Die Boten der alten Götter saßen auf ihren fünf Thronen und strahlten eine Autorität aus, vor der sogar Götter sich verneigten. Ihre Sitze waren nicht nur Konstruktionen, sondern verkörperten ihre Herrschaft über die Ewigkeit – lebendige Manifestationen einer Macht, die man sich nicht vorstellen konnte. Jeder Bote blickte auf die Versammlung der Götter herab, die still und mit gesenkten Köpfen saßen und jede Bewegung von Ehrfurcht geprägt war.
Die Haltung dieser Götter war von Unterwürfigkeit geprägt, ihre Existenz war an den Willen derer gebunden, die hinter den Boten standen. Sie saßen nicht als Gleichgestellte, sondern als ergebenen Diener der alten Boten, deren Wesen unter der Last der Erwartungen zitterte.
Selbst in Abwesenheit der Alten flößten die Boten den Göttern dieselbe Furcht und denselben Respekt ein.
Der Raum war erfüllt von Gehorsam, die Luft dick von göttlichen Bitten, als würde der Turm selbst Gehorsam verlangen.
Die Boten sprachen nicht einzeln, denn ihre Stimmen waren eins. Sie erhoben sich gemeinsam von ihren Thronen, ihre Bewegungen synchron, als wären sie Fäden desselben himmlischen Gewebes.
Als sie sprachen, waren ihre Worte kein Klang, sondern eine unbestreitbare Kraft, die durch den Saal wogte und sich in das Gewebe der Realität einbettete.
„Göttliches Dekret: Urteil über die Obsidians – die kosmisch verfluchte Familie der Gottestöter!“
Die Verkündigung hallte wie tausend Chöre wider, jede Note erfüllt von unerbittlicher Autorität. Die Götter blieben regungslos stehen, ihre Köpfe noch tiefer gesenkt, ihr Schweigen nicht aus Angst, sondern aus unerschütterlicher Hingabe.
Dann, als ob sie von einer unsichtbaren Hand dazu aufgefordert würden, erhoben sich die Götter in perfekter Harmonie. Das Geräusch ihrer Bewegung war leiser als ein Flüstern, doch es hatte eine Schwere, die den Kosmos selbst zu verschieben schien. Mit einer einzigen Bewegung beugten sie sich in der Taille und verneigten sich tief, nicht vor den Boten, sondern vor dem göttlichen Erlass, und ihre Stimmen durchbrachen die Stille wie ein göttlicher Gesang.
„JA!“
„WIR VERNEIGEN UNS!“
„SO IST ES BESCHLOSSEN!“
„DEIN WILLE GESCHIEHT!“
„WIR HÖREN UND GEHORCHEN!“
„AUF DEINEN BEFEHL!“
„SO WIRD ES SEIN!“
„SIEHE, WIR UNTERWERFEN UNS!“
„WIE DU BESCHLIESST, SO IST ES!“
Die Götter sangen, ihre Worte waren von einer uralten, göttlichen Kraft erfüllt und hallten ewig nach. Es war ein Schwur, eine Annahme des Urteils, gesprochen in einem Ton, der sowohl ehrfürchtig als auch absolut war.
Ihre Stimmen, vielstimmig und harmonisch, hallten endlos in der Halle wider und hallten durch die Grundfesten des Turms, wie göttliche Gesänge von Engeln.
Die Boten, deren Gestalten regungslos wie Berge waren, aber dennoch von göttlicher Energie durchflutet, schauten schweigend zu.
Die Götter verneigten sich tiefer, ihre Gestalten berührten fast den mit Sternen übersäten Boden, ihre Ergebenheit war unerschütterlich. Es war nicht nur Gehorsam – es war Verehrung, ihre Existenz ein Beweis für ihre ewige Ergebenheit.
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Weit entfernt …
Die Himmlische Versammlung stand da wie ein Wunderwerk der Schöpfung, ein Bauwerk, das das Verständnis der Sterblichen überstieg. Ihre Architektur war eine Mischung aus verschiedenen Elementen – Licht, Schatten und den Urkräften des Daseins selbst. Die Wände pulsierten vor kosmischer Energie und leuchteten sanft in Farben, die kein sterbliches Auge benennen konnte.
Kolossale Säulen ragten in den Himmel, ihre Oberflächen waren mit Runen verziert, die die Geschichte unzähliger Welten flüsterten.
Die Decke war eine endlose Weite des Kosmos, in der Sterne sich bewegten und Konstellationen bildeten, die Geschichten von alter Pracht und Tragödien erzählten.
In der Mitte dieses heiligen Raums stand ein runder Tisch, der aus den Überresten sterbender Sterne geschmiedet war und dessen Oberfläche ein wirbelnder Pool aus flüssigem Licht und Dunkelheit war.
Um ihn herum waren fünf Throne angeordnet. Vier davon waren gleich hoch.
Die Throne waren aus der Essenz des Kosmos geschmiedet und repräsentierten jeweils eine Urkraft.
Der Thron der Felsen war aus der Essenz kollabierender Sterne geschnitzt, solide und unnachgiebig, und strahlte das Gewicht unendlicher Welten aus.
Der Thron der Flamme brannte mit dem Licht neugeborener Sonnen, seine Oberfläche flackerte zwischen gleißendem Gold und tiefem Purpur und pulsierte vor Schöpfungskraft.
Der Thron der Gezeiten floss wie flüssige Leere, seine Oberfläche veränderte sich endlos und spiegelte die grenzenlosen Tiefen der kosmischen Meere wider.
Der Zephyrthron war eine ätherische Strömung, geformt aus den ersten Winden, die über die Leere fegten, seine Form für immer in Bewegung und doch perfekt ausbalanciert.
Jeder Thron stand zeitlos und absolut da und verkörperte die rohe Kraft des Universums.
Doch ein Thron ragte höher als alle anderen empor, eine imposante Silhouette göttlicher Autorität. Dieser Thron war von strahlender Energie umgeben, seine Form veränderte sich mit jedem Augenblick, als könne er nicht in einer einzigen Gestalt gefangen werden.
Die Wesen, die im Konklave saßen, waren nicht bloße Boten oder Diener des Göttlichen – sie waren die Verkörperung der Macht, ihre Gestalten strahlten eine Majestät aus, die ganze Reiche mit nur einem Blick zerreißen konnte. Die Alten Götter … Die ungekrönten Herrscher des Götterreichs und der göttlichen Reiche. Diejenige, die über dem Rat der Götter saß.
Sie verneigten sich vor dem höchsten Thron, auf dem die Silhouette einer Frau von grenzenloser Majestät stand, deren Gestalt sowohl sterblich als auch göttlich war. Ihre Anwesenheit strahlte eine so tiefgreifende Macht aus, dass sie die Luft selbst veränderte, ihre Stimme war die Essenz der Schöpfung selbst – sanft und doch gebieterisch, unwiderstehlich und doch gelassen.
Die vier Alten Götter sprachen wie einer, ihre Gestalten strahlten rohe Kraft aus. Gemeinsam sprachen sie, ihre Stimmen harmonierten in einem Chor ihrer uralten Autorität.
„Es ist vollbracht! Der Beschluss ist gefasst!“
Die Frau auf dem hohen Thron nickte, ihre Präsenz überwältigend. Die Luft schien von ihrer Kraft zu vibrieren und sandte Energiewellen durch das Reich.
„Sie haben sich nicht angeschlossen, oder?“ Ihre Stimme klang wie die erste Melodie der Existenz, süß und eindringlich, doch so mächtig, dass sie wie eine unaufhaltsame Flutwelle durch den Kosmos fegte.
Die vier Wesen senkten gleichzeitig ihre Köpfe. Der Elementar-Uralte trat vor und antwortete mit einer Stimme voller Enttäuschung.
„Nein, die Endlosen haben sich nicht zusammengetan! Außerdem wurde Lilith seit dem Tod von Obsidian nicht mehr gesehen!“
Ein zweiter männlicher Urgott knurrte, seine Stimme voller unterdrückter Wut.
„Die Endlosen können nicht weit weg sein!“
Bevor er weiterreden konnte, schlug die Stimme der Frau wie ein Peitschenhieb ein und brachte alle zum Schweigen.
„Die Endlosen sind zu weit gegangen!“
„Schweigt! Von den Endlosen darf nicht weiter gesprochen werden!“
Die Götter verneigten sich tief, ihre Gestalten verblassten in Unterwerfung.
„Bereitet die himmlische Heerschar vor“, befahl sie. „Elementar-Uralter, rufe deine Brut herbei!“
Der Elementar-Uralte kniete nieder, seine sich verändernde Gestalt pulsierte in Anerkennung.
„Mit deinem Willen, Hoher Ewiger Uralter Herrscher. Es ist bereits geschehen.“
Und damit erwachte die Konklave zum Leben, ihre Wände bebten vom Echo des bevorstehenden Krieges. Selbst der Himmel schien sich auf das vorzubereiten, was kommen würde.