Der schattige Wald wurde plötzlich lebendig, die von Zara beschworenen illusorischen Kreaturen krochen näher heran, ihre verdrehten Gestalten waren vor dem dunklen Hintergrund der verzerrten Landschaft kaum zu erkennen. Ihre Augen leuchteten in einem kränklichen Grün, und sie bewegten sich mit unnatürlichen, ruckartigen Bewegungen, ihre Gliedmaßen waren lang und spindeldürr wie Albträume, die aus den Tiefen der schlimmsten Ängste eines Menschen hervorgeholt worden waren.
Pyris stand regungslos da und kniff die Augen zusammen, während er die herannahende Horde musterte.
„Und ich dachte, wir würden Gedankenspiele spielen, perfekt!“
Er konnte den Puls ihrer dunklen Energie spüren, eine eisige Kälte, die wie Eis über seine Haut kroch und versuchte, sich in seine Sinne zu schlängeln, um ihn zu verlangsamen. Aber Pyris war kein gewöhnlicher Mann. Er grinste, als er die Aura seines Elementarherrschers um sich herum aufblitzen ließ, wobei seine bloße Anwesenheit den Raum um ihn herum verbog und den Wald umformte.
Die erste Kreatur stürzte sich auf ihn – eine schnelle, ruckartige Bewegung, die die Distanz zwischen ihnen in einem Augenblick überbrückte. Ihre messerscharfen Klauen, von einer zähflüssigen, grünen Flüssigkeit tropfend, zielten direkt auf Pyris‘ Kehle, um den Kampf zu beenden, bevor er überhaupt begonnen hatte.
Aber Pyris war schneller.
Sein Körper verschwamm, als er dem Angriff auswich, seine Hand bereits voller Elementarenergie. Goldene Blitze zuckten über seine Fingerspitzen, und mit einer schnellen, fast mühelosen Bewegung stieß er seine Hand nach vorne.
Der Energiestoß schoss aus seiner Handfläche und traf die Kreatur direkt in die Brust. Der Aufprall war sofort spürbar und brutal.
KNACK!
Der Oberkörper der Kreatur explodierte in einer Wolke aus schwarzem Rauch, ihre Gestalt löste sich auf, als der Blitz sie durchschlug, als wäre sie aus Papier. Pyris hatte kaum Zeit, sich über den Kill zu freuen, da folgten schon drei weitere Kreaturen, die ihre Gliedmaßen ausstreckten und hungrig mit den Kiefern schnappte, während sie näher kamen.
Diesmal wich Pyris nicht zurück.
Mit einem Knurren, das durch den dunklen Wald hallte, erwachte seine Elementardrachenform zum Leben – er würde sie zum ersten Mal ausprobieren.
Sein Körper verlängerte sich, seine Haut verdunkelte sich, während Schuppen aus reiner Elementarenergie über seine Arme und seine Brust wogten.
Aus seinen Fingerspitzen ragten klauenartige Krallen hervor, die scharf wie Klingen waren und vor roher Kraft glänzten.
Die erste Kreatur sprang, aber Pyris war schon in Bewegung. Seine Krallenhand schlug in einem blendenden Bogen durch die Luft und zerfetzte den Körper der Kreatur, bevor sie auch nur einen Schrei ausstoßen konnte. Schwarzer Eiter spritzte aus der Wunde und spritzte über die verdrehten Bäume, während der Körper der Kreatur zu einem Haufen zu seinen Füßen zusammenbrach.
Pyris‘ Klauen, verstärkt durch seine Elementaraure, schimmerten mit einem ätherischen Glanz, als er erneut zuschlug, seine Bewegungen flüssig und präzise.
Jeder Schlag wurde von einem Knacken begleitet, als könne die Luft selbst mit seiner Geschwindigkeit nicht mithalten.
Eine weitere Kreatur stürzte sich auf ihn, ihre Klauen auf seinen Rücken gerichtet, aber Pyris drehte sich auf den Fersen, duckte sich tief und schlug mit seinem Schwanz zu, der die Kreatur mit solcher Wucht am Kiefer traf, dass Knochen zerbrachen.
Das widerliche Knacken von zerbrechendem Fleisch und Knochen hallte über die Lichtung, als die Kreatur durch die Luft geschleudert wurde und mit einem dumpfen Aufprall auf den Waldboden aufschlug. Sie zuckte noch einen Moment lang, bevor sie sich in Nebel auflöste und sich den anderen gefallenen Schatten anschloss.
Weitere tauchten auf – Dutzende von ihnen krochen aus der Dunkelheit hervor, ihre Umrisse flackerten wie Kerzenflammen im Wind. Pyris spürte, wie das Gewicht ihrer gemeinsamen Präsenz auf ihn drückte, versuchte, seine Aura zu ersticken, ihn zu überwältigen. Aber das Grinsen auf seinem Gesicht wurde nur noch breiter.
„Ist das alles, Zara?“, schrie Pyris, seine Stimme voller spöttischem Gelächter. „Das ist deine Prüfung?“
Die Kreaturen stürmten alle gleichzeitig auf ihn zu, eine überwältigende Flut aus verdrehten Körpern und leuchtenden Augen. Sie waren schnell – unnatürlich schnell –, aber Pyris war schneller. Die Aura seines Elementarherrschers pulsierte und verzerrte den Raum um ihn herum.
Die Luft knisterte vor Kraft, und im nächsten Moment entfesselte Pyris einen Feuerstrom, der aus seinem Mund schoss und die erste Welle der Kreaturen in einer Wand aus sengender Hitze verschlang.
Das Feuer war anders als alles, was der Wald je gesehen hatte. Es waren nicht nur Flammen – es war die Essenz des Feuers selbst, eine unaufhaltsame, alles verschlingende Kraft, die die Kreaturen innerhalb von Sekunden zu Asche verwandelte. Die Bäume um Pyris herum begannen zu schwelen und zu brennen, ihre Äste krümmten sich, während die intensive Hitze die illusorische Landschaft versengte.
Doch selbst als das Feuer seine Feinde verschlang, tauchten weitere auf, deren dunkle Gestalten sich von der Zerstörung nicht abschrecken ließen. Sie krallten sich durch die Asche, ihre Bewegungen wurden noch hektischer, noch aggressiver.
Pyris knurrte, seine Augen leuchteten intensiv golden, als er seine Hand hob und die Kraft des Windes heraufbeschwor. Eine gewaltige Böe fegte durch den Wald, entwurzelte Bäume und schleuderte Trümmer in alle Richtungen.
Die Kraft des Windes war so stark, dass die Kreaturen aus dem Boden gerissen und hoch in die Luft geschleudert wurden, hilflos gegen die rohe Elementarkraft.
Aber Pyris war noch nicht fertig.
Als die Kreaturen durch die Luft taumelten, sprang Pyris ihnen hinterher, die Klauen ausgestreckt. In der Luft drehte er sich, seine Bewegungen flüssig und präzise.
Seine Klauen rissen die Kreaturen eine nach der anderen auseinander und durchschnitten ihre dunklen Gestalten wie eine Sense, die durch Weizen schneidet. Ihre Körper zerfielen bei der Berührung und lösten sich in schwarzen Nebel auf, während sie von Pyris‘ unerbittlichen Angriffen zerfetzt wurden.
Jeder Schlag war brutal und effizient. Seine Klauen waren mit den Überresten der Kreaturen bedeckt, deren dunkle Energie auf seiner Haut zischte, während er weiter auf sie einschlug. Die Geräusche der Schlacht – die Schreie der Kreaturen, das Knistern der Flammen, das Heulen des Windes – erfüllten die Luft, aber Pyris war selbst ein Sturm, unantastbar und unaufhaltsam.
Aus dem Augenwinkel sah Pyris eine größere Kreatur, deren Gestalt fester war und deren Klauen länger und schärfer waren. Diese strahlte eine stärkere Aura aus, wahrscheinlich war es eine Art Anführer. Sie knurrte, fletschte ihre Zähne und stürmte auf ihn zu, ihre Bewegungen verschwammen vor lauter Geschwindigkeit.
Aber Pyris ging frontal auf sie zu.
Mit einem Brüllen rammte Pyris die Kreatur und grub seine Klauen tief in ihre Brust. Die Kreatur schrie auf, ihre Augen weiteten sich vor Schmerz, als Pyris seine Klauen drehte und mit einer brutalen, gezielten Bewegung ihren Oberkörper aufriss. Schwarzer Eiter spritzte aus der Wunde und bedeckte Pyris‘ Arm, während er die Kreatur in Stücke riss, die zu seinen Füßen zu Boden fielen.
Der Boden unter ihnen bebte, als Pyris‘ Aura sich ausdehnte und die Elemente sich seinem Willen beugten. Die Luft knisterte vor Kraft, die Erde bebte und die Bäume neigten sich unter dem Gewicht seiner Präsenz.
Er stand inmitten des Chaos, seine Brust hob und senkte sich, sein Körper leuchtete von der rohen Kraft der Aura seines Elementarherrschers.
In der Ferne beobachtete Zara ihn mit großen Augen, voller Schock und Bewunderung. Pyris hatte ihre Herausforderung mühelos gemeistert und ihre sorgfältig ausgearbeiteten Illusionen in Schutt und Asche gelegt. Sie hatte gewusst, dass er mächtig war, aber das hier … das war etwas ganz anderes.
„Was für eine Aura ist das, es fühlt sich an wie … wie eine Kombination aus allen Elementen?“, fragte sie sich.
Pyris hingegen senkte seine Hände, seine Klauen zogen sich zurück, als die letzten Kreaturen sich in Nebel auflösten. Der Wald war wieder still, das einzige Geräusch war das Knistern der schwelenden Bäume und das entfernte Rascheln der Blätter.
„Das war fast zu einfach“, murmelte Pyris und sah zu Zara, deren Gesicht unlesbar war.
Aber hinter ihrer ruhigen Fassade rasten Zaras Gedanken. Sie hatte noch nie jemanden gesehen, der ihre Illusionen so mühelos und vollständig zerstören konnte. Pyris war nicht nur mächtig – er war eine Naturgewalt, jemand, der die Realität nach seinem Willen verändern konnte.
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Die Aufregung. Die Aufregung vor den kommenden Abenteuern!