Einen Herzschlag lang bewegte sich keiner von beiden. Arabelles amethystfarbene Augen waren weit aufgerissen, ihr sonst so ruhiger Gesichtsausdruck verriet die Gefühle, die in ihr brodelten. Begierde, Verwirrung und etwas Tieferes blitzten hinter ihrem Blick auf, als sie zu ihm aufsah, die Lippen leicht geöffnet.
Pyris beugte sich ein kleines bisschen näher zu ihr, sein Herz pochte in seiner Brust. Er konnte die Anziehungskraft zwischen ihnen spüren, diese magnetische Kraft, die man einfach nicht ignorieren konnte.
Doch kurz bevor sich ihre Lippen berührten, hielt Pyris inne.
Er wollte, dass sie zu ihm kam.
Langsam richtete er sich auf, sein Körper streifte ihren ein letztes Mal, bevor er aufstand und Arabelle atemlos und benommen auf dem Boden liegen ließ.
„Ich glaube, das reicht für heute“, sagte Pyris mit leiser, sanfter Stimme.
Arabelle blinzelte und versuchte immer noch zu begreifen, was gerade passiert war. Ihr Herz raste und in ihrem Kopf herrschte ein Wirbel aus Verwirrung und Frustration. Sie hätte sich fast von ihm küssen lassen. Sie hätte fast nachgegeben.
Aber warum?
Pyris reichte ihr die Hand und half ihr auf die Beine. Arabelles Atem ging immer noch unregelmäßig, als sie seine Hand nahm, und sie wandte ihren Blick von ihm ab, um ihre Fassung wiederzugewinnen.
„Das war … unerwartet“, murmelte sie mit zittriger Stimme.
Pyris grinste, seine Augen glänzten vor stiller Zufriedenheit. „Wir sehen uns, Lehrerin Arabelle.“
Ohne ein weiteres Wort drehte er sich um und ging, während Arabelle mitten auf dem Trainingsplatz stehen blieb und ihr Herz wie wild in ihrer Brust pochte. Sie sah ihm nach, ihre Gedanken waren ein chaotisches Durcheinander.
Sie hatte einen Fehler gemacht. Einen gefährlichen Fehler. Sie hatte sich ihm zu sehr genähert und sich von ihren Gefühlen blenden lassen. Pyris war gefährlich – nicht nur wegen seiner Macht, sondern auch wegen der Gefühle, die er in ihr weckte. Wegen der Art, wie er sie die Kontrolle verlieren ließ. Entdecke versteckte Inhalte bei empire
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Pyris spürte, wie die Hitze in ihm stieg, wie das brennende Verlangen, das während seiner Begegnung mit Arabelle entfacht worden war, ihn nun vollständig zu verschlingen drohte.
Die stillen Hallen der Akademie, normalerweise ein Ort der Ruhe und Konzentration, fühlten sich beengend an, als würde die Luft selbst auf seiner Haut drücken und ihn dazu drängen, sich zu befreien.
Als er den stillen, schwach beleuchteten Korridor entlangging, fiel Pyris ein leises Summen auf. Es war sanft, melodisch und strahlte eine Wärme aus, die ihn anzog, ihn näher kommen ließ – eine Stimme, die er sehr gut kannte.
Er folgte dem Geräusch, seine Füße bewegten sich instinktiv darauf zu, als würden sie von einer unsichtbaren Kraft gelenkt.
Bald stand er vor der offenen Tür der Bibliothek der Akademie. Im Inneren flackerte sanft Kerzenlicht und tauchte die Regale mit alten Büchern und Schriftrollen in einen warmen Schein.
Und dort, in diesem goldenen Licht, stand Madeline Rieva, die leitende Bibliothekarin der Akademie.
Madeline war eine Augenweide, ihr kastanienbraunes Haar fiel in weichen Wellen über ihre Schultern, ihre smaragdgrünen Augen funkelten vor Intelligenz und Charme. Ihre Robe war zwar schlicht, betonte aber ihre Kurven und unterstrich ihre natürliche Schönheit.
Sie bewegte sich anmutig, während sie einen Stapel Bücher sortierte, ihre schlanken Finger streiften dabei leicht über die ledergebundenen Einbände.
Pyris blieb an der Tür stehen und beobachtete sie einen Moment lang, fasziniert von der mühelosen Eleganz ihrer Bewegungen. Madeline hatte etwas an sich – etwas, das über ihr Äußeres hinausging, etwas Anziehendes –, das ihn in ihren Bann zog und der Grund war, warum er die Bibliothek besuchte, wann immer er die Gelegenheit dazu hatte.
Madeline drehte sich um und ihr Blick fiel auf Pyris, der in der Tür stand. Ein sanftes Lächeln huschte über ihre Lippen, als sie ihn begrüßte, ihre Stimme klang sanft und warm.
„Pyris Obsidian. Was verschafft mir die Ehre?“
Ihr Blick blieb einen Moment lang auf ihm haften, und Pyris spürte, dass hinter ihren Worten mehr steckte als bloße Neugier. Ihre smaragdgrünen Augen funkelten wissend, als könne sie direkt durch ihn hindurchsehen und den Sturm spüren, der in ihm tobte.
Das tat sie immer und neckte ihn auch immer damit.
Pyris betrat die Bibliothek, sein Herz pochte, als er die Tür hinter sich schloss. Das flackernde Kerzenlicht warf sanfte Schatten an die Wände und schuf eine intime Atmosphäre, die die Spannung zwischen ihnen nur noch verstärkte.
„Ich … brauchte etwas frische Luft“, antwortete Pyris, obwohl sein Tonfall die Wahrheit verriet. Das Gewicht seines Verlangens hing schwer in der Luft zwischen ihnen, spürbar und unmöglich zu ignorieren.
Madeline neigte leicht den Kopf, ihr Lächeln vertiefte sich, als sie einen Schritt auf ihn zuging. „Luft, ja?“, fragte sie mit sanfter, neckischer Stimme. „Du scheinst eher erhitzt zu sein als nach Luft zu gieren.“
Pyris biss die Zähne zusammen und kämpfte um Selbstbeherrschung, als sie den Abstand zwischen ihnen verringerte. Jeder ihrer Schritte jagte ihm einen Schauer der Vorfreude über den Rücken, sein Körper reagierte instinktiv auf ihre Anwesenheit.
Ihre Ausstrahlung war berauschend, durchdrungen von einer subtilen Kraft, die ihn auf eine Weise anzog, der er unmöglich widerstehen konnte.
Madeline legte das Buch, das sie gehalten hatte, beiseite, ohne ihren smaragdgrünen Blick von ihm abzuwenden, während sie noch näher kam, bis kaum noch Platz zwischen ihnen war. „Vielleicht“, flüsterte sie, ihr Atem warm auf seiner Haut, „brauchst du … Befreiung.“
Pyris‘ Herz raste, sein Puls pochte laut in seinen Ohren, als ihm die Bedeutung ihrer Worte klar wurde. Das Verlangen in ihren Augen war unverkennbar, ebenso wie die subtile Art, mit der ihr Körper sich ihm entgegenstreckte und ihn einlud, die Distanz zwischen ihnen zu überwinden.
Ohne nachzudenken, streckte Pyris die Hand aus und berührte ihren Arm. Madeline hielt bei dieser Berührung den Atem an, ihre Haut fühlte sich warm unter seinen Fingern an. Sie sah zu ihm auf, ihre smaragdgrünen Augen verdunkelten sich mit etwas Urtümlichem, etwas, das das Verlangen widerspiegelte, das in ihm brannte.
Die Spannung zwischen ihnen zerbrach wie eine gespannte Saite, und bevor Pyris sich zurückhalten konnte, beugte er sich vor und presste seine Lippen auf die weiche Wölbung ihres Halses.
Madeline stieß einen leisen Seufzer aus, ihre Hände griffen instinktiv nach ihm, ihre Finger krallten sich in seinen Kragen, während sie ihn näher zu sich zog.
Ihre Körper pressten sich aneinander, die Hitze zwischen ihnen war spürbar. Pyris‘ Hände wanderten über ihren Körper, spürten die weichen Kurven ihrer Taille und Hüften unter dem dünnen Stoff ihres Gewandes.
Madeline bog sich ihm entgegen, ihre Lippen öffneten sich, als ein leises Stöhnen über ihre Lippen kam.
Für einen Moment verschwand alles andere – die Akademie, seine Pflichten, die Last des Familienerbes. Alles, was zählte, war die Hitze zwischen ihnen, das ursprüngliche Verlangen, das sie einander näher brachte.
Madelines Hände glitten an seiner Brust hinauf, ihre Finger folgten den Linien seiner Muskeln, bevor sie sich in seinem Haar verfingen. Sie zog ihn zu sich herunter, um ihn zu küssen, ihre Lippen weich und warm auf seinen.
Pyris reagierte sofort, vertiefte den Kuss und ließ seine Hände über ihren Rücken gleiten, um sie noch näher an sich zu ziehen.
Der Kuss war intensiv, erfüllt von einer Begierde, die keiner von beiden leugnen konnte. Pyris konnte spüren, wie Madelines Verlangen in Wellen von ihr ausging und seinem eigenen in nichts nachstand. Ihr Körper presste sich an seinen, weich und warm, und er konnte ihr schnelles Herzklopfen unter seinen Fingern spüren.
Als sich ihre Lippen trennten, atmete Madeline zitternd aus, ihre Augen waren vor Verlangen halb geschlossen. „Pyris“, flüsterte sie atemlos, „ich sollte das nicht tun, aber … ich kann nicht aufhören.“
Pyris grinste und streichelte sanft mit seinem Daumen ihre Wange. „Dann tu es nicht.“
In diesem Moment brach ihre Entschlossenheit zusammen, und mit einem leisen Seufzer gab sie dem Verlangen nach, das sich zwischen ihnen aufgebaut hatte. Ihre Hände wanderten zu den Knöpfen seines Mantels, öffneten sie mit geübter Leichtigkeit und schoben den schweren Stoff von seinen Schultern.
Pyris zuckte mit den Schultern, seine ganze Aufmerksamkeit galt ihr, dem Gefühl ihres Körpers an seinem, dem berauschenden Duft ihrer Haut.
Madelines Lippen fanden erneut seine, und Pyris verlor sich in dem Kuss, in der Wärme ihrer Umarmung, in der Art, wie sich ihr Körper so perfekt mit seinem bewegte.
Jede Berührung, jeder Atemzug, jede Bewegung war ein Wirbel aus Hitze und Begierde, und Pyris wusste, dass es kein Zurück mehr gab.
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Eine kurze Erinnerung: Vergesst Madeline nicht, ihr Plan ist riesig und wird das Leben aller auf den Kopf stellen.
Behaltet sie im Auge!!