in sich trug. Sie war majestätisch, gebieterisch und absolut. Die Stimme des Hohen Ewigen Alten Herrschers, der über den Göttern selbst thronte, hallte durch die Ruinen.
{Himmlische Heerscharen, hört mein Dekret. Die kosmisch verfluchte Blutlinie hat sich dem Willen der Ewigkeit in unermesslicher Weise widersetzt. Ihre Existenz stört das Gleichgewicht der Schöpfung selbst. Geht nun, ihr, die ihr die Gefäße meines Willens seid, die Verlängerungen meiner ewigen Essenz, und sprecht über sie das Urteil. Schlagt sie ohne Gnade, damit ihre Linie ausgelöscht und ihre Erinnerung in die Leere geworfen wird. So befehle ich euch.}
Die Worte waren nicht nur Worte, sie brannten sich in das Gewebe der Existenz ein und hallten in den Herzen der Versammelten wider, als stünde die Herrscherin in ihrer unbeschreiblichen Pracht vor ihnen.
Der Bogenschütze auf dem Thron erhob sich, seine leuchtenden Augen brannten heller, den Bogen in der Hand. Er kniete nieder, senkte den Kopf und sprach mit fester, ehrfürchtiger Stimme.
„Nach deinem Willen, Ewige Herrscherin. Deine Feinde werden keine Zuflucht finden.“
Die engelsgleiche Kriegerin der Gnade breitete ihre prächtigen Flügel aus, deren Licht den Altar erhellte. Ihre goldenen Augen leuchteten vor göttlicher Inbrunst, als sie ihre Lanze in feierlichem Schwur vor ihrer Brust kreuzte.
„Dein Wort ist mein Befehl. Ihr Urteil wird schnell gefällt werden.“
Die frostige Wächterin trat vor, ihre durchdringenden blauen Augen glänzten wie Eissplitter. Sie legte den unteren Teil ihres schimmernden Stabes auf den Boden und sprach mit kalter, unerschütterlicher Stimme.
„Die Verfluchten werden unter deinem Urteil erstarren und zerbrechen.“
Die Flammenbringerin hob ihren massiven Kriegshammer, dessen feuriger Heiligenschein heller leuchtete als der Blitz am Himmel. Ihr Gesichtsausdruck war von entschlossener Entschlossenheit geprägt, als sie niederkniete.
„Ihre Asche wird im Wind verstreut werden, Herrscher. Niemand wird übrig bleiben.“
Die Reiterin der Bestie trieb ihr elektrisch schuppiges Reittier voran, das vor Vorfreude ein grollendes Knurren von sich gab. Sie neigte den Kopf, ihre smaragdgrünen Augen funkelten entschlossen.
„Dein Wille ist mein Weg. Sie werden unserem Angriff zum Opfer fallen.“
Schließlich schritt der strahlende Wächter in die Mitte der Ruinen und stellte sich vor den Altar. Mit Schwert und Schild in den Händen strahlte seine hoch aufragende Gestalt rohe Kraft aus. Er neigte den Kopf, und sein leuchtender Lichtstreifen verdunkelte sich für einen Moment in Ehrfurcht.
„Dein Befehl ist mir Befehl, Herrscher. Sie werden ausgelöscht werden.“
Wie aus einem Mund knieten die himmlischen Heerscharen nieder, ihre Gestalten strahlten unerschütterliche Loyalität und Ehrfurcht aus. Der Sturm über ihnen tobte, Blitze zuckten zwischen den Ruinen, während das Leuchten des Altars immer intensiver wurde. Die Macht des Hohen Ewigen Uralten Herrschers durchströmte sie, schärfte ihren Entschluss und verstärkte ihre ohnehin schon immense Kraft.
Sie erhoben sich wie ein Mann, ihre göttlichen Gestalten leuchteten heller, und der Sturm schien sich vor ihnen zu teilen, als sie ihren Marsch begannen.
Das Schicksal der verfluchten Blutlinie war besiegelt, denn keine Macht der Welt konnte sich dem Urteil der Herrscherin und ihren auserwählten Werkzeugen der Vernichtung widersetzen.
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Die Festung ragte wie eine zerklüftete Narbe in der Erdoberfläche über der Schlucht empor, in den unerbittlichen Fels gehauen, als hätte sich der Berg selbst etwas viel Älterem und Dunklerem ergeben.
Dichter, undurchdringlicher Nebel hing an den Klippen und verdeckte die tiefe Schlucht darunter, wo das leise Rauschen unsichtbarer Gewässer wie das Heulen eines Geistes widerhallte. Die vom Alter geschwärzten Steinmauern ragten unmöglich hoch empor, als würden sie den Himmel herausfordern, ihre Herrschaft anzufechten.
Dieser Ort war nicht für die Lebenden gebaut worden – er strahlte eine kalte Endgültigkeit aus, ein Friedhof der Hoffnung. Die Luft war schwer, fast lebendig, erfüllt von einer Kälte, die bis auf die Knochen ging und sich in die Seele bohrte. Auf der schmalen Brücke, die sich zur Festung schlängelte, brannten keine Fackeln, doch ein unheimliches, silbernes Licht erhellte den Weg, als ob die Steine selbst den Weg kannten.
Die massiven, mit unheilvollen Runen verzierten Tore öffneten sich mit einem Knarren, als würden sie von unsichtbaren Händen gezogen. Als du die Schwelle überschrittest, wurde du von Dunkelheit verschluckt, aber es war keine Dunkelheit, an die sich deine Augen gewöhnen konnten – sie war endlos, dicht und bedrückend. Doch je tiefer du vordrangst, desto mehr wich die bedrückende Finsternis einem überirdischen Schein.
Im Inneren wurde die Luft kälter und schwerer. Die große Halle erstreckte sich in die Schatten, ihre Wände waren eine Mischung aus dunklem Stein und leuchtenden Goldadern, die schwach pulsierten wie ein sterbender Herzschlag. Statuen säumten den Raum, ihre Formen waren verdreht und gesichtslos, als wären sie aus Albträumen geformt.
In der Mitte der großen Halle, in ein kaltes, himmlisches Licht getaucht, stand der Thron. Er war unglaublich groß, aus einem einzigen Block schwarzen Kristalls gehauen, durchzogen von Adern aus geschmolzenem Gold, die sich zu bewegen und zu winden schienen. Der Sitz selbst strahlte Macht aus, eine überwältigende Aura der Unausweichlichkeit.
Aus der Rückseite des Throns ragten gezackte Spitzen empor, die sowohl einer Krone als auch einem Käfig ähnelten, und an seiner Basis flackerten weiße, gespenstische Flammen, die lange, sich bewegende Schatten über den Raum warfen.
Auf dem Thron saß die Todesgottheit, deren Gestalt in fließendes Schwarz und Silber gehüllt war und deren Präsenz sowohl greifbar als auch flüchtig war.
Ihr Körper schien zu schimmern, als bestünde er aus Rauch und Sternenlicht, und veränderte sich ständig, sodass es unmöglich war, ihre wahre Gestalt zu erkennen – oder auch nur ihr Geschlecht.
Die Züge ihres Gesichts blieben unter einem Schleier aus Schatten verborgen, aber ihre Augen, zwei Kugeln aus kaltem, durchdringendem Licht, schienen alles zu sehen: deine Vergangenheit, deine Geheimnisse und den Moment, in dem dein Leben enden würde.
Ihre Stimme, als sie sich meldete, hallte wie ein leises Summen in deiner Brust, nicht laut, aber unausweichlich. „Du bist weit gekommen“, sagten sie, ihr Tonfall emotionslos, aber voller Endgültigkeit. „Aber alle Wege führen hierher, Vergessener Schatten, mein Champion.“
Vor dieser Gestalt, abgesehen von dem Energieschild, der Alera zeigte, knieten zwei Gestalten vor dem Thron.